Emotion

10. Oktober 2022 E 0

Emotion (emotion), lat.  emovere „herausbewegen, emporwühlen“; Gemütsbewegung, bewusst verarbeitetes Gefühl. Erlebnis von inneren oder äußeren Reizen, die als angenehm oder unangenehm empfunden werden und sich auf den Körper (Zittern, schnelle Atmung), auf die Psyche und auf das Verhalten (Aktivitäten) auswirken können. Der Mensch ist von Geburt an mit Basisemotionen (s Abb.) ausgestattet, die mit einem spezifischen Erleben, einem spezifischen Ausdrucksverhalten und spezifischen physiologischen Reaktionen verknüpft sind (http://lexikon.stangl.eu/7211/basisemotionen/).

Emotionale Erfahrungen des Kindes sind die Grundlage für die kognitive Entwicklung. So werden mit positiven Emotionen verbundene Lerninhalte besser wahrgenommen und verarbeitet. Deshalb wird dem Erziehungsstil eine „emotionale Dimension“ (von Wärme und Zuneigung bis Kälte und Abneigung) zugeordnet. Der emotionalen Führungskomponente wird heute eine große Bedeutung beigemessen. So geht man davon aus, dass der emotionale Quotient (EQ) wichtiger sei als der Intelligenzquotient (IQ). Unter emotionaler Intelligenz wird die Fähigkeit verstanden, die eigenen Emotionen konstruktiv einsetzen und so soziale Beziehungen entwickeln und gestalten zu können. Erfolgreich führen setzt „emotionale Kompetenz“ voraus, die Fähigkeit sich seiner eigenen Gefühle bewusst zu sein, mit seinen Emotionen und denen anderer umgehen zu können, belastende Emotionen zu bewältigen, positive Emotionen zu regulieren, inneres Erleben und äußeren Eindruck von Gefühlen voneinander trennen zu können (Vollmer, 2005). Emotionen sind auch stark von der sozialen Umwelt und der jeweiligen Kultur geprägt.

Emotionen
Pluchiks „Rad der Emotionen“ (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Plutchik-wheel_de.svg#/media/File:Plutchik-wheel_de.svg) von WIKIPEDIA freigegeben

Sport bietet die Chance, „die Tabuisierung der Emotionsäußerung sowie die damit verbundene Emotionsunterdrückung aufzuweichen und den konstruktiven Umgang mit Emotionen. zu ermöglichen“ (Allmer, 1984). Emotionales Erleben ist Voraussetzung sowie Begleit- und Folgeerscheinung sportlichen Handelns. Es gibt im Sport keine richtige oder falsche Emotion, aber hemmende oder mobilisierende. Dabei können überschwängliche Gefühlsausbrüche im Gehirn einen „physiologischen Wirbelsturm“ (Beckmann & Elbe, 2008, S.121) auslösen, der das konzentrierte Abrufen des eigenen Leistungsvermögens ausbremst bis zur „Roten Karte“ des Schiedsrichters. Die durch Stress hervorgerufene physiologische Erregung (Freude, Wut, Angst…) muss in Verbindung mit Entspannung umbewertet werden. (Selbstinstruktionen wie «beruhige dich» oder «das ist doch nicht so schlimm»). Erst wenn der Sportler die emotionale Situation aus einer gewissen Distanz betrachtet, ist er wieder dazu in der Lage, diese gewinnbringend nutzen zu können («mobile» 4/2009, Daniel Birrer, Farah Kuster). Wichtige Voraussetzung für die Ausbildung, Erhaltung und Modifizierung des emotionalen Status entsprechend der Situation ist Selbsterkenntnis/Selbstbewusstsein (Hogg, 1999). SelbstbeherrschungAffekt, , →Frustration, →Aggression, →Wassergefühl

Exkurs: „Lange war die Forschung überwiegend auf den Verstand fixiert, Gefühle überließ man gern den Poeten, Malern und Sängern, das Sentiment war allenfalls als hormonelle Frage interessant, verbannt ins limbische System. Doch neuere bildgebende Verfahren und statistische Methoden haben in vergangenen Jahren die Neurowissenschaft vorangebracht…Das Gehirn wird bei Gefühlsregungen auf eine spezifische Art aktiv: So aktiviert Traurigkeit beispielsweise andere Hirnzonen als Freude – und offenbar erfassen Emotionen mehrere Gehirnregionen“ (Deggerich, M.: Mehr als ein Emoji. DER SPIEGEL, 11/2018, S.113)

„Gefühle passen einfach nicht in unsere Gesellschaft. Sie lassen sich nicht berechnen, einfrieren und verkaufen“ Ernst Ferstl (1955*) österr. Lehrer und Dichter

Mehr zum Thema:

  • Laborde, S., Furley, P., Musculus, L., Ackermann, S. (2017). Emotionale Intelligenz im Sport. Emphatie entwickeln, Gefühle steuern, Erfolge erzielen. Meyer & Meyer Aachen
  • Fritsch, J. & Latinjak, A. T. (2021). Emotionen, Stress und Coping im sportlichen Wettbewerb. In A. Güllich & M. Krüger (Hrsg.), Sport in Kultur und Gesellschaft (Handbuch Sport und Sportwissenschaft). (S. 327-339). Berlin: Springer Spektrum. Zugriff am 08.09.2022 unter https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-662-53407-6_32
  • Video: https://www.youtube.com/watch?v=9yv9brnyUlg – Zugriff am 16.02.2019

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