# Azidose

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/azidose/
- Englisch: acidosis
- Schlagwörter: Ausdauer, Physiologie
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2017-03-17
- Sprache: de

Azidose (acidosis), lat. acidum „Säure“; extreme Übersäuerung des [Blutes](https://schwimmlexikon.de/blut/)/Gewebes.

Die Azidose ist im Sport in der Regel stoffwechselbedingt ([metabolische](https://schwimmlexikon.de/metabolismus/) Azidose), vereinzelt auch atmungsbedingt ([respiratorische](https://schwimmlexikon.de/respiration/) Azidose/[ Hypoventilation](https://schwimmlexikon.de/hypoventilation/)). Azidose tritt zumeist nach intensivem [Training](https://schwimmlexikon.de/training/) unter [anaeroben](https://schwimmlexikon.de/anaerob/) Bedingungen (GAII, SA, WA) auf, indem der[pH-Wert](https://schwimmlexikon.de/ph-wert/) unter 7,3 sinkt. Bei pH-Werten gegen 6,4 wird die [Glykolyse](https://schwimmlexikon.de/glykolyse/) durch [Enzym](https://schwimmlexikon.de/enzyme/) hemmung abgebrochen, womit sich der Organismus gegen eine Zerstörung der intrazellulären Eiweißstrukturen durch die starke Übersäuerung schützt. Hier besteht auch die Gefahr des Azidose-Toleranztrainings (→ „[Stehvermögen](https://schwimmlexikon.de/stehvermoegentraining/)“). Die Azidose normalisiert sich in 30-60 min, wobei dieser Prozess durch lockeres Schwimmen unterstützt werden kann (→[Kompensation](https://schwimmlexikon.de/kompensation/)). Das ist besonders wichtig in [Wettkämpfen](https://schwimmlexikon.de/wettkampf/) bei kurzzeitig folgenden Starts. Andauernde Azidose führt zu Leistungsabfall, erhöht [Stressanfälligkeit](https://schwimmlexikon.de/stress/) und Nervosität. Der Sportler fühlt sich müde, zeigt [Konzentration](https://schwimmlexikon.de/konzentrationsfaehigkeit/) sschwächen und fehlende [Motivation](https://schwimmlexikon.de/motivation/). Die oft vertretene Auffassung, die zunehmende [Laktatproduktion](https://schwimmlexikon.de/laktat/) bedinge die Azidose, ist nicht haltbar, im Gegenteil sie ist eine Folge und nicht die Ursache der Azidose. Laktat bleibt aber ein brauchbarer indirekter Marker für den zur Azidose führenden [anaeroben Stoffwechsel](https://schwimmlexikon.de/energiestoffwechsel-anaerober/). „Der beste Ansatz zur Vorbeugung oder zur Verzögerung einer Azidose ist, die Abhängigkeit von der Glykolyse zu verringern, den Anteil des [ATP Umsatzes](https://schwimmlexikon.de/adenosintriphosphat-atp/) aus der mitochondrialen [Respiration](https://schwimmlexikon.de/respiration/) zu erhöhen und die Kapazitäten der Protonenpufferung und des Laktat-Protonen Transports aus der Zelle zu erhöhen. Die ersteren Strategien sind typisch für [Ausdauertraining](https://schwimmlexikon.de/ausdauertraining/), letztere Strategie steht für [Krafttraining](https://schwimmlexikon.de/maximalkrafttraining/).“ (Robergs & Amann, 2003).  Gegensatz: →[Alkalose](https://schwimmlexikon.de/alkalose/)

## Verwandte Begriffe

- [Blut](https://schwimmlexikon.de/blut/)
- [Metabolismus](https://schwimmlexikon.de/metabolismus/)
- [Respiration](https://schwimmlexikon.de/respiration/)
- [Hypoventilation](https://schwimmlexikon.de/hypoventilation/)
- [Training](https://schwimmlexikon.de/training/)
- [anaerob](https://schwimmlexikon.de/anaerob/)
- [pH-Wert](https://schwimmlexikon.de/ph-wert/)
- [Glykolyse](https://schwimmlexikon.de/glykolyse/)
- [Alkalireserve](https://schwimmlexikon.de/alkalireserve/)
- [Alkalose](https://schwimmlexikon.de/alkalose/)
- [Atemfrequenz](https://schwimmlexikon.de/atemfrequenz/)
- [Ausdauer, anaerobe](https://schwimmlexikon.de/ausdauer-anaerobe-2/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2017). Azidose. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/azidose/ (abgerufen am 20. Oktober 2026).
