# Atmung

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/atmung/
- Schlagwörter: Anatomie, Physiologie
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2017-03-16
- Sprache: de

Atmung (breathing; respiration), Aufnahme der Luft in die [Alveolen](https://schwimmlexikon.de/1951-2/) der [Lunge](https://schwimmlexikon.de/lunge/) zum [Gasaustausch](https://schwimmlexikon.de/gasaustausch/).

Das [Atemsystem](https://schwimmlexikon.de/atemsystem/) sichert den in den Ausdauersportarten hohen Bedarf an [Sauerstof](https://schwimmlexikon.de/sauerstoff/) f, im Schwimmen bereits bei allen Disziplinen ab 100m (45 Sek.). Dabei ergeben sich durch das Medium Wasser besondere Anforderungen an die Atmung:

 	die Kopplung an den [Bewegungsrhythmus](https://schwimmlexikon.de/bewegungsrhythmus/),
 	die eingeschränkte [Atemfrequenz i](https://schwimmlexikon.de/atemfrequenz/) m Interesse einer widerstandsärmeren [Wasserlage](https://schwimmlexikon.de/wasserlage/) (Holmer & Gullstrand, 1980) und die damit verbundene Forderung von [Zweierzug](https://schwimmlexikon.de/zweierzug/) (Delfin), [Dreierzug](https://schwimmlexikon.de/dreieratmung/) (Kraul) oder vollkommenem Verzicht (50m Freistil/Delfin),
 	die radikale Unterbrechung des [Atemrhythmus](https://schwimmlexikon.de/atemrhythmus/) durch [Start](https://schwimmlexikon.de/start/) und [Wende](https://schwimmlexikon.de/wende/),
 	die Begünstigung des statischen [Auftriebs](https://schwimmlexikon.de/auftrieb-statischer/) und die aktive [Ausatmung](https://schwimmlexikon.de/ausatmung/), die im Normalfall passiv verläuft. →[Vitalkapazität](https://schwimmlexikon.de/vitalkapazitaet/)

Da im Schwimmen die Atmung so wichtig ist, zählt sie bereits zu den [Grundfertigkeiten](https://schwimmlexikon.de/grundfertigkeiten/) in der Anfängerausbildung. Das zeitliche Verhältnis von Ein- zu Ausatmung sollte mindestens 1 zu 2 sein. Durch Schwimmen mit „gedrosselter Atmung“ (→[Hypoxietraining](https://schwimmlexikon.de/hypoxietraining/)) wird die Atemökonomie verbessert, weshalb Counsilman (1980) etwa ein Drittel des Trainings mit Hypoxie - Atmung durchführen ließ. Beim [Krafttraining](https://schwimmlexikon.de/krafttraining-an-geraeten/) ist auf eine regelmäßige Atmung zu achten und besonders die [Pressatmung](https://schwimmlexikon.de/pressatmung/) zu vermeiden. Am [Seilzugergometer](https://schwimmlexikon.de/seilzugergometer/) konnte der Einfluss der [Bewegungsfrequenz](https://schwimmlexikon.de/bewegungsfrequenz/) auf die Parameter des [Gasstoffwechsels](https://schwimmlexikon.de/gasstoffwechsel/) nachgewiesen werden. Das wurde mit der Forderung verbunden, die Kopplungsmechanismen von Atmung und Bewegung in der [Leistungsdiagnostik](https://schwimmlexikon.de/leistungsdiagnostik/) der Schwimmer stärker zu beachten (Witt et al. 2001). Zudem lassen sich durch ein gezieltes Training der Atemmuskulatur bislang ungenutzte Leistungsreserven erschließen (Witt 2014, Matthaei 2018).                                                                                                                                                                                                                                                                                         Die Diagnose einer Überempfindlichkeit der [Atemwege](https://schwimmlexikon.de/atemweg/) (AHR) ergab, dass Eliteschwimmer, trotz vieler Risikofaktoren unter Wettkampfbedingungen durch die Atmungsfunktion nicht eingeschränkt sind (Kennedy et al. 2017). Ein Vergleich mit einer Normalpopulation in Australien zeigte keine höhere Störanfälligkeit der oberen Atemwege bei Leistungsschwimmern (Fricker et al. 2000).

## Quellen

- Counsilman, J.F. (1980). Handbuch des Sportschwimmens. Bockenem: Fahnemann
- Fricker, Gleeson, Flanagan, Pyne, McDonald, & Clancy (2000). A clinical snapshot: Do elite swimmers experience more upper respiratory illness than nonathletes? Clinical Exercise Physiology (2)3, 155-158
- Holmer & Gullstrand (1980). Physiological response to swimming with controlled frequency of breathing. Scandinavian Journal of Sports Sciences 2,1
- Witt, M. (2001). Ergometrie der oberen Extremitäten. DSTV-Reihe, 19/159-167

## Verwandte Begriffe

- [Lunge](https://schwimmlexikon.de/lunge/)
- [Gasaustausch](https://schwimmlexikon.de/gasaustausch/)
- [Atemsystem](https://schwimmlexikon.de/atemsystem/)
- [Sauerstoff](https://schwimmlexikon.de/sauerstoff/)
- [Bewegungsrhythmus](https://schwimmlexikon.de/bewegungsrhythmus/)
- [Atemfrequenz](https://schwimmlexikon.de/atemfrequenz/)
- [Wasserlage](https://schwimmlexikon.de/wasserlage/)
- [Zweierzug](https://schwimmlexikon.de/zweierzug/)
- [Abdominalatmung](https://schwimmlexikon.de/abdominalatmung/)
- [Alveole](https://schwimmlexikon.de/alveole/)
- [Angst](https://schwimmlexikon.de/angst/)
- [Assoziation](https://schwimmlexikon.de/assoziation/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2017). Atmung. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/atmung/ (abgerufen am 15. Oktober 2026).
