# Asymmetrie, funktionelle

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/asymmetrie-funktionelle/
- Englisch: asymmetry, functional
- Schlagwörter: Erkrankung, Motorik, Physiologie
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2017-03-16
- Sprache: de

Asymmetrie, funktionelle (asymmetry, functional), griech. symmetría „Ebenmaß“, a-symmetria „kein Ebenmaß“;  unterschiedliche Funktionalität der beiden [Gehirn](https://schwimmlexikon.de/gehirn/) hälften trotz anscheinend gleicher anatomischer Struktur (Lateralisation des Gehirns). In der linken Hälfte des Gehirns entwickeln sich die sprachlichen, arithmetischen und begrifflichen Funktionen, in der rechten das räumliche Vorstellungsvermögen und das Musikverständnis. Die unterschiedlichen Funktionen der beiden Hälften sind in den →[phylogenetisch](https://schwimmlexikon.de/phylogenese/) am spätesten ausgebildeten Regionen der [Hirnrinde](https://schwimmlexikon.de/hirnrinde/) konzentriert und bilden sich [ontogenetisch](https://schwimmlexikon.de/ontogenese/) erst im Kindesalter aus. Deshalb gibt es auch die seitenumgekehrte Asymmetrie und bei Hirnschäden im [Kindesalter](https://schwimmlexikon.de/kindesalter-mittleres/) kann die andere Hirnhälfte die Funktionen der geschädigten Seite übernehmen. Auch die im [frühen Kindesalter](https://schwimmlexikon.de/kindesalter-fruehes/) noch offene und spätere Festlegung ausgeprägter [Fähigkeiten](https://schwimmlexikon.de/faehigkeit/) und Neigungen verweist auf diese Tatsachen. Durch die funktionale Asymmetrie konnte die Potenz der Hirnrinde des Menschen gegenüber dem Schimpansen auf das 5,4-fache gesteigert werden bei einem Anwachsen des Volumens auf das nur 3,2-fache. Inwiefern das [Selbstbewusstsein](https://schwimmlexikon.de/selbstbewusstsein/) auf beide Gehirnhälften verteilt ist, konnte noch nicht eindeutig geklärt werden. →[Seitigkeit](https://schwimmlexikon.de/seitigkeit/) (Lateralität)

Es gibt zahlreiche Belege für die Rolle verschiedener Asymmetrien bei sportlichen Aktivitäten und ihre besondere Dynamik im [Training](https://schwimmlexikon.de/training/). Eine Reihe von Schlüsselthemen der motorischen und sensorischen Asymmetrien bleiben jedoch bisher unklar. Es wurden in den verschiedenen [Sportarten](https://schwimmlexikon.de/sportart/) unterschiedliche Profile der sensomotorischen Asymmetrie entdeckt, aber es ist noch nicht erwiesen, inwieweit verschiedene Besonderheiten das Ergebnis eines zielgerichteten Prozesses und eine Folge der Auswahl geeigneter Indikatoren sind. Einige Merkmale der funktionellen Asymmetrie können ziemlich stabil sein. Sie werden von einem spezifischen [Genotyp](https://schwimmlexikon.de/genotyp/) gesteuert, sind vom Trainingsprozess unbeeinflusst und können sogar ein Hindernis für das Erreichen hoher Sportergebnisse werden (Sychev et al. 2017).

## Quellen

- Sychev, Davydova & Kashkarov (2017). Functional asymmetry in sport. Theory and Practice of Physical Culture. Heft 11, 69-71

## Verwandte Begriffe

- [Gehirn](https://schwimmlexikon.de/gehirn/)
- [Phylogenese](https://schwimmlexikon.de/phylogenese/)
- [Hirnrinde](https://schwimmlexikon.de/hirnrinde/)
- [Ontogenese](https://schwimmlexikon.de/ontogenese/)
- [Kindesalter, mittleres](https://schwimmlexikon.de/kindesalter-mittleres/)
- [Kindesalter frühes](https://schwimmlexikon.de/kindesalter-fruehes/)
- [Fähigkeit](https://schwimmlexikon.de/faehigkeit/)
- [Selbstbewusstsein](https://schwimmlexikon.de/selbstbewusstsein/)
- [Prinzip der funktionalen Asymmetrie](https://schwimmlexikon.de/prinzip-der-funktionalen-asymmetrie/)
- [Seitigkeit](https://schwimmlexikon.de/seitigkeit/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2017). Asymmetrie, funktionelle. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/asymmetrie-funktionelle/ (abgerufen am 23. Oktober 2026).
