# Beobachtung

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/beobachtung/
- Englisch: observation
- Schlagwörter: Leistungsdiagnostik, Pädagogik, Psychologie, Wissenschaft
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2017-03-21
- Sprache: de

Beobachtung (observation), „Wissenschaftliche Beobachtung ist eine geplante und kontrollierte Aufzeichnung von Daten für einen festgelegten Forschungszweck aufgrund visueller bzw. akustischer Wahrnehmungen eines Geschehens (Heinemann1998, S.125).

Die Übergänge zu Beobachtungsaufgaben im [Training](https://schwimmlexikon.de/training/) sind fließend. Auch wenn es hier nicht vordergründig um die Lösung wissenschaftlicher Fragestellung geht, so sollte der [Trainer](https://schwimmlexikon.de/trainer/) doch mit einigen Techniken der Beobachtung vertraut sein, die im Schwimmtraining vor allem auf zwei Ebenen wertvoll sind, in der Beobachtung von Bewegungsabläufen (→[Bewegungsbeobachtung](https://schwimmlexikon.de/bewegungsbeobachtung/)) und von [Verhaltensreaktion](https://schwimmlexikon.de/verhaltensbeobachtung/) en seiner Sportler. →[Belastungsmonitoring](https://schwimmlexikon.de/belastungsmonitoring/), →[Beobachtungsaufgabe](https://schwimmlexikon.de/beobachtungsaufgabe/), →[Beobachtungsfehler](https://schwimmlexikon.de/8896-2/), →[Beobachtungskriterium](https://schwimmlexikon.de/beobachtungskriterium/)

Trotz der hochqualifizierten [Diagnosemethoden](https://schwimmlexikon.de/diagnosemethoden/) im Sport ist die Beobachtungsmethode nach wie vor die Hauptmethode des Trainers zur Erfassung und Beurteilungen von [Bewegungen](https://schwimmlexikon.de/bewegung/) und bedarf einer funktionstüchtigen [Sensorik](https://schwimmlexikon.de/sensorik/) (Schnabel, 2007, S.377). Im Vordergrund stehen hierbei: die räumlichen und zeitlichen [Parameter](https://schwimmlexikon.de/parameter/) der Bewegung im Zusammenhang mit den funktionellen Veränderungen sowie inneren Faktoren, die Aufschluss über die „Ursachen des Bewegens“ geben (ebenda). →[Bewegungssehen](https://schwimmlexikon.de/bewegungssehen/), →[Bewegungsanalyse](https://schwimmlexikon.de/bewegungsanalyse/),

Beispiel: Bei einem [Wettkampf](https://schwimmlexikon.de/wettkampf/) hält der Schwimmer auf der letzten Bahn die vereinbarte [Technik](https://schwimmlexikon.de/technik-sportliche/)(→[Zweierbeinschlag](https://schwimmlexikon.de/zweierbeinschlag/)) nicht mehr ein. Die Ursachen dazu können vielfältig sein: mangelnde [Konzentration](https://schwimmlexikon.de/konzentration/), zu wenig [Kraft](https://schwimmlexikon.de/kraft/), fehlendes [spezifische Ausdauer](https://schwimmlexikon.de/ausdauer-spezifische/) usw.

Im [Techniktraining](https://schwimmlexikon.de/techniktraining/) dominiert die Fremdbeobachtung, deren Erfolg sowohl vom visuellen Aufnahmevermögen des Trainers als auch von dessen Vorstellung eines [Leitbildes](https://schwimmlexikon.de/leitbild-sporttechnisches/) abhängt. Ferner nutzen ihm ausreichende [Bewegungserfahrung](https://schwimmlexikon.de/bewegungserfahrung/) en, um besser die Bewegungen seiner Sportler mitvollziehen zu können. Deshalb ist es von Vorteil, wenn die Trainer die [Schwimmarten](https://schwimmlexikon.de/sportschwimmarten/) selbst beherrschen. Der Trainer hat ständig die Schwimmtechnik seiner Sportler einzuschätzen. Hierbei helfen ihm vorgegebene [Beobachtungskriterien](https://schwimmlexikon.de/kriterienkatalog/) (→[Technikbeurteilung](https://schwimmlexikon.de/technikbeurteilung/)), ebenso bei der Beurteilung der Wettkampfleistung (→[Wettkampfbeobachtung](https://schwimmlexikon.de/wettkampfbeobachtung/)). Die Beobachtungsgabe ist eine der wichtigsten Eigenschaften eines kompetenten Trainers und sollte deshalb in der [Trainerausbildung](https://schwimmlexikon.de/trainerausbildung/) bei verstärkter Nutzung [audiovisueller](https://schwimmlexikon.de/mediendidaktik/) Möglichkeiten geschult werden.

In den Spielsportarten ist die Spielanalyse auf der Grundlage langjähriger Beobachtungen weitgehend an Computer übertragen worden.

Im [Nachwuchstraining](https://schwimmlexikon.de/nachwuchstraining/) ist das Nachahnungsbedürfnis der Kinder zu nutzen und ein "gelenktes Beobachten" (Schnabel) zu sichern. Studien haben auch bei älteren Sportlern gezeigt, dass die Beobachtung einer Bewegungshandlungen ein leistungsfähiges Werkzeug zur Erlangung und Verbesserung der mentalen Repräsentation einer komplexen [Fertigkeit](https://schwimmlexikon.de/fertigkeit/) im Laufe des Lernens sein kann (Lebon et al. 2015; Cruz et al. 2016; Stoll et al. 2016; Andrieux, & Proteau 2016).

Literatur (zu a): Meinel & Schnabel (2007). Bewegungslehre – Sportmotorik. Meyer & Meyer Aachen

Ein weites Feld ist die Beobachtung von Verhaltensweisen der Sportler oder der ganzen [Trainingsgruppe.](https://schwimmlexikon.de/trainingsgruppe/) Gemessen an den Möglichkeiten der zumeist ehrenamtlichen Trainer (→[Ehrenamtlichkeit](https://schwimmlexikon.de/ehrenamt/)) wird hier die Alltagsbeobachtung gegenüber der Beobachtung nach wissenschaftlichen Maßstäben dominieren. Im Interesse einer gewissen Systematik sollte der Trainer die Fragen beantworten, was-wer-wie-wo-wann-womit beobachtet werden soll. Interessant für die Arbeit des Trainers ist z.B. die gezielte Beobachtung des [Verhalten](https://schwimmlexikon.de/verhalten/) s der Sportler in Verbindung mit bestimmten Forderungen im Training (Erhöhung [Trainingsumfang](https://schwimmlexikon.de/trainingsumfang/) oder [Intensität](https://schwimmlexikon.de/trainingsintensitaet/)) oder bei Wettkämpfen ([Vorstartzustand](https://schwimmlexikon.de/vorstartzustand/), Umgang mit [Erfolg](https://schwimmlexikon.de/erfolgserlebnis/)/[Misserfolg](https://schwimmlexikon.de/misserfolgserlebnis/), Reaktion auf [Gegner](https://schwimmlexikon.de/gegner/)). Der erfahrene Trainer sieht mehr als das, was gemeinhin mit Metern, Sekunden und Puls erfasst wird.

Beispiel: In der Regel beobachtet der Schwimmtrainer seine Sportler offen (z.B. vom Beckenrand). Interessante Aufschlüsse kann aber auch eine verdeckte Beobachtung geben (z.B. über die Disziplin und Selbstständigkeit einer führerlosen Gruppe), wobei diese Form mit Vorsicht zu gebrauchen ist, um das Vertrauensverhältnis zu den Sportlern nicht zu belasten. 
„Leben heißt beobachten“ Gaius Secundus Plinius der Ältere (23 oder 24 - 79), römischer Offizier, Flottenkommandant und Schriftsteller

## Quellen

- Meinel, Schnabel & Krug (2007). Bewegungslehre-Sportmotorik. Aachen: Meyer

## Verwandte Begriffe

- [Training](https://schwimmlexikon.de/training/)
- [Trainer](https://schwimmlexikon.de/trainer/)
- [Bewegungsbeobachtung](https://schwimmlexikon.de/bewegungsbeobachtung/)
- [Verhaltensbeobachtung](https://schwimmlexikon.de/verhaltensbeobachtung/)
- [Belastungsmonitoring](https://schwimmlexikon.de/belastungsmonitoring/)
- [Beobachtungsaufgabe](https://schwimmlexikon.de/beobachtungsaufgabe/)
- [Skalierung](https://schwimmlexikon.de/8896-2/)
- [Beobachtungskriterium](https://schwimmlexikon.de/beobachtungskriterium/)
- [Beobachtungsfähigkeit](https://schwimmlexikon.de/beobachtungsfaehigkeit/)
- [Beobachtungsfehler](https://schwimmlexikon.de/beobachtungsfehler/)
- [Beobachtungslernen](https://schwimmlexikon.de/beobachtungslernen/)
- [Beobachtungsprotokoll](https://schwimmlexikon.de/beobachtungsprotokoll/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2017). Beobachtung. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/beobachtung/ (abgerufen am 22. Oktober 2026).
