# Afferenz

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/afferenz/
- Englisch: afference
- Schlagwörter: Physiologie
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2017-03-15
- Sprache: de

Afferenz (afference), lat. affere „Hintragen“; Informationsaufnahme durch die Sinnesorgane, konkret die Übertragung von Nervenerregungen durch [Rezeptoren](https://schwimmlexikon.de/rezeptor/) an das [Zentralnervensystem](https://schwimmlexikon.de/zentralnervensystem/). Afferenz ist in Einheit mit [Efferenz](https://schwimmlexikon.de/efferenz/) die Grundlage der [Bewegungssteuerung](https://schwimmlexikon.de/bewegungssteuerung/) und -regelung umnd steht synonym für die gesamte [Sensorik](https://schwimmlexikon.de/sensorik/) (Loosch 1999). Dabei wird der Organismus als selbstregulierendes System betrachtet, in dem die Bewegungstätigkeit die wesentlichste Form der Wechseltätigkeit mit der [Umwelt](https://schwimmlexikon.de/umwelt/) ist. Somit können sportliche [Bewegungshandlungen](https://schwimmlexikon.de/bewegungshandlung/) als kybernetische Modelle dargestellt werden. In einem Vergleich mit einem Computer wären die [Sensoren](https://schwimmlexikon.de/sensorik/) die Sinnesorgane, die Eingänge die Afferenzen und die Ausgänge die Efferenzen. In diesem einfachen Vergleich fehlen natürlich das [Bewusstsein](https://schwimmlexikon.de/bewusstsein/) und weitere Merkmale der [Persönlichkeit](https://schwimmlexikon.de/persoenlichkeit/), die sich so einfach nicht erschließen, den Prozess aber maßgeblich beeinflussen: →[Afferenzsynthese](https://schwimmlexikon.de/afferenzsynthese/)

Bei jeder Handlung werden aus der Umwelt vielfältige Informationen über die verschiedenen Rezeptoren vom Organismus aufgenommen (Situationsafferenz). Nur bestimmte dieser Informationen (wenn sie z.B. mit der Motivation übereinstimmen) lösen eine Handlung aus (Triggerafferenz). Während die vorherrschende Motivation das WAS (Art des Verhaltens) festlegt, bestimmt die Triggerafferenz das WANN (wann das Verhalten auftritt) und durch die Situationsafferenz das WIE (nach  Sommer, 1994, S. 550). Dabei sind die Anforderungen der [Sportarten](https://schwimmlexikon.de/sportart/) unterschiedlich, sowohl von der vorangehenden Situationsanalyse bis zur aktuellen Situationsinformation (z.B. zwischen Schwimmen und Wasserball) . Trotz zunehmender [Automatisierung](https://schwimmlexikon.de/automatisierung/) der sportlichen Bewegungsabläufe erfordern deren Regelung eine ständige Präzisierung und Korrektur (Bewegungsempfinden durch stete Rückmeldung, → [Reafferenz](https://schwimmlexikon.de/reafferenz/)). (Meinel & Schnabel ,2007, 41-53 stützen sich dabei auf die Arbeiten von Anochin).

Beispiel Schwimmen: Die vorausgehende Situationsanalyse betrifft Beschaffenheit des Startblocks, der Schwimmbahn, des Wassers (Wahrnehmungen aus dem Einschwimmen, Handlungsvorbereitung) usw., während mittels Anlassafferenzen vor allem auf den Rennverlauf (Anschwimmen der Wende, Länge der Unterwasserphase, Handlungen der Gegner) reagiert wird.

## Quellen

- Loosch, E. (1999). Allgemeine Bewegungslehre. Limpert.
- Sommer, K. (Hrsg.) (1994). Der Mensch. Augsburg: Weltbild und Volk und Wissen

## Verwandte Begriffe

- [Rezeptor](https://schwimmlexikon.de/rezeptor/)
- [Zentralnervensystem](https://schwimmlexikon.de/zentralnervensystem/)
- [Efferenz](https://schwimmlexikon.de/efferenz/)
- [Bewegungssteuerung](https://schwimmlexikon.de/bewegungssteuerung/)
- [Sensorik](https://schwimmlexikon.de/sensorik/)
- [Umwelt](https://schwimmlexikon.de/umwelt/)
- [Bewegungshandlung](https://schwimmlexikon.de/bewegungshandlung/)
- [Bewusstsein](https://schwimmlexikon.de/bewusstsein/)
- [afferent](https://schwimmlexikon.de/afferent/)
- [Bewegungsprogramm](https://schwimmlexikon.de/bewegungsprogramm/)
- [Exterozeption](https://schwimmlexikon.de/exterozeption/)
- [Situationsdruck](https://schwimmlexikon.de/situationsdruck/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2017). Afferenz. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/afferenz/ (abgerufen am 17. Oktober 2026).
