# Ausdauer, aerobe

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/ausdauer-aerobe/
- Englisch: endurance, aerobic
- Schlagwörter: Ausdauertraining, Belastungszonen, Trainingsbereiche
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2017-08-25
- Sprache: de

Ausdauer, aerobe (endurance, aerobic) auch Dauerleistungsvermögen, im DSV hat sich dafür [aerobe Grundlagenausdauer](http://Grundlagenausdauer, aerobe) (GAI) durchgesetzt. = Ausdauer auf aerober Stoffwechselbasis, d.h. oxidativer Verbrennung von [Glykogen](https://schwimmlexikon.de/glykogen/) und [Fettsäuren](https://schwimmlexikon.de/fettstoffwechsel/) unter Sauerstoffbeteiligung zu Wasser und Kohlendioxid, die über Schweiß, Urin und [Atmung](https://schwimmlexikon.de/atmung/) ausgeschieden werden. Bei aerobem [Ausdauertraining](https://schwimmlexikon.de/ausdauertraining/) besteht zwischen [Sauerstoffaufnahme](https://schwimmlexikon.de/sauerstoffaufnahme-vo2/) und Sauerstoffverbrauch ein Gleichgewicht (→[steady state](https://schwimmlexikon.de/steady-state/)). Mit zunehmender [Schwimmgeschwindigkeit](https://schwimmlexikon.de/schwimmgeschwindigkeit/) nimmt der Fettanteil ab und wird bei mehr als 50% der [VO2max](https://schwimmlexikon.de/sauerstoffaufnahme-maximale-vo2max/) und damit etwa bei 4 mmol/l [Laktat](https://schwimmlexikon.de/laktatbildung/) blockiert. Deshalb werden als Grenzwerte der aeroben Ausdauer Laktatwerte von 2-3 (maximal 4) mmol/l und [Pulswerte](https://schwimmlexikon.de/trainingspuls/) um 120-150 Schläge/Minute (sehr individuell!) empfohlen.

Exkurs: Die in der Literatur empfohlene Begrenzung, wonach die aerobe Ausdauer bis Laktat bis 2,0 mmol/l und aerob-anaerobe Ausdauerbelastungen von Laktat 2-4 mmol/l definiert sind und danach die anaeroben Ausdauerbelastungen beginnen, ist in der Trainingspraxis im Schwimmen wenig zutreffend.  Die schematische Zuordnung nach Laktatwerten führt zu Missverständnissen (→[aerob](http://erob)), „da auch unter vollständig aeroben Stoffwechselbedingungen Laktat produziert wird und andererseits bei einem Laktat über 6 mmol/l der anaerobe Anteil zur Energiegewinnung geringer ist als der aerobe Anteil“ (Hottenrott & Neumann, 2014, S. 293). (s. Tab.) →[Ausdauer, aerob-anaerobe](https://schwimmlexikon.de/ausdauer-aerob-anaerobe/)

„Reines“ [Fettstoffwechseltraining](https://schwimmlexikon.de/fettstoffwechseltraining/) setzt sehr lange [Belastungen](https://schwimmlexikon.de/belastungsumfang/) (45 – 150 Minuten) mit [Dauer](https://schwimmlexikon.de/dauetraining/)- oder extensiven [Intervallmethoden](https://schwimmlexikon.de/intervallmethode/) bei relativ niedrigen [Schwimmgeschwindigkeiten](https://schwimmlexikon.de/schwimmgeschwindigkeit/) voraus und zählt damit für die meisten Schwimmer als relativ unspezifische [Leistungsvoraussetzung](https://schwimmlexikon.de/leistungsvoraussetzung/). Da die Mehrheit der Schwimmer auf 50-200m-Strecken „zuhause“ ist, wird die extensive aerobe Ausdauer mehr dem [Regenerationsbereich](https://schwimmlexikon.de/kompensationsbereich-ko/) vorbehalten bleiben, da sie in ihrer motorischen Struktur sehr wettkampffremd ist („versaut die Technik“). Der Schwerpunkt liegt für diese Schwimmer innerhalb des aeroben [Ausdauertraining](https://schwimmlexikon.de/ausdauertraining/) s auf der [Belastungszone](https://schwimmlexikon.de/belastungszone/) 3. Hochleistungsschwimmer absolvieren 70-80% ihres Trainings im aeroben Bereich. Maßgebliche Belastungsgrößen zur Entwicklung der aeroben Ausdauer sind [Belastungsdauer](https://schwimmlexikon.de/belastungsdauer/) und [Belastungsumfan](https://schwimmlexikon.de/belastungsumfang/) g, also Trainingseinheiten von 6-10 km und [Mesozyklen](https://schwimmlexikon.de/mesozyklus-mez/) von 4-6 Wochen. Allgemeine aerobe Ausdauer wird auch besonders zu Beginn der [Makrozyklen](http://Makrozyklus) an Land entwickelt. Hierzu eignen sich auch im Sinne der Abwechslung [Klimalager, ](https://schwimmlexikon.de/klimalager/) [Winterlager](http://Winterlager) mit Skilauf, im Herbst [Wasserfahrsport](https://schwimmlexikon.de/wasserfahrsport/)(Rudern, Kanu) und an Wochenenden Radsport sowie [Laufen.](https://schwimmlexikon.de/lauf/)

## Quellen

- Hottenrott & Gronwald (2014). Bedeutung der Herzfrequenzvariabilität für die Regenerationssteuerung. Leistungssport 5/2014, 9-13

## Verwandte Begriffe

- [Glykogen](https://schwimmlexikon.de/glykogen/)
- [Fettstoffwechsel](https://schwimmlexikon.de/fettstoffwechsel/)
- [Atmung](https://schwimmlexikon.de/atmung/)
- [Ausdauertraining](https://schwimmlexikon.de/ausdauertraining/)
- [Sauerstoffaufnahme (VO2)](https://schwimmlexikon.de/sauerstoffaufnahme-vo2/)
- [Steady-state](https://schwimmlexikon.de/steady-state/)
- [Schwimmgeschwindigkeit](https://schwimmlexikon.de/schwimmgeschwindigkeit/)
- [Sauerstoffaufnahme, maximale (VO2max)](https://schwimmlexikon.de/sauerstoffaufnahme-maximale-vo2max/)
- [aerob](https://schwimmlexikon.de/aerob/)
- [Anpassungsstufen](https://schwimmlexikon.de/anpassungsstufen/)
- [Belastbarkeit](https://schwimmlexikon.de/belastbarkeit/)
- [Belastungsdichte](https://schwimmlexikon.de/belastungsdichte/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2017). Ausdauer, aerobe. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/ausdauer-aerobe/ (abgerufen am 7. November 2026).
