# Beschleunigungsweg

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/beschleunigungsweg/
- Englisch: acceleration path
- Schlagwörter: Biomechanik, Schwimmen, Technik
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2017-03-21
- Sprache: de

Beschleunigungsweg (acceleration path), Weg des [Körperschwerpunktes](https://schwimmlexikon.de/koerperschwerpunkt-ksp/) während einer beschleunigten Kraftwirkung in Bewegungsrichtung.

Beim Schwimmen wird ein optimaler Beschleunigungsweg im [Armzug](https://schwimmlexikon.de/armzug/) erreicht, wenn die anatomisch möglichen Gelenkamplituden für einen langen Antriebsweg der Hand genutzt werden (Küchler, 2014, S. 141), d.h. weit vorn „Wasser fassen“, Beugung der Extremitäten in der [einleitenden](https://schwimmlexikon.de/phase-einleitende/) Phase und [Hauptphase](https://schwimmlexikon.de/hauptphase/) ([Ellenbogen-Vorhalte)](https://schwimmlexikon.de/ellenbogen-vorn-haltung/) und ein kräftiges Nachdrücken am Ende. Beim [Startsprung](https://schwimmlexikon.de/startsprung/) wird ein Vorteil des [Trackstarts](https://schwimmlexikon.de/schrittstart/) gegenüber dem [Grabstart](https://schwimmlexikon.de/greifstart/) im verlängerten Beschleunigungsweg gesehen (Wick et al. 2003)

Exkurs: Für die meisten sportlichen Bewegungen zählt, dass die eingesetzten Muskelkräfte möglichst zu 100% in Richtung des Beschleunigungsweges wirken sollen (Wick 2005, S. 50). Dem entsprach das [konventionelle Antriebskonzept](https://schwimmlexikon.de/antriebskonzept-konventionelles/) im Schwimmen ([actio-reactio](https://schwimmlexikon.de/gegenwirkungsgesetz/)-Prinzip). Später wurden aber Zickzack-Muster der Hände (→[S-Zug der Hand](https://schwimmlexikon.de/s-zug-der-hand/)) und [Querkräfte](https://schwimmlexikon.de/querkraft/) nach dem [BERNOULLI-Prinzi](https://schwimmlexikon.de/bernoulli-prinzip/) p beschrieben. Nach dem [Vortexansatz](https://schwimmlexikon.de/vortex-konzept/) beschleunigen rotierende Wirbel das Wasser nach hinten und verleihen so durch Impulsübertragung [Vortrieb](https://schwimmlexikon.de/vortrieb/). Schlüssig kann aber damit gegenwärtig nur der [Delfinbeinschlag](https://schwimmlexikon.de/delfinbeinschlag/) unter Wasser erklärt werden (Reischle 2015,  35ff). So schwierig wie sich der Vortrieb beim Schwimmen theoretisch begründen lässt, umso erstaunlicher ist es, wie der talentierte Schwimmen nur vom [Wassergefühl](https://schwimmlexikon.de/wassergefuehl/) geleitet Arme und Beine antriebswirksam einsetzt. Ziel aller dieser Kraftwirkungen ist ein optimaler [Antrieb](https://schwimmlexikon.de/antrieb/) in Bewegungsrichtung des Schwimmers, gemessen am Körperschwerpunkt.

## Quellen

- Küchler, J. (2014). Schwimmtechnik – variabel verfügen und wettkampfstabil. In: Rudolph et.al. Wege zum Topschwimmer – Hochleistungstraining“. Hofmann-Verlag, Schorndorf. S. 134-155
- Wick, D. (2005). Biomechanische Grundlagen sportlicher Bewegungen. Balingen: Spitta-Verlag

## Verwandte Begriffe

- [Körperschwerpunkt (KSP)](https://schwimmlexikon.de/koerperschwerpunkt-ksp/)
- [Armzug](https://schwimmlexikon.de/armzug/)
- [Phase, einleitende](https://schwimmlexikon.de/phase-einleitende/)
- [Hauptphase](https://schwimmlexikon.de/hauptphase/)
- [Ellenbogen-vorn-Haltung](https://schwimmlexikon.de/ellenbogen-vorn-haltung/)
- [Startsprung](https://schwimmlexikon.de/startsprung/)
- [Schrittstart](https://schwimmlexikon.de/schrittstart/)
- [Greifstart](https://schwimmlexikon.de/greifstart/)
- [Ausholbewegung](https://schwimmlexikon.de/ausholbewegung/)
- [Prinzip der optimalen Tendenz im Beschleunigungsverlauf](https://schwimmlexikon.de/prinzip-der-optimalen-tendenz-im-beschleunigungsverlauf/)
- [Prinzip des optimalen Beschleunigungsweges](https://schwimmlexikon.de/prinzip-des-optimalen-beschleunigungsweges/)
- [Raumbahn](https://schwimmlexikon.de/raumbahn/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2017). Beschleunigungsweg. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/beschleunigungsweg/ (abgerufen am 30. Oktober 2026).
