# Ausdauertraining (Kinder)

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/ausdauertraining-kinder/
- Schlagwörter: Ausdauer, Belastung, Kind
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2017-03-17
- Sprache: de

Ausdauertraining bei Kindern (endurance training of children), [Training](https://schwimmlexikon.de/training/) zur Ausbildung von Ausdauerfähigkeiten (→[Ausdauer](https://schwimmlexikon.de/ausdauer/)) bei Kindern, hier im [Grundlagentraining](https://schwimmlexikon.de/grundlagentraining/) und [Aufbautraining](https://schwimmlexikon.de/aufbautraining-abt/). Im Gegensatz zu früheren Bedenken besonders gegenüber zu langer[Belastungsdauer](https://schwimmlexikon.de/belastungsdauer/), werden die Probleme heute eher in zu hoher [Belastungsintensität](https://schwimmlexikon.de/belastungsintensitaet/) oder in der allgemeinen [Unterforderung](https://schwimmlexikon.de/unterforderung/) (→[Schulsport](https://schwimmlexikon.de/schulsport/)) gesehen. Ein Vergleich der motorischen Basisfähigkeiten deutscher Schüler über 25 Jahre zeigte besonders in den längeren Laufdisziplinen einen deutlichen Leistungsabfall (Bös, 2003). Unter diesem Aspekt fangen wir in den Vereinen von vorn an.

Kinder zeigen eine gleiche [Anpassungsfähigkeit](https://schwimmlexikon.de/anpassungsfaehigkeit/) im Ausdauertraining wie Erwachsene. Der [kindliche Organismus](https://schwimmlexikon.de/kindheit/) reagiert auf Ausdauerbelastungen mit Vergrößerung des [Herz](https://schwimmlexikon.de/herzvolumen/) ens und des [kapillaren Querschnitts](https://schwimmlexikon.de/kapillarisierung/), mit gerichteter Blutverteilung, mit einer Ökonomisierung des [Herz-Kreislauf-System](https://schwimmlexikon.de/herz-kreislaufsystem/) s und einer Vermehrung des [Blutvolumens](https://schwimmlexikon.de/blutvolumen/) (Pahlke & Israel, 1980). [Aerobe Ausdauer (GAI)](https://schwimmlexikon.de/grundlagenausdauer-aerobe-gai/) und selbst [anaerobe Ausdauer](https://schwimmlexikon.de/ausdauer-anaerobe-2/)(Hottenrott & Neumann, 2005) sind im Kindesalter gut trainierbar. Sie regenerieren sogar nach intensiven Belastungen schneller als Erwachsene (Falk & Dotan, 2006). Während Zindl noch 1997 (S.207) mit seiner Mahnung, anaerob-laktazide Belastungen seien nicht kindgemäß, traditionsbedingten Vorbehalten folgte, zeigen immer mehr Untersuchungen, dass hoch intensives Ausdauertraining ([High intensity training](https://schwimmlexikon.de/hochintensitaetstraining-hit/)) den kindlichen Organismus nicht überfordert. Die Mahner stützten sich auf die Trigger Hypothese (Katch, 1983), die von einer geringen Anpassung des [präpubertären](https://schwimmlexikon.de/praepubertaet/) Organismus an intensives Ausdauertraining ausging. Studien Kölner Sportwissenschaftler zeigten aber, dass HIT auch bei 10-14-Jährigen in unterschiedlichen Sportarten aerobe und anaerobe Ausdauer verbesserte (Sperlich et al., 2011; Sperlich et al., 2010). Es sind aber eine Reihe von Fragen noch ungeklärt, so die optimale Einordnung anaeroben Trainings in den [langfristigen Leistungsaufbau](https://schwimmlexikon.de/leistungsaufbau-langfristiger/), besonders unter dem Aspekt der [Nachhaltigkeit](https://schwimmlexikon.de/nachhaltigkeit/).

Insgesamt sind Kinder entsprechend ihres Herz-Kreislauf- und [Stoffwechsel](https://schwimmlexikon.de/stoffwechsel/)-Verhaltens hervorragend für aerobe Ausdauerbelastungen geeignet. Der erfolgreiche amerikanische Trainer Bob Bowman bezeichnet sie als „aerobe Schwämme“. Und tatsächlich spielt im [Age-Group-Program](https://schwimmlexikon.de/age-group-program/) der Amerikaner die aerobe Ausdauer neben der Entwicklung der Schwimmtechnik eine entscheidende Rolle. Deshalb haben sie für die Kinder die für das [Hochleistungstraining (HTL)](https://schwimmlexikon.de/hochleistungstraining-hlt/) verbindlichen fünf Energiezonen auf drei reduziert: Aerobic mit 70%, Mix mit 20% und Sprint mit 10% des Schwimmtrainings. Bis zur AK 14 ist der Fokus auf aerobe Ausdauer gerichtet. Damit wird die Grundlage für die herausragende [Wettkampfstabilität](https://schwimmlexikon.de/wettkampfstabilitaet/) amerikanischer Schwimmer bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen gelegt. Obwohl viele Untersuchungsbefunde nicht gegen eine anaerobe Belastung von Kindern sprechen, wird ein umfangreiches anaerobes Ausdauertraining nach der [Intervall](https://schwimmlexikon.de/intervallmethode/)- oder [Wiederholungsmethode](https://schwimmlexikon.de/wiederholungsmethode/) im Kindesalter vermieden und eine Kombination hoher aerober Umfänge und Training der [Schnelligkeitsfähigkeiten](https://schwimmlexikon.de/9270-2/) durch vielfältige Spiele und Kurzsprints bevorzugt. Hohe anaerobe Belastungen entsprechen ungeachtet der physiologisch nachgewiesenen Vorteile - nicht dem natürlichen Bewegungsverhalten von Kindern. Kinder variieren die [Belastungsintensität](https://schwimmlexikon.de/belastungsintensitaet/) fortwährend in spielerischer Weise und gehen dabei nur kurzzeitig anaerobe Bedingungen ein. Dieses natürliche Bewegungsverhalten sollte im Nachwuchstraining beachtet werden. Das Ausdauertraining sollte [vielseitig](https://schwimmlexikon.de/vielseitigkeit/) gestaltet und immer mit technischen Forderungen verbunden sein (z.B. „[Hand über Hand](https://schwimmlexikon.de/hand-ueber-hand-schwimmen/)“, „[Dreieratmung](https://schwimmlexikon.de/dreieratmung/)“ usw.). 

Exkurs: Obwohl sich in den letzten Jahrzehnten ein Ausdauertraining mit Kindern immer mehr durchgesetzt hat, gibt es dennoch widersprüchliche Auffassungen, vor allem zwischen [Sportwissenschaft](https://schwimmlexikon.de/sportwissenschaft/) (→[deliberate play](https://schwimmlexikon.de/deliberate-plya/)) und Trainingspraxis. Dabei muss nicht immer zuerst gefragt werden, was Kinder physisch verkraften, sondern was ihnen im Sinne eines [langfristigen Leistungsaufbaus](https://schwimmlexikon.de/leistungsaufbau-langfristiger/) nutzt. Problematisch ist auch das Argument, umfangreiches Ausdauertraining mit Kindern ist nicht sinnvoll, da Ausdauerleistungsfähigkeit nicht auf Dauer speicherbar sei (Hottenrott 2010). Bei dieser Diskussion sollten nicht nur sportmedizinische, sondern ebenso bewegungsstrukturelle und psychologische Aspekte beachtet werden. Ausdauertraining kann kindgerecht (abwechslungsreich) gestaltet werden. Damit verhindert man Monotonie und durch methodische Vielfalt die Ausbildujng von [Bewegungsstereotypen](https://schwimmlexikon.de/bewegungsstereotyp/). Aber diese Vorgehensweise sollte nicht mit geringerer Belastung gleichgesetzt werden.  Auch [Belastungsverträglichkeit](https://schwimmlexikon.de/belastungsvertraeglichkeit/) ist langfristig zu entwickeln und stellt sich nicht plötzlich mit dem Übergang in das [HLT](https://schwimmlexikon.de/hochleistungstraining-hlt/) ein..

## Quellen

- Falk & Dotan (2006). Child-adult differences in the recovery from high-intensity exercise. Exerc Sport Sci Rev. Jul;34(3):107-12.
- Hottenrott & Neumann (2005). Trainingsmythen. Sports care 3/3-7
- Katch, V.L. (1983). Physical conditioning of children. J Adolesc Health Care, 3(4), 241-246.
- Pahlke & Israel (1980). Sportmedizinisch-biowissenschaftliche Grundfragen der Ausdauer im Kindes- und Jugendalter. In Wikowski (Red.): Ausdauerleistungsfähigkeit im Schulsport. Berlin: Volk und Wissen 1980, 21-48

## Verwandte Begriffe

- [Training](https://schwimmlexikon.de/training/)
- [Ausdauer](https://schwimmlexikon.de/ausdauer/)
- [Grundlagentraining](https://schwimmlexikon.de/grundlagentraining/)
- [Aufbautraining (ABT)](https://schwimmlexikon.de/aufbautraining-abt/)
- [Belastungsdauer](https://schwimmlexikon.de/belastungsdauer/)
- [Belastungsintensität](https://schwimmlexikon.de/belastungsintensitaet/)
- [Unterforderung](https://schwimmlexikon.de/unterforderung/)
- [Schulsport](https://schwimmlexikon.de/schulsport/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2017). Ausdauertraining (Kinder). In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/ausdauertraining-kinder/ (abgerufen am 5. Oktober 2026).
