# Akupunktur

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/akupunktur/
- Englisch: acupuncture
- Schlagwörter: Sportmedizin, Verletzung
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2022-11-24
- Sprache: de

Akupunktur (acupuncture), lat. acus „Nadel“, punctio „Stechen“; aus der traditionellen chinesischen Medizin übernommenes Heilverfahren, dessen schmerzhemmende und regulierende Wirkung auf gestörte Funktionen inzwischen auch in der westlichen Medizin weitgehend akzeptiert ist. Die Akupunktur stützt sich auf das Meridiansystem, das als Netzwerk reflektorischer Punkte auf der Körperoberfläche und deren Wechselwirkung mit inneren Organen verstanden wird, auch als [Funktionskreise](https://schwimmlexikon.de/funktionskreis/) bekannt. Dabei steht nicht die bei einem Organ liegende Ursache im Vordergrund, sondern die Herstellung des Gleichgewichts des Funktionskreises. "Akupunktur ist nichts anderes als die Beeinflussung der Lebensenergie" (Muijs & Giesen 1974, 219).

Obwohl von der Schulmedizin immer wieder als "Kurpfuscherei" abgetan, wird der ganzheitlich orientierte Therapieansatz der Akupunktur von vielen [Sportmedizinern](https://schwimmlexikon.de/sportmediziner/) als Bereicherung gesehen, da er gängige Verfahren ergänzt. So lösen mechanische [Belastung](https://schwimmlexikon.de/belastung/) oder [Überlastung](https://schwimmlexikon.de/ueberlastung/) im Sport oft nur Beschwerden im Bereich einer Struktur aus, die bereits zuvor in ihrer Funktion gestört war. Das Verinnerlichen solcher Zusammenhänge ermöglicht dem Sportler, durch eine entsprechende Lebensweise seine Funktionskreise in Ordnung zu halten (Zapf, 1999). Deshalb nutzen zunehmend Leistungssportler den leistungssteigernden und schmerzlindernden Effekt der Akupunktur. So konnte z.B. eine schnelle Entspannung im Schulterbereich (→[Schwimmerschulter](https://schwimmlexikon.de/schwimmerschulter/)) bei Schwimmern und Seglern (Halten der Großschote) nachgewiesen werden. Der mehrfache Deutsche Meister im Schwimmen Thomas Rupprath verband die Effekte der Entspannung durch die Akupunkturbehandlung mit den leistungssteigernden Effekten (s. Abb.). Ähnliche Erfahrungen gibt es in anderen [Sportarten](https://schwimmlexikon.de/sportart/)(Benner & Benner, 2010, Ahmedov 2010), so zur Aktivierung von [Stoffwechselfunktionen](https://schwimmlexikon.de/stoffwechsel/) und damit einer beschleunigten Regeneration (Niederer et al. 2011) bis zur Normalisierung der [Immunkompetenz](https://schwimmlexikon.de/immunsystem/) nach [Wettkämpfen](https://schwimmlexikon.de/wettkampf/) (Akimoto et al. 2003, Ma & Wu 2008). Ferner könne duch Akupunktur der Energiefluss optimiert werden. So würden nicht genutzte [Energien](https://schwimmlexikon.de/energieumsatz/) freigesetzt, was zur [doping](https://schwimmlexikon.de/4234-2/) freien Leistungssteigerung führe, bis zum Nadeln bestimmter Punkte zum Abbau von Lampenfieber (Luka, 2008, S.60).

Exkurs: Eine Megaanalyse dämpft hingegen den Reigen der Wohltaten. So wird die Wirksamkeit der Akupunktur bei muskuloskeletalen (Muskulatur und Skelett betreffenden) Erkrankungen der Extremitäten nicht eindeutig belegt. Traditionelle Nadel-Akupunktur kann für Karpaltunnelsyndrom (CTS) und [Achillessehnen](https://schwimmlexikon.de/achillessehne/)-Tendopathie (Sehnenerkrankung), aber nicht für unspezifische Schmerzen der oberen Extremität und Schmerzen der [Knie](https://schwimmlexikon.de/kniegelenk/) scheibe vorteilhaft sein. Elektroakupunktur kann bei Schulterverletzungen wirksam sein und kann eine ähnliche Wirksamkeit wie bei Handgelenksschienung bei CTS zeigen. Die Wirksamkeit der Trockennadelung bei Fersenschmerz (Plantarfasziitis) ist nicht eindeutig (Cox et al. 2016). Es bleiben die typischen Probleme der alternativen Medizin, indem gute Ansätze oft von unqualifizierten Nadelstechern zunichte gemacht werden, zudem ist der psychische Faktor nicht zu unterschätzen. Gemessen an der steigenden Trainings- und Wettkampfbelastung und damit dem zunehmenden Missverhältnis zwischen Belastung und [Belastbarkeit](https://schwimmlexikon.de/belastbarkeit/) im [Leistungssport](https://schwimmlexikon.de/leistungssport/) sollte sich die [Sportmedizi](https://schwimmlexikon.de/sportmedizin/) n für neue Wege öffnen, zumal wenn diese mit wenig Nebenwirkungen verbunden sind.

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## Quellen

- Luka, Ch. (2008). Sport und Akupunktur. Medicalsports network. 2 (08), 58-60
- Niederer, Gonzalez-Rivera, Vogt, Thiel, Hübscher, Rosenhagenn & Banzer (2011). Akupunktur, Regeneration und kardiale Regulation nach Ausbelastung rzfrequenzvariabilität: Gesundheitsförderung - Trainingssteuerung - Biofeedback. Internationales Symposium am 29. und 30. Oktober 2011.

## Verwandte Begriffe

- [Funktionskreis](https://schwimmlexikon.de/funktionskreis/)
- [Sportmediziner](https://schwimmlexikon.de/sportmediziner/)
- [Belastung](https://schwimmlexikon.de/belastung/)
- [Überlastung](https://schwimmlexikon.de/ueberlastung/)
- ["Schwimmerschulter"](https://schwimmlexikon.de/schwimmerschulter/)
- [Sportart](https://schwimmlexikon.de/sportart/)
- [Stoffwechsel](https://schwimmlexikon.de/stoffwechsel/)
- [Immunsystem](https://schwimmlexikon.de/immunsystem/)
- [Kapuzenmuskel](https://schwimmlexikon.de/kapuzenmuskel/)
- [Kinesiologie](https://schwimmlexikon.de/kinesiologie/)
- [Kreuzschmerzen](https://schwimmlexikon.de/kreuzschmerzen/)
- [Rückenschule](https://schwimmlexikon.de/rueckenschule/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2022). Akupunktur. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/akupunktur/ (abgerufen am 20. Oktober 2026).
