# Belastungsintensität

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/belastungsintensitaet/
- Englisch: load intensity
- Schlagwörter: Ausdauertraining, Belastungsfaktoren, Methode, Trainingsbereiche
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2025-09-13
- Sprache: de

Belastungsintensität (load intensity), [Belastungskomponente](https://schwimmlexikon.de/belastungskomponente/), die Stärke des Trainingsreizes als „äußere Belastung“ (→[Schwimmgeschwindigkeit](https://schwimmlexikon.de/schwimmgeschwindigkeit-kritische/), →[Last](https://schwimmlexikon.de/last/) im [Krafttraining](https://schwimmlexikon.de/krafttraining/)) oder den Anstrengungsgrad (→[Beanspruchungsgrad](https://schwimmlexikon.de/beanspruchungsgrad/), →[Belastungsgrad](https://schwimmlexikon.de/belastungsgrad/)) bei der Bewegungsausführung als „innere Belastung“ (physiologische →[Beanspruchung](https://schwimmlexikon.de/beanspruchung/)) wiedergibt.

Die äußere Belastungsintensität wird im Schwimmen in Prozent der [Bestleistung](https://schwimmlexikon.de/bestleistung/) beschrieben: z.B. ein Schwimmer hat eine Bestzeit über 100m F in 0:52,00 min und soll 10 x 100F in 80% der Bestzeit schwimmen = 1:10 min. Im Krafttraining muss die maximale [Leistung](https://schwimmlexikon.de/leistung/) am jeweiligen Gerät ermittelt werden (→[Poliquin-Tabelle](https://schwimmlexikon.de/poliquin-tabelle/)), dann lässt sich ähnlich arbeiten. Für herausragende Athleten in zyklischen Sportarten mit einer Wettkampfdauer über sechs Minuten beträgt die Gesamttrainingszeit in der ersten Intensitätszone 75-80 % der gesamten Trainingsbelastung während eines einjährigen Trainingszyklus, 10-15 % in der Zone mit mittlerer Intensität und 5-10 %  mit hoher Intensität (Kryuchkov & Kryazhev, 2025).

Die innere Belastungsintensität wird durch physiologische Parameter (→[Puls](https://schwimmlexikon.de/puls/), →[Herzfrequenz](https://schwimmlexikon.de/herzschlagfrequenz/), →[Laktat](https://schwimmlexikon.de/laktat/), →[Kreatinkinase](https://schwimmlexikon.de/kreatinkinase/)) erfasst. Dabei sind die alters-, geschlechts- und konditionellen Unterschiede bei den Sportlern zu beachten, was besonders bei [Gruppentrainingsplänen](https://schwimmlexikon.de/gruppentrainingsplan/) problematisch ist (→[Belastungs-Beanspruchungs-Interaktion](https://schwimmlexikon.de/belastungs-beanspruchungs-interaktion/), →[Belastungszonen](https://schwimmlexikon.de/belastungszone/)). Eine Studie mit Schwimmern (Sixsmith et al. 2023) zeigte, dass sich externe ([Schwimmgeschwindigkeit](https://schwimmlexikon.de/schwimmgeschwindigkeit/)) und interne Messung (Herzfrequenz) unterschieden und deshalb nicht austauschbar sind, um das [Training zu steuer](https://schwimmlexikon.de/trainingssteuerung/) n. Die Intensitätsklassifizierung über kardiometabolische Bedingungen gibt zwar Aufschluss über allgemeine Tendenzen, aber drei oft nicht anerkannte Mängel verhindern einen Vergleich unter Sportlern: Erstens ändern sich die physiologischen Reaktionen auf körperliche Betätigung nicht durchgängig, wenn die [VO2max](https://schwimmlexikon.de/sauerstoffaufnahme-maximale-vo2max/) ansteigt. Zweitens bleiben die kardiometabolischen Bedingungen nicht notwendigerweise während einer Übung konstant. Drittens dreht sich die kardiometabolische Belastung im Training um physiologische [Schwellenwerte](https://schwimmlexikon.de/schwelle/), die nicht bei jedem Menschen bei demselben Prozentsatz von VO2max oder maximaler Herzfrequenz auftreten (Gifford & Larsen (2023).

Eine vergleichende Analyse bei jugendlichen Schwimmern ergab, dass die [Trainingssteuerung](https://schwimmlexikon.de/trainingssteuerung/) nach [Belastungszonen](https://schwimmlexikon.de/belastungszone/) genauer und effizienter ist als die nach Geschwindigkeiten (Rodionov et al. 2019). Dabei erweist sich Blutlaktat als herausragender Marker (Feijen et al. 2020).

![]() Tab.: Belastungsintensitäten im Schwimmtraining (HLT)

In der Praxis des Schwimmtrainings sind verschiedene Varianten der Intensitätsgestaltung zu finden:

Stufenförmiger Anstieg der Intensität: 4(3x100) 1. BZ2, 2. BZ3, 3. BZ4, 4. BZ5

Ansteigen zur [Wettkampfgeschwindigkeit](https://schwimmlexikon.de/wettkampfgeschwindigkeit/), eingelagert in [Kompensation](https://schwimmlexikon.de/kompensationsbereich-ko/): 100S 0:57,4 min: 14 x 100m F BZ1/2 + S BZ 5/6 = 1x100 F/1x100S (1:04) + 2x100F/1x100S (1:02,5)+ 3x100F/1x100S (1:01,5)+4x100F/1x100S (1:00,5) (McAllister, 2011)

Wechsel der Intensität innerhalb der Strecke (“[Tempowechsel](https://schwimmlexikon.de/tempowechsel/)”): 10 x 50m (15m schnell/20m locker/15m schnell)

Tempo steigern im 15m-Wendenbereich innerhalb [Dauermethode](https://schwimmlexikon.de/dauermethode/) oder [extensivem Intervalltraining](https://schwimmlexikon.de/intervallmethode-extensive/)

Arbeit mit „Intensitätszonen“, Urbanchek: 4x100 „rot“ ↑1:30, 4x200 „rot“ (Puls 27-29) ↑2:30, danach P 1min (Puls zählen), 2 x 400 „rot“ ↑4:50, danach P 1min (Puls zählen), 2 x 200m „blau“ (Puls 28/29), 4 x 100m „blau“ ↑1:30, danach Puls zählen

Bezug zur Geschwindigkeit längerer Strecken: 2[200m (v800) + 4x100m (v400) +50m (v200)], Beispiel Sweetenham:  100/200/3x100 ↑1:30F/2:00 B/S/R (nach 200/800/800/400/200 WK-v) (s. Tab.)

Bezug zu den einzelnen [Schwimmarten](https://schwimmlexikon.de/sportschwimmarten/), so gehen die 50m Teilstrecken der 200m Disziplinen von den 100m Zeiten der Einzeldisziplinen aus, die 100m-Teilstrecken der 400m Disziplinen von den 200m Einzeldisziplinen

Intensitätssteigerung über Pulsvorgaben: 3 (10 x 100F/R/S) Hf 20-25/15-20/10-15 zur Hfmax

Wechsel der Belastungszonen: 10 (200 BZ2 + 100 BZ5)

Training der zweiten Teilstecke des Wettkampfes („Back-end-speed“): 10 x 10 (50/50) BZ2/BZ7

 Australische Programme beziehen sich stark auf die Wettkampfstrecke:

![]() Tab.:    Bestimmung der Intensität in den Trainingsbereichen im Verhältnis zur Wettkampfgeschwindigkeit (Richards, 2008)

Exkurs: Im Training hat jede [Belastungszone](https://schwimmlexikon.de/belastungszone/) ihre Funktion und damit ihre Berechtigung. Deshalb ist der oft geführte Streit über das "bessere" [Ausdauertraining](https://schwimmlexikon.de/ausdauertraining/) (Intensiv versus Umfang oder Qualität versus Quantität) mühsig. Mit dem Hinweis, dass die meisten [Wettkampfstrecken](https://schwimmlexikon.de/wettkampfprogramm/) im Schwimmen nicht über 200m gehen und deshalb längere [Serien](https://schwimmlexikon.de/serie/) unnötig seien, wird die Komplexität der [Leistungsvoraussetzungen](https://schwimmlexikon.de/leistungsvoraussetzung/) im Schwimmen missachtet. Dazu stehen auch die meisten Praktiker, deren Erfahrungen auf langjährigem Training mit der erforderlichen [Nachhaltigkeit](https://schwimmlexikon.de/nachhaltigkeit/) der [Leistung](https://schwimmlexikon.de/leistung/) und nicht nur auf kurzzeitigen Experimenten beruhen (u.a. Nuget et al. 2017; Bowman 2011; Tonnessen 2010; Carl 2008). Eine Metaanalyse des Trainings herausragender Athleten in zyklischen Sportarten mit einer Dauer von mehr als sechs Minuten belegt eine Gesamttrainingszeit in der ersten Intensitätszone 75–80 % der gesamten Trainingsbelastung während eines einjährigen Trainingszyklus. 10–15 % der Trainingseinheiten werden in der Zone mittlerer Intensität durchgeführt. Hochklassige Athleten absolvieren etwa 5–10 % des gesamten Jahresvolumens mit hoher Intensität (Kryuchkov, A. S. & Kryazhev, V. D.: 2025).

 Ungeachtet dessen ist aber im [Hochleistungstraining](https://schwimmlexikon.de/hochleistungstraining-hlt/) ein Trend zur [Wettkampfgeschwindigkeit](https://schwimmlexikon.de/wettkampfgeschwindigkeit/) einerseits und eine stärkere Beachtung der [Technik](https://schwimmlexikon.de/schwimmechnik/) auch auf den längeren [Teilstrecken](https://schwimmlexikon.de/teilstrecke/) andererseits ersichtlich. →[polarisiertes Training](https://schwimmlexikon.de/training-polarisiertes/)

## Quellen

- Feijen, Tate, Kuppens, Barry, & Struyf (2020). Monitoring the swimmer`s training load: a narrative review of monitoring strategies applied in research. Scandinavian Journal of Medicine & Science in Sports, https://doi.org/10.1111/sms.13798 - Zugriff 22.11.22. https://doi.org/10.1111/sms.13798
- Gifford & Larsen (2023). Our understanding of the role of exercise intensity can only be precise as our classification of exercise intensity. Experimental Physiology, 108 (11), 1374-1375. Zugriff am 04.12.2023 unter https://doi.org/10.1113/EP091512. https://doi.org/10.1113/EP091512
- Kryuchkov, A. S. & Kryazhev, V. D. (2025). Features of training programs of highly qualified athletes in cyclic disciplines, where the duration of competitive activity exceeds 6 minutes. Theory and Practice of Physical Culture, 4, 3-6. Zugriff am 29.07.2025 unter http://tpfk.ru/index.php/TPPC/article/view/1308
- Rodionov, V. & Rodionova, M. & Inake (2019). Individual speed control models for swimmers. Theory and Practice of Physical Culture, 7, 93-94.
- Sixsmith, Crowcroft & Slattery (2023). Assessing the use of heart-rate monitoring for competitive swimmers. International Journal of Sports Physiology and Performance, 18 (11), 1321-1327. Zugriff am 29.11.2023 unter https://doi.org/10.1123/ijspp.2023-0009. https://doi.org/10.1123/ijspp.2023-0009

## Verwandte Begriffe

- [Belastungskomponente](https://schwimmlexikon.de/belastungskomponente/)
- [Schwimmgeschwindigkeit, kritische](https://schwimmlexikon.de/schwimmgeschwindigkeit-kritische/)
- [Last](https://schwimmlexikon.de/last/)
- [Krafttraining](https://schwimmlexikon.de/krafttraining/)
- [Beanspruchungsgrad](https://schwimmlexikon.de/beanspruchungsgrad/)
- [Belastungsgrad](https://schwimmlexikon.de/belastungsgrad/)
- [Beanspruchung](https://schwimmlexikon.de/beanspruchung/)
- [Bestleistung](https://schwimmlexikon.de/bestleistung/)
- [Abgangszeit](https://schwimmlexikon.de/abgangszeit/)
- [anaerob](https://schwimmlexikon.de/anaerob/)
- [Ausdauer, wettkampfspezifische](https://schwimmlexikon.de/ausdauer-wettkampfspezifische/)
- [Ausdauertraining (Kinder)](https://schwimmlexikon.de/ausdauertraining-kinder/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2025). Belastungsintensität. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/belastungsintensitaet/ (abgerufen am 20. Oktober 2026).
