# Belastungsmonitoring

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/belastungsmonitoring/
- Englisch: human-biomonitoring
- Schlagwörter: Belastung, Leistungsdiagnostik
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2026-07-09
- Sprache: de

Belastungsmonitoring (human-biomonitoring), von Monitoring = Beobachtung, Überwachung, erweitert Dauerbeobachtung eines bestimmten Systems. In der Medizin die systematische Messung der Konzentrationen von Stoffen oder deren Stoffwechselprodukten (→[Metaboliten](https://schwimmlexikon.de/metabolit/)) in human-biologischen Materialien (→[Blut](https://schwimmlexikon.de/blut/), →[Serum](https://schwimmlexikon.de/serum/), Muttermilch, →[Harn,](https://schwimmlexikon.de/harnstoff/) Haare, Zähne, [Ausatmungsluft](https://schwimmlexikon.de/atemgasanalyse/), Sektionsmaterial etc.). Mit dem Umwelt-Monitoring wird z.B. die Schadstoffbelastung der Bevölkerung erfasst. Oder denken wir an die Monitore auf einer Intensivstation, die den Verlauf lebenswichtiger Messgrößen anzeigen. →[Belastungsmaß](https://schwimmlexikon.de/belastungsmass/),

Auf die [Trainingswissenschaft](https://schwimmlexikon.de/trainingswissenschaft/) übertragen ist Belastungsmonitoring ein Element der [Trainingssteuerung](https://schwimmlexikon.de/trainingssteuerung/), „die kontinuierliche Dokumentation von psycho-biologischen Markern“ (Mester, 2008). Dabei interessiert besonders die messbare Veränderung dieser [Parameter](https://schwimmlexikon.de/parameter/) durch die Trainingsbelastung (Effektmonitoring).  Auch bei den im Training des Schwimmers erfassten Messgrößen zählt der Weg vom einfachen zum besonderen:

 	Einfache Messgrößen, die jeder Sportler selbst erfassen kann wie [Körpergewicht](https://schwimmlexikon.de/koerpergewicht/), [Ruhepuls](https://schwimmlexikon.de/ruhepuls/), Ruhetemperatur bis zum [subjektiven Belastungsempfinden](https://schwimmlexikon.de/belastungsempfinden-subjektives/),
 	Ergebnisse sportmotorischer [Test](https://schwimmlexikon.de/test/) s, wie z.B. der [Landesvielseitigkeitstest](https://schwimmlexikon.de/landesvielseitigkeitstest/) und trainingsmethodische Parameter (Standardserien),
 	leistungsphysiologische Parameter (HF, VO2) und biomechanische Parameter ([Zyklusstruktur](https://schwimmlexikon.de/bewegungszyklus/), Energietransformation), die ab [Anschlusstraining](https://schwimmlexikon.de/anschlusstraining/) mit der [KLD](https://schwimmlexikon.de/leistungsdiagnostik-komplexe-kld/) ermittelt werden (→[Leistungsdiagnostik](https://schwimmlexikon.de/leistungsdiagnostik-komplexe-kld/)).

Wesentliche dabei ist, dass diese Parameter kontinuierlich erfasst werden (→[Längsschnittvergleich](https://schwimmlexikon.de/laengsschnittvergleich/))

Je spezifischer dieser Weg wird, umso mehr sind Sportler und Trainer auf die Unterstützung von [Sportmediziner](https://schwimmlexikon.de/sportmediziner/), →[Biomechaniker](https://schwimmlexikon.de/3680-2/) angewiesen, z.B. Standards in der sportmedizinischen Forschung (wie die Stamm- und Progenitor-zell-vermittelte Regeneration“  - Bloch, 2015, S.3). Kölner Sportwissenschaftler beziehen das folgende Statement zum aktuellen Belastungsmonitoring im Leistungssport (4. Symposium von momentum, Köln 2008):

"1. Traditionelle Kategorien ([Kraft](https://schwimmlexikon.de/kraft/), [Schnelligkeit](https://schwimmlexikon.de/9270-2/), [Ausdauer](https://schwimmlexikon.de/ausdauer/) etc.) sind für eine moderne [Leistungssteuerung](https://schwimmlexikon.de/trainingssteuerung/), besonders im Hochbelastungsbereich, nicht mehr zeitgemäß.

2. Es sollte eine spektrale Sichtweise verstärkt werden, die fließende Übergänge zwischen vorwiegend mechanischen und [metabolischen](https://schwimmlexikon.de/metabolismus/) Belastungselementen vorsieht.

3. Auch an den Enden des Spektrums ("Mechanik" resp. "Kraft" sowie "Metabolik" resp. "Ausdauer") liegen wichtige Kenngrößen des jeweils anderen Endes vor: Kein "Krafttraining" ohne metabolische Anforderungen, kein "Ausdauertraining" ohne mechanische Anforderungen.

4. Traditionelle Vorstellungen über die Bedeutung umfangorientieren Trainings zur Verbesserung der[aeroben Ausdauer](https://schwimmlexikon.de/ausdauer-aerobe/) sollten überdacht werden. Es liegt eine Vielzahl von Hinweisen aus gut gesicherten Studien der internationalen Literatur vor. Diese zeigen Trainingseffekte für die sog. [Grundlagenausdauer](https://schwimmlexikon.de/grundlagenausdauer/), ausgedrückt durch die [maximale Sauerstoffaufnahme](https://schwimmlexikon.de/sauerstoffaufnahme-maximale-vo2max/), die durch ein [hoch-intensives Trainings](https://schwimmlexikon.de/hochintensitaetstraining-hit/) besonders wirksam und in kurzer Zeit gesetzt werden konnen. Das gilt für den [Nachwuchsbereich](https://schwimmlexikon.de/nachwuchstraining/) in ähnlicher Weise wie für den [höchsten Leistungsbereich](https://schwimmlexikon.de/hochleistungstraining-hlt/).

5. [Laktat](https://schwimmlexikon.de/laktat/) ist als alleinige Kenngröße für die energetische Leistungsfähigkeit unzureichend. Traditionelle [Laktatschwellenkonzepte](https://schwimmlexikon.de/schwellentraining/) zur Steuerung der [Intensitäten](https://schwimmlexikon.de/belastungsintensitaet/) können von der Messung und der Interpretation mit erheblichen [Fehlern](https://schwimmlexikon.de/messfehler/) behaftet sein.

6. Immer wichtiger werden Messgrößen, die uns direkte Informationen über Reaktionen und Anpassungen im Zielgewebe geben.

7. Die Gefahr einer akuten und chronischen [Überlastung](https://schwimmlexikon.de/ueberlastung/) ("overreaching") bis hin zum [Übertraining](https://schwimmlexikon.de/uebertraining/) ("overtraining") ist zu berücksichtigen. Einfache Kenngrößen (Ruhe-Herzfrequenz, Ruhe-Temperatur, Körpergewicht) können hier ebenso helfen, den akuten Belastungszustand und chronischen Belastungsverlauf zu dokumentieren und beeinflussbar zu machen. Moderne Labormethoden sind in der Lage, differenzierte Messgrößen (Biomarker) zu Verfügung zu stellen, mit denen auf hohem Niveau ein "Belastungsmonitoring" ermöglicht wird."

Exkurs: Und wer bezahlt das, zumal unter Monitoring eine Dauerbewachung verstanden wird? So werden Begriffe schnell mal aus der Intensivstation in die Sportstätte übertragen. Bei allem Hype um den verkabelten Sportler, unterschätzt nicht das Einfühlungsvermögen des erfahrenen Trainers.

## Quellen

- Mester, J. (2008). Wissenschaftliche Erkenntnisse zum Training und zur Belastbarkeit von Kindern und Jugendlichen im internationalen Vergleich. Workshop 20.05.2008, Duisburg

## Verwandte Begriffe

- [Metabolit](https://schwimmlexikon.de/metabolit/)
- [Blut](https://schwimmlexikon.de/blut/)
- [Serum](https://schwimmlexikon.de/serum/)
- [Harnstoff](https://schwimmlexikon.de/harnstoff/)
- [Atemgasanalyse](https://schwimmlexikon.de/atemgasanalyse/)
- [Belastungsmaß](https://schwimmlexikon.de/belastungsmass/)
- [Trainingswissenschaft](https://schwimmlexikon.de/trainingswissenschaft/)
- [Trainingssteuerung](https://schwimmlexikon.de/trainingssteuerung/)
- [Apps](https://schwimmlexikon.de/apps/)
- [Belastungspuls](https://schwimmlexikon.de/belastungspuls/)
- [Belastungsskala](https://schwimmlexikon.de/belastungsskala/)
- [Beobachtung](https://schwimmlexikon.de/beobachtung/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2026). Belastungsmonitoring. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/belastungsmonitoring/ (abgerufen am 7. November 2026).
