# Becken (Anatomie)

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/becken/
- Englisch: pelvis
- Schlagwörter: Anatomie
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2017-03-21
- Sprache: de

Becken (Anatomie) (pelvis), Körperteil zwischen Bauch und unteren Extremitäten, im engeren Sinne das knöcherne Becken als „Beckengürtel“ mit den beiden Hüftbeinen, Darm-, Scham- und Sitzbein, Kreuz- und Steißbein. Das weibliche Becken ist niedriger, breiter und ovaler als das männliche. Der Beckengürtel fängt die Last des Rumpfes auf und stellt die Verbindung zu den unteren Extremitäten her. Zugleich stabilisieren [Rumpfmuskulatur](https://schwimmlexikon.de/rumpfmuskulatur/) und Beinmuskulatur das Becken. Man muss sich Oberkörper, Becken und Beine als Teile eines dreigliedrigen Stabes vorstellen, der durch die Lendenwirbelsäule und die Hüftgelenke verbunden ist. Das Gleichgewicht zwischen den großen Muskelgruppen (→[Bauchmuskulatur](https://schwimmlexikon.de/bauchmuskulatur/) und →[Hüftbeugemuskel)](https://schwimmlexikon.de/hueftbeugemuskel/) ermöglicht die aufrechte Haltung, ein Ungleichgewicht (→[Dysbalancen, muskuläre](https://schwimmlexikon.de/dysbalance-arthromuskulaere/)) führt zu [Haltungsschäden](https://schwimmlexikon.de/haltungsschaden/) (→[Beckenschiefstand](https://schwimmlexikon.de/beckenschiefstand/)). Diese können durch Kräftigung der [Rückenstrecker](https://schwimmlexikon.de/rueckenmuskulatur/) und der [Bauchmuskeln](https://schwimmlexikon.de/bauchmuskulatur/) zusammen mit der[Dehnung](https://schwimmlexikon.de/dehnung/) des [Hüftbeuger](https://schwimmlexikon.de/lendendarmbeinmuskel/) s verhindert werden.

Ein muskulär gut verspanntes Becken ist wichtig für die [Wasserlage](https://schwimmlexikon.de/wasserlage/) des Schwimmers. Ist das nicht der Fall, dann kann es z.B. zur Sitzhaltung bei Anfängern im [Rückenschwimmen](https://schwimmlexikon.de/rueckenschwimmen/) führen.  Die Breite des Beckens scheint eine Rolle bei der körperbaulichen [Eignung](https://schwimmlexikon.de/eignung/) für Sportschwimmen zu spielen. So korreliert die [Schwimmgeschwindigkeit](https://schwimmlexikon.de/schwimmgeschwindigkeit/) mit der [Beckenbreite](https://schwimmlexikon.de/beckenstachelbreite/) negativ (Dos Santos, 1999). Im DSV wird „ersatzweise“ die [Trochanterbreite](https://schwimmlexikon.de/trochanterbreite-relative/) gemessen, während die Beckenstachelbreite zur Berechnung des [Entwicklungsalters](https://schwimmlexikon.de/entwicklungsalter/) herangezogen wird (→[Körperbauentwicklungsindex](https://schwimmlexikon.de/koerperbau-entwicklungsindes-kei/)).

 

Im Schwimmen ist der [Rumpf](https://schwimmlexikon.de/rumpf/) Bindeglied zwischen den antreibenden Extremitäten. Dabei ist vor allem die Übertragung der [Antriebsbewegungen](https://schwimmlexikon.de/antrieb/) von der Art und Weise des Rumpfeinsatzes abhängig. Die im [Kraul](https://schwimmlexikon.de/6668-2/)- und [Rückenschwimmen](https://schwimmlexikon.de/rueckenschwimmen/) teilweise gegenläufige Bewegung von Hüft- und Schulterachse ist kinematisch schlecht zu messen (→[Körperachsen](https://schwimmlexikon.de/koerperachse/)). Deshalb entwickelten Sportwissenschaftler des IAT Leipzig eine neue sensorbasierte Messmethode, die Bewegungen von Hüft- und Schulterachse in [Amplitude](https://schwimmlexikon.de/amplitude/), [Dynamik](https://schwimmlexikon.de/dynamik/) und [zeitlicher Koordination](https://schwimmlexikon.de/koordination-zeitliche/) detailliert erfassen kann. Die Ergebnisse zeigen unterschiedliche [Winkelgeschwindigkeiten](https://schwimmlexikon.de/winkelgeschwindigkeit/) dieser beiden Körpersegmente. Während das Becken sich von 185°/s nur geringfügig auf 215°/s steigert, ist für die Schulter eine Steigerung von anfänglich 230°/s auf 380°/s zu beobachten. Die Rotationswinkel liegen bei 58° (Schulter) und 36° (Becken). Die [Phasenverschiebung](https://schwimmlexikon.de/phasenverschiebung/) zwischen der Hüft- und Schulterachse vergrößert sich mit zunehmender Schwimmgeschwindigkeit (Köhler et al. 2016).

 

## Verwandte Begriffe

- [Rumpfmuskulatur](https://schwimmlexikon.de/rumpfmuskulatur/)
- [Bauchmuskulatur](https://schwimmlexikon.de/bauchmuskulatur/)
- [Hüftbeugemuskel](https://schwimmlexikon.de/hueftbeugemuskel/)
- [Dysbalance, arthromuskuläre](https://schwimmlexikon.de/dysbalance-arthromuskulaere/)
- [Haltungsschaden](https://schwimmlexikon.de/haltungsschaden/)
- [Beckenschiefstand](https://schwimmlexikon.de/beckenschiefstand/)
- [Rückenmuskulatur](https://schwimmlexikon.de/rueckenmuskulatur/)
- [Dehnung](https://schwimmlexikon.de/dehnung/)
- [Abduktoren](https://schwimmlexikon.de/abduktoren/)
- [Adduktorengruppe](https://schwimmlexikon.de/adduktorengruppe/)
- [Ausbildung, athletische](https://schwimmlexikon.de/ausbildung-athletische/)
- [Callanetics](https://schwimmlexikon.de/callanetics/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2017). Becken (Anatomie). In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/becken/ (abgerufen am 23. Oktober 2026).
