# Basalganglien

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/basalganglien/
- Schlagwörter: Motorik, Physiologie
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2017-03-20
- Sprache: de

Basalganglien/Basalkerne (basal ganglia), [Nervenzellen](https://schwimmlexikon.de/neuron/) unterhalb der [Hirnrinde](https://schwimmlexikon.de/hirnrinde/), deren Hauptaufgabe die Regulation der [Motorik](https://schwimmlexikon.de/motorik/) ist („Zentrale der [Bewegungsprogramme](https://schwimmlexikon.de/bewegungsprogramm/)“). Indem sie willentliche [Bewegungen](https://schwimmlexikon.de/bewegung/) erleichtern und störende andere Bewegungen hemmen, spielen sie auch bei der [Koordination](https://schwimmlexikon.de/bewegungskoordination/) sportlicher Bewegungen eine wesentliche Rolle.

Beispiel für eine [Willkürbewegung](https://schwimmlexikon.de/willkuerbewegungen/): Der linke Stirnlappen möchte, dass über eine Latte gesprungen wird und entwirft dazu einen groben Plan. Die Basalganglienschleife in der linken Hirnhälfte präzisiert diesen Plan, indem sie vorgibt wie schnell und stark die Sprungmuskulatur kontrahieren soll und stützt sich dabei auf bisherige Erfahrungen (→[Bewegungsgedächtnis](https://schwimmlexikon.de/bewegungsgedaechtnis/)). Danach werden über die [Pyramidenbahn](https://schwimmlexikon.de/pyramidenbahn/) Impulse geschickt und die Bewegung beginnt. Kann das Bewegungsprogramm nicht optimal umgesetzt werden (Latte zu hoch oder fällt), erkennt das rechte [Kleinhirn](https://schwimmlexikon.de/kleinhirn/) die Abweichung zwischen Soll- und Istwert und leitet die Korrektur über die motorischen Cortexzellen (→[Cortex](https://schwimmlexikon.de/cortex/)) ein (in Anlehnung an Schwegler, 2006, S. 287). Diese Abläufe werden durch den [Neurotransmitter](https://schwimmlexikon.de/neurotransmitter/) [Dopamin](https://schwimmlexikon.de/dopamin/) beeinflusst. Da insbesondere unerwartet erfolgreiche Bewältigungen der in einem sportlichen Techniktraining gestellten Bewegungsaufgaben mit erhöhten Dopaminausschüttungen einhergehen, sind diese neurowissenschaftlichen Erkenntnisse für das sportliche Techniktraining von hoher Bedeutung (Beck & Beckmann 2010). Möglicherweise gründet sich der Erfolg des [Differenziellen Lernan](https://schwimmlexikon.de/lernen-differenzielles/) satzes auf der Aktivierungscharakteristik von Dopaminneuronen und deren modulatorischen Einflüsse auf [synaptische](https://schwimmlexikon.de/synapse/)[Plastizität](https://schwimmlexikon.de/plastizitaet-neuronale/) in den Schleifen zwischen [Kortex](https://schwimmlexikon.de/kortex/) und den Basalganglien (Beck 2009).  

## Quellen

- Beck, F. (2009). Differentielles Lehren und Lernen aus einer neurowissenschaftlichen Perspektive. Perspektiven für die Leichtathletik - Nachwuchsarbeit und Differenzielles Lehren und Lernen. Symposium der dvs-Kommission Leichtathletik vom 9.-10. Oktober 2008 in Mainz, Schriften der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft, 194, 82-88

## Verwandte Begriffe

- [Neuron](https://schwimmlexikon.de/neuron/)
- [Hirnrinde](https://schwimmlexikon.de/hirnrinde/)
- [Motorik](https://schwimmlexikon.de/motorik/)
- [Bewegungsprogramm](https://schwimmlexikon.de/bewegungsprogramm/)
- [Bewegung](https://schwimmlexikon.de/bewegung/)
- [Bewegungskoordination](https://schwimmlexikon.de/bewegungskoordination/)
- [Willkürbewegungen](https://schwimmlexikon.de/willkuerbewegungen/)
- [Bewegungsgedächtnis](https://schwimmlexikon.de/bewegungsgedaechtnis/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2017). Basalganglien. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/basalganglien/ (abgerufen am 9. Oktober 2026).
