# Schnelligkeit

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/9270-2/
- Englisch: speed caoacity
- Schlagwörter: Belastungszonen, Kondition, Schnelligkeit, Trainingsbereiche
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2017-07-24
- Sprache: de

Schnelligkeit (speed caoacity), [koordinativ](https://schwimmlexikon.de/koordination/) - [konditionell](https://schwimmlexikon.de/kondition/) determinierte [Fähigkeit](https://schwimmlexikon.de/faehigkeit/), um [Bewegungshandlungen](https://schwimmlexikon.de/bewegungshandlung/) in kürzester Zeit zu vollziehen und/oder schnellstens zu reagieren. In der [Sportwissenschaft](https://schwimmlexikon.de/sportwissenschaft/) gibt es verschiedene Sichtweisen zur Einordnung der Schnelligkeit in das System der [sportlichen Leistungsfähigkei](https://schwimmlexikon.de/leistungsfaehigkeit-sportliche/) t. Ungeachtet dessen bleibt die Schnelligkeit eine „elementare →Leistungsvoraussetzung, die aus physiologischer Sicht an besondere Leistungen des [neuromuskulären Systems](https://schwimmlexikon.de/system-neuromuskulaeres/) gebunden ist“ (Bauersfeld & Voss, 1992). In dieser [Grundschnelligkeit](https://schwimmlexikon.de/grundschnelligkeit/) liegen auch die Wurzeln des „Sprinttalents“. In Verbindung mit anderen [Leistungsvoraussetzungen](https://schwimmlexikon.de/leistungsvoraussetzung/) sprechen wir von [komplexer Schnelligkeit](https://schwimmlexikon.de/schnelligkeit-komplexe/), die in Handlungs- und Bewegungsschnelligkeit unterteilt wird (Hauptmann in Schnabel et al. 2008, S.169). →[Sprint](https://schwimmlexikon.de/sprint/)

Wir entkommen dem Wust an Begriffen und Erklärungen, indem wir uns am Beispiel eines 50m – Wettkampfes die für den Schwimmer relevanten Teilaspekte der Schnelligkeit verdeutlichen. Auf das Startkommando muss schnell reagiert werden ([Reaktionsschnelligkeit](https://schwimmlexikon.de/reaktionsschnelligkeit/)). Danach wird der [Start](https://schwimmlexikon.de/start/) als [azyklische Bewegung](https://schwimmlexikon.de/bewegung-azyklische/) durchgeführt ([Aktionsschnelligkeit](https://schwimmlexikon.de/aktionsschnelligkeit/)). Anschließend wird beschleunigt ([Beschleunigungsfähigkeit](https://schwimmlexikon.de/beschleunigungsfaehigkeit/)), um schnellstmöglich die höchste [Schwimmgeschwindigkeit](https://schwimmlexikon.de/schwimmgeschwindigkeit/) (→[lokomotorische Schnelligkeit](https://schwimmlexikon.de/schnelligkeit-lokomotorische/), →[Frequenzschnelligkeit](https://schwimmlexikon.de/frequenzschnelligkeit/)) zu erreichen und zu halten (→[Schnelligkeitsausdauer](https://schwimmlexikon.de/schnelligkeitsausdauer-sa/)).  Mit einem Anschlag aus dem Schwimmen heraus oder als zusätzliche [azyklische Bewegung](https://schwimmlexikon.de/bewegung-azyklische/) (Aktionsschnelligkeit) wird der Wettkampf beendet. Es handelt sich im Schwimmen also um ein Zusammenspiel von azyklischer (Start/[Wende](https://schwimmlexikon.de/wende/)/Anschlag) und zyklischer („auf der Strecke“) [Bewegungsschnelligkeit](https://schwimmlexikon.de/bewegungsschnelligkeit-zyklische/). Schnelligkeit im Wasser ist immer Auseinandersetzung mit hohen [Widerständen](https://schwimmlexikon.de/widerstand/) und folglich stark an [Kraftfähigkeiten](https://schwimmlexikon.de/kraft/) gebunden. Bei Kaderschwimmern des DSV konnten wir signifikante Beziehungen zwischen der Zeit am [Schwimmwiderstandsgerät](https://schwimmlexikon.de/schwimmwiderstandsgeraet-swg/) (SWG), als Ausdruck von „Bewegungsschnelligkeit bei hohen Widerständen“ und einigen Parametern der [spezifischen Kraft](https://schwimmlexikon.de/kraft-spezifische/) nachweisen (s. Tab.). Das Training von Popov machte aber deutlich, dass einer effektiven (nicht so viel Kraft „verschleißenden“) [Technik](https://schwimmlexikon.de/technik-sportliche/) in Verbindung mit einer guten [Beweglichkeit](https://schwimmlexikon.de/beweglichkeit/) der Vorrang gebührt, wobei in der Wettkampfpraxis diesen „Schwimmästheten“ immer wieder der kraft- und frequenzorientierte „Bolzer“ gegenübersteht.

 

Schnelligkeitsleistungen sind u.a. von folgenden Einflussgrößen abhängig: [Körperbau](https://schwimmlexikon.de/koerperbau/) und Niveau der Schwimmtechnik, [neuromuskuläre Steuerung,](https://schwimmlexikon.de/2051-2/) [Sensomotorik](https://schwimmlexikon.de/sensomotorik/), [Willensstoßkraft](https://schwimmlexikon.de/willensstosskraft/), [Muskelfasertyp](https://schwimmlexikon.de/muskelfasertypen/) und energetischen Voraussetzungen (→[Energiebereitstellung](https://schwimmlexikon.de/4510-2/), →[Kreatinphosphat](https://schwimmlexikon.de/kreatinphosphat/)). Mit zunehmendem Alter vergrößern sich die Unterschiede in Schnelligkeitsleistungen zwischen Trainierten und Untrainierten, was vor allem auf die „zu geringe, anspruchslose Betätigung des [Organismus](https://schwimmlexikon.de/organismus/)“, hier besonders das geringer werdende Kraftvermögen zurückgeführt wird (Strass & Wilke, 2006).

 

 

 

 

 

## Quellen

- Bauersfeld & Voß (1992). Neue Wege im Schnelligkeitstraining. Münster: Philippka
- Strass & Wilke (2006)

## Verwandte Begriffe

- [Koordination](https://schwimmlexikon.de/koordination/)
- [Kondition](https://schwimmlexikon.de/kondition/)
- [Fähigkeit](https://schwimmlexikon.de/faehigkeit/)
- [Bewegungshandlung](https://schwimmlexikon.de/bewegungshandlung/)
- [Sportwissenschaft](https://schwimmlexikon.de/sportwissenschaft/)
- [Leistungsfähigkeit, sportliche](https://schwimmlexikon.de/leistungsfaehigkeit-sportliche/)
- [System, neuromuskuläres](https://schwimmlexikon.de/system-neuromuskulaeres/)
- [Grundschnelligkeit](https://schwimmlexikon.de/grundschnelligkeit/)
- [Absprung](https://schwimmlexikon.de/absprung/)
- [Aufbautraining (ABT)](https://schwimmlexikon.de/aufbautraining-abt/)
- [Ausdauertraining (Kinder)](https://schwimmlexikon.de/ausdauertraining-kinder/)
- [Belastungsmonitoring](https://schwimmlexikon.de/belastungsmonitoring/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2017). Schnelligkeit. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/9270-2/ (abgerufen am 8. November 2026).
