Anschaulichkeit

16. März 2017 A 0

Anschaulichkeit (plasticity), didaktisches Prinzip, das vor allem als „sinnliche Wahrnehmbarkeit der Unterrichtsgegenstände oder – aufgaben verstanden“ wird (Hintz et al. 2001). Das trainingsmethodische Prinzip der Anschaulichkeit ist besonders bedeutsam in der sporttechnischen Ausbildung: Bilder, Filme als Anschauungsmittel. Unter Anschaulichkeit ist aber auch die überzeugende Darstellung von Dingen und Prozessen zu verstehen, wie z.B. die Anwendung von Grafiken, Statistiken usw. im Rahmen von Trainingsanalysen. Dabei kommt dem Bild im übergeordneten Sinn eine besondere Bedeutung zu, denn Anschauung ist eigentlich die Wahrnehmung mit dem Gesichtssinn (→Visualisierung, Lernen, motorisches)

Exkurs: Kinder sind Meister im Nachahmen. Da der Trainer gezwungen ist, verschiedene Elemente der Schwimmtechnik an Land zu erklären, muss er ein „Meister im Vormachen“ sein. Oft erlebte ich in der Trainerausbildung, dass z.B. eine falsche Armbewegung des Trainers so auch von den Kindern übernommen wurde. Seid euch nicht zu schön, die Übungen erst einmal selbst vor dem Spiegel zu kontrollieren, bevor ihr auf die Kinder losgelassen werdet. Das betrifft auch das Aussuchen von Vorbildern aus den Reihen der Kinder. Der Schnellste ist dabei nicht auch der beste „Techniker“.

„Denn das Vorhandene, das Anschauliche, wirkt, als leicht übersehbar, stets mit seiner ganzen Gewalt auf einmal: hingegen Gedanken und Gründe verlangen Zeit und Ruhe, um stückweise durchdacht zu werden; daher man sie nicht jeden Augenblick ganz gegenwärtig haben kann“ (Schopenhauer. Aphorismen, Jazzybee-Verlag, S.102)


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