# Ausdauer

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/ausdauer/
- Englisch: endurance
- Schlagwörter: Ausdauer, Belastungszonen, Physiologie, Trainingsbereiche
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2023-09-29
- Sprache: de

Ausdauer (endurance), „Widerstandsfähigkeit gegenüber [Ermüdung](https://schwimmlexikon.de/ermuedung/)“ (Harre, 1979), [konditionelle Fähigkeit](https://schwimmlexikon.de/konditionelle-faehigkeit/), die in der Trainings- und Wettkampfpraxis zumeist als Mischform (→[Schnelligkeitsausdauer](https://schwimmlexikon.de/schnelligkeitsausdauer-sa/), →[Kraftausdauer](https://schwimmlexikon.de/kraftausdauer/)) auftritt, wobei im [Sportschwimmen](https://schwimmlexikon.de/sportschwimmen/) wegen des beachtlichen [Wasserwiderstandes](https://schwimmlexikon.de/wasserwiderstand/) in der Mehrheit der Disziplinen die Kraftausdauer dominiert. Physiologisch gesehen ist Ausdauer die Fähigkeit der Muskelzelle, bei [Belastung](https://schwimmlexikon.de/belastung/) verbrauchtes [Adenosintriphosphat (ATP)](https://schwimmlexikon.de/adenosintriphosphat-atp/) zu resynthetisieren (Tomasits & Haber, 2003). Je nach physiologischer, biomechanischer oder trainingsmethodischer Betrachtungsweise gibt es vielfältige Aspekte der Ausdauerstrukturen:

![]() Tab.: Ausdauerverständnis verschiedener Autoren

Zur besseren Verständigung unter den Trainern und in Anpassung an die [Trainingsbereiche](https://schwimmlexikon.de/trainingsbereich/) anderer Verbände (→[Energiezonen](https://schwimmlexikon.de/energiezonen/)) wurden im [DSV](https://schwimmlexikon.de/deutscher-schwimmverband-dsv/) 2005 die bis dato üblichen Trainingsbereiche des [Ausdauertrainings](https://schwimmlexikon.de/ausdauertraining/) noch einmal in [Belastungszonen](https://schwimmlexikon.de/belastungszone/) (BZ) unterteilt (Rudolph et al. (2014). Wege zum Topschwimmer – Hochleistungstraining. Hofmann-Verlag Schorndorf).

[Kompensation](https://schwimmlexikon.de/kompensationsbereich-ko/), [Regeneration](https://schwimmlexikon.de/regeneration/)            = BZ 1

→[Grundlagenausdauer](https://schwimmlexikon.de/grundlagenausdauer-aerobe-gai/) I                    = BZ 2 (→aerob extensiv), BZ 3 (→aerob intensiv)

→[Grundlagenausdauer II](https://schwimmlexikon.de/grundlagenausdauer-aerob-anaerobe-gaii/)                  = BZ 4 (→[aerob-anaerober Übergang](https://schwimmlexikon.de/uebergangsbereich-aerob-anaerober/)),                                                                     BZ 5 (anaerob- aerob: →[VO2max](https://schwimmlexikon.de/sauerstoffaufnahme-maximale-vo2max/))

→[Wettkampfausdauer](https://schwimmlexikon.de/wettkampfausdauer/) I                    = BZ 6 (→[wettkampfspezifisch](https://schwimmlexikon.de/ausdauer-wettkampfspezifische/))

→Wettkampfausdauer II, ([SA](https://schwimmlexikon.de/schnelligkeitsausdauer-sa/))             = BZ 7 (Schnelligkeitsausdauer)

Die Bandbreite der Ausdauer im Schwimmen ist sehr weit gespannt und kann nicht nur auf die Grundlagenausdauer reduziert werden; auch Training der Schnelligkeitsausdauer ist Ausdauertraining!

Exkurs: Die Trainingsbereiche und Belastungszonen fußen weltweit auf Ergebnissen der medizinischen Leistungsdiagnostik, hier insbesondere der von Mader et al. (1976) definierten [aerob-anaeroben Schwelle](https://schwimmlexikon.de/schwelle/) als Übergang von der rein aeroben zur partiell anaeroben, [laktazid](https://schwimmlexikon.de/laktazid/) gedeckten muskulären [Energiestoffwechsell](https://schwimmlexikon.de/energiestoffwechsel/) eistung. Obwohl Mader bereits in der „Geburtsstunde“ der aerob-anaeroben Schwelle darauf verwies, dass diese nicht abrupt, sondern gleitend überschritten wird, suggerierte die Schwelle dem Laien quasi den Übergang in eine neue Situation. So gruppierten sich auch die aeroben und anaeroben Pole der Bereiche des Ausdauertrainings um diese Schwelle, dem [Übergangsbereich](https://schwimmlexikon.de/uebergangsbereich-aerob-anaerober/), der threshold endurance der Amerikaner oder der anaerobic threshold der Australier. Es sei aber daran erinnert, dass selbst unter vollständig aeroben Stoffwechselbedingungen [Laktat](https://schwimmlexikon.de/laktat/) produziert und noch bei einem Laktat von 20 mmol/l der aerobe Stoffwechsel beansprucht wird (Hottenrott & Neumann, 2010, S. 298). Trotz einiger Differenzen in den Trainingsbereichen zwischen den USA, Australien und Deutschland (s. unter →[Belastungszonen](https://schwimmlexikon.de/belastungszone/)), folgen alle einer einheitlichen Klassifikation:

##### aerobe Ausdauer → aerob-anaerobe Ausdauer →anaerob-aerobe Ausdauer →anaerobe Ausdauer

Auf die einzelnen Trainingsbereiche und Belastungszonen wird unter dem jeweiligen Stichwort eingegangen.

Ausdauer ist nicht nur eine grundlegende [motorische Fähigkeit](https://schwimmlexikon.de/faehigkeit-motorische/) für viele Ausdauersportarten, sondern mit der damit verbundenen verbesserten [Regenerationsfähigkeit](https://schwimmlexikon.de/regeneration/) auch für den [Sprint](https://schwimmlexikon.de/sprint/). Zudem spielt sie eine außerordentliche Rolle im [Freizeit](https://schwimmlexikon.de/freizeitsport/)- und [Gesundheitssport](https://schwimmlexikon.de/gesundheitssport/) und kann in verschiedenster Form (Laufen, Schwimmen, Radfahren, Skilaufen usw.) bis ins hohe Alter (→[Masters](https://schwimmlexikon.de/masters/)) betrieben werden. Der positive Einfluss auf die verschiedensten Organe ist in zahlreichen Untersuchungen nachgewiesen worden (s. Abb.). Inzwischen ist auch wissenschaftlich erwiesen, dass die [Intelligenz](https://schwimmlexikon.de/intelligenz/) des Menschen durch eine regelmäßige Bewegung gefördert wird. So kann [Übergewicht](https://schwimmlexikon.de/uebergewicht/) abgebaut und in dessen Folge dem Gehirn mehr [Sauerstoff](https://schwimmlexikon.de/sauerstoff/) zugeführt werden, womit die Gefahr gemindert wird, an Gehirnschwund, Schüttellähmung, Demenz und [Depressionen](https://schwimmlexikon.de/burnout/) zu erkranken ([http://www.experto.de/lebensberatung/bewegung-steigert-die-intelligenz.html](http://www.experto.de/lebensberatung/bewegung-steigert-die-intelligenz.html) - Zugriff 29.09.23). Also lauft, lauft, lauft….

![]() Anpassungen an Ausdauertraining (Vogt & Neumann, 2006, S.38) vom Ärzte-Verlag genehmigt (15.05.2007)

 

"Ausdauer ist der Kampf, weiterzumachen gegen den zunehmenden Wunsch, aufzuhören" Alex Hutchinson (*1975), ehemaliger canadischer Langstreckenläufer, Physiker und Journalist

   „[Stehvermögen ist auch ein Besitz](http://www.aphorismen.de/zitat/11847)“ Almut Adler (*1951) Lyrikerin

## Quellen

- Mader, Liesen, Heck, Philipp, Rost, Schürch & Hollmann (1976). Zur Beurteilung der sportartspezifischen Leistungsfähigkeit im Labor. Sportarzt und Sportmedizin. 4 (24) S. 80 und 5 (26) S. 109
- Tomasits & Haber (2003). Leistungsphysiologie. Wien: Springer
- Vogt & Neumann (Hrsg.) (2006). Sport in der Prävention. Köln: Deutscher Ärzte Verlag

## Verwandte Begriffe

- [Ermüdung](https://schwimmlexikon.de/ermuedung/)
- [Konditionelle Fähigkeit](https://schwimmlexikon.de/konditionelle-faehigkeit/)
- [Schnelligkeitsausdauer (SA)](https://schwimmlexikon.de/schnelligkeitsausdauer-sa/)
- [Kraftausdauer](https://schwimmlexikon.de/kraftausdauer/)
- [Sportschwimmen](https://schwimmlexikon.de/sportschwimmen/)
- [Wasserwiderstand](https://schwimmlexikon.de/wasserwiderstand/)
- [Belastung](https://schwimmlexikon.de/belastung/)
- [Adenosintriphosphat (ATP)](https://schwimmlexikon.de/adenosintriphosphat-atp/)
- [Anpassungsstufen](https://schwimmlexikon.de/anpassungsstufen/)
- [Atemäquivalent (AÄ)](https://schwimmlexikon.de/atemaequivalent-aae/)
- [Ausdauer, lokale](https://schwimmlexikon.de/ausdauer-lokale/)
- [Ausdauer, anaerobe](https://schwimmlexikon.de/ausdauer-anaerobe-2/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2023). Ausdauer. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/ausdauer/ (abgerufen am 19. Oktober 2026).
