# Betreuung, sportpsychologische

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/betreuung-psychologische/
- Englisch: care, mental
- Schlagwörter: Psychologie
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2017-03-21
- Sprache: de

Betreuung, sportpsychologische (care, mental), psychologische Unterstützung von Sportlern, [Mannschafte](https://schwimmlexikon.de/mannschaft/) n und [Trainer](https://schwimmlexikon.de/trainer/) n durch [Sportpsychologe](https://schwimmlexikon.de/sportpsychologie/) n, um die individuelle Handlungsfähigkeit in [Training](https://schwimmlexikon.de/training/) und [Wettkampf](https://schwimmlexikon.de/wettkampf/) zu verbessern. →[Coaching](https://schwimmlexikon.de/coaching-2/)
Die sportpsychologische Betreuung sollte folgende Grundvoraussetzungen erfüllen:

 	[Vertrauen](https://schwimmlexikon.de/vertrauen/) schaffen zu Sportler und Trainer
 	Unterstützung durch die Leitung ([Cheftrainer](https://schwimmlexikon.de/cheftrainer/), [Bundestrainer](https://schwimmlexikon.de/bundestrainer/), Mannschaftsleiter und [Eltern](https://schwimmlexikon.de/eltern/) bei jungen Sportlern)
 	Aufnahme der Maßnahmen in die [Trainingsplanung](https://schwimmlexikon.de/trainingsplanung/)
 	Transparenz der Maßnahmen bis zu den Kosten
 	systematisches Vorgehen in den drei Schritten [Diagnostik](https://schwimmlexikon.de/psychodiagnostik/), [Intervention](https://schwimmlexikon.de/intervention/) und Evaluation durch ausgebildete [Sportpsychologen](https://schwimmlexikon.de/sportpsychologie/) in Abgrenzung zu selbsternannten [Mentaltrainern](https://schwimmlexikon.de/mentalcoach/)  (Beckmann & Elbe 2008, 16/17).

Der Einsatz von Sportpsychologen im Rahmen der [Nationalmannschaft](https://schwimmlexikon.de/nationalmannschaft/) im Schwimmen zeigte wenig Wirkung, wenn sie nur kurzfristig hinzugezogen wurden, Sportlern wie Trainern somit unbekannt waren und damit kein Vertrauensverhältnis bestand (Achter 2012).

Beckmann (2006) strukturiert die sportpsychologische Betreuung in drei Ebenen: Grundlagentraining, Fertigkeitstraining und Krisenintervention. Im Grundlagentraining werden [Methoden](https://schwimmlexikon.de/methode/) vermittelt, die jeder Sportler beherrschen sollte (Atemübungen, [progressive Muskelentspannung](https://schwimmlexikon.de/muskelentspannung-progressive-pmr/), [autogenes Training](https://schwimmlexikon.de/9938-2/) bis zu [Teambuilding](https://schwimmlexikon.de/mannschaftsbildung/)). Das Fertigkeitstraining stützt sich vorwiegend auf die Stärken-Schwächen-Diagnose  zur Verbesserung der [Selbstregulationsfertigkeiten](https://schwimmlexikon.de/selbstregulation/). Die Krisenintervention erfolgt nur bei entsprechendem Bedarf (Konflikte in der Trainingsgruppe, zwischen Sportler und Trainer, Trainingsausfall) (ebenda, 20-22)

Im Sportschwimmen spielen sportpsychologische Interventionen der [Motivations](https://schwimmlexikon.de/motivationstraining/)- und [Emotionsregulation](https://schwimmlexikon.de/emotion/) eine zentrale Rolle. Verfahren der [Bewegungsregulation](https://schwimmlexikon.de/bewegungsregulation/), die z.B. im Wasserspringen  gefragt sind, sind im Schwimmen eher für den [Nachwuchsbereich](https://schwimmlexikon.de/nachwuchstraining/) bedeutsam. Zudem sollten grundlegende Techniken der Aktivierungsregulation schon im Alter von 6-8 Jahrenvermittelt werden. Etwa ab dem 14. Lebensjahr folgen [kognitive](https://schwimmlexikon.de/regulationssystem-kognitives/) Verfahren bis zum Selbstmanagement-Training oder dem Stressimpfungstraining  (Stoll et al. 2010, S.52).

Liesenfeld (2013) empfiehlt in Anlehnung an das Klassifikationssystem von Gardner und Moore (2006) für Nachwuchsschwimmer vier wesentliche Ebenen sportpsychologischer Betreuung: [Leistungsentwicklung](https://schwimmlexikon.de/leistungsentwicklung-sportliche/), aktuelle Leistungsbeeinträchtigung, Leistungsstörung (LS) und Karriereende. In praxi sind das Maßnahmen wie die Vorbereitung von Strategien für kritische Wettkampfsituationen, das Erlernen von Methoden zur [Regeneration](https://schwimmlexikon.de/regeneration/) und Aktivierung, die Verbesserung der [Konzentration](https://schwimmlexikon.de/konzentration/) und Unterstützung bei der Erfüllung entwicklungstypischer Aufgaben (Liesenfeld 2013).

Exkurs: Suchte früher ein Sportler einen Psychologen auf, so hatte das immer den Geruch von "Klapsmühle". Der Psychologe schien uns Dinge, die wir wussten, in einer Sprache zu erklären, die wir nicht verstanden. Die Auffassung mancher Trainer, dass Psychologen im Leistungssport mehr stören als nutzen, scheint noch nicht ganz überwunden. Zumindest zeigte eine Untersuchung im DSV große Unterschiede in der Beanspruchung sportpsychologischer Betreuung (Stoll et al. 2010). Von der fast gänzlichen Ablehnung im Wasserball bis zur kontinuierlichen Zusammenarbeit im Wasserspringen. Dabei sind die Erfolge der Wasserspringer (Training der Bewegungsvorstellung) und besonders die der mehrfachen Olympiasiegerin Britta Steffen (s. Zitat unten) ohne psychologische Betreuung unvorstellbar. Aber "Hauruckaktionen" zeigten Im Schwimmen keinen Erfolg, besonders wenn man sich erst in Krisensituationen des Psychologen erinnert. Nur die ständige Zusammenarbeit schafft das notwendige Vertrauensverhältnis. Eine stete Begleitung durch Sportpsychologen ist aber nur über die OSP bei hochrangigen Kadersportlern zu leisten. Denn es hemmen nicht immer ideologische Vorbehalte, sondern auch leere Kassen.

"Der Anteil von Psychotherapeutin Janofske an meinen Erfolgen ist riesig. Vor unserer Zusammenarbeit habe ich mich nur übers Schwimmen definiert, das hat mich gehemmt. Frau Janofske hat mir beigebracht, mich selbst toll zu finden, unabhängig davon, welche Leistung ich bringe. Heute weiß ich, dass ich auch dann Anerkennung finde, wenn ich keine gute Sportlerin bin. Dadurch habe ich inneren Reichtum gewonnen. Ich habe das Menschsein gelernt" (Britta Steffen, SPIEGEL vom 7.09.2009).

Über ein Kontaktportal des [BISp](https://schwimmlexikon.de/bundesinstitut-fuer-sportwissenschaft/) können Trainer und Sportler einen Sportpsychologen ihrer Wahl kontaktieren: [http://www.bisp-sportpsychologie.de/SpoPsy/DE/Kontaktportal/kontaktportal_node.html](http://www.bisp-sportpsychologie.de/SpoPsy/DE/Kontaktportal/kontaktportal_node.html)

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## Quellen

- Achter, M. (2012). Sportpsychologie im Schwimmsport. Eine Pilotstudie zur Evaluierung systematischer sportpsychologischer Betreuung. (Diss.) Hamburg: Verlag Dr. Kovac
- Stoll, Achter & Jerichow (2010). Vom Anforderungsprofil zur Intervention (Expertise im DSV). Sportverlag Strauß Köln

## Verwandte Begriffe

- [Mannschaft](https://schwimmlexikon.de/mannschaft/)
- [Trainer](https://schwimmlexikon.de/trainer/)
- [Sportpsychologie](https://schwimmlexikon.de/sportpsychologie/)
- [Training](https://schwimmlexikon.de/training/)
- [Wettkampf](https://schwimmlexikon.de/wettkampf/)
- [Vertrauen](https://schwimmlexikon.de/vertrauen/)
- [Cheftrainer](https://schwimmlexikon.de/cheftrainer/)
- [Bundestrainer](https://schwimmlexikon.de/bundestrainer/)
- [Beratung](https://schwimmlexikon.de/beratung/)
- [Coaching](https://schwimmlexikon.de/coaching/)
- [Trainingssteuerung](https://schwimmlexikon.de/trainingssteuerung/)
- [Trainingsumfang](https://schwimmlexikon.de/trainingsumfang/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2017). Betreuung, sportpsychologische. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/betreuung-psychologische/ (abgerufen am 3. November 2026).
