# Beweglichkeit

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/beweglichkeit/
- Englisch: flexibility
- Schlagwörter: Beweglichkeit, Leistungsdiagnostik
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2017-03-21
- Sprache: de

Beweglichkeit (flexibility), "allgemein das Vermögen, unterschiedliche Stellungen und Haltungen einzunehmen, und kann sich damit auf körperliche oder auf geistige Regungen beziehen" (Wikipedia). In der [Anatomie](https://schwimmlexikon.de/anatomie/) das maximale [Bewegungsausmaß](https://schwimmlexikon.de/bewegungsamplitude/) eines [Gelenkes](https://schwimmlexikon.de/gelenk/) oder funktionell kombinierter Gelenkgruppen (Kent, 1994). →[Freiheitsgrade](https://schwimmlexikon.de/freiheitsgrad/)

Die Beweglichkeit wird in der [Sportwissenschaft](https://schwimmlexikon.de/sportwissenschaft/) einmal den [konditionellen Fähigkeiten](https://schwimmlexikon.de/faehigkeit-konditionelle/), zum anderen den [koordinativen (motorischen) Fähigkeiten](https://schwimmlexikon.de/faehigkeit-koordinative/) zugeordnet. Grosser et al. (2004) sprechen deshalb von einer „gemischt konditionell-koordinativen Fähigkeit“; Hottenrott & Neumann (2010) von einer allgemeinen Fähigkeit der [Motorik](https://schwimmlexikon.de/motorik/)“ (S.187). Die Beweglichkeit fußt auf den Komponenten [Gelenkigkeit](https://schwimmlexikon.de/gelenkigkeit/) und [Dehnfähigkeit](https://schwimmlexikon.de/4033-2/) (s. Abb.). Während die Gelenkigkeit (knöcherne Gelenksstruktur) weitgehend anatomisch und damit erblich bedingt ist, kann die Dehnfähigkeit oder [Flexibilität](https://schwimmlexikon.de/flexibilitaet/) (Muskeln, Sehnen und Bänder) durch [Training](https://schwimmlexikon.de/training/) beeinflusst werden, wozu aber ein mit dem [Grundlagentraining](https://schwimmlexikon.de/grundlagentraining/) beginnendes langfristiges und systematisches Üben erforderlich ist. Hierbei ist stets die funktionale Beweglichkeitsschulung (→[Funktionsgymnastik](https://schwimmlexikon.de/funktionsgymnastik/)) mit funktionalem [Krafttraining](https://schwimmlexikon.de/krafttraining-allgemeines/) zu verbinden, um [muskuläre Dysbalance](https://schwimmlexikon.de/dysbalance-arthromuskulaere/) n und [Haltungsschwächen](https://schwimmlexikon.de/haltungsschwaeche/) zu verhindern, aber auch vor [Verletzung](https://schwimmlexikon.de/verletzung/) sgefahren zu schützen (Martin et al. 1999). Es werden verschiedene Formen der Beweglichkeit unterschieden: [allgemeine](https://schwimmlexikon.de/beweglichkeit-allgemeine/)- und [spezielle Beweglichkei](https://schwimmlexikon.de/beweglichkeit-spezielle/) t, [aktive](https://schwimmlexikon.de/beweglichkeit-aktive/) und passive Beweglichkeit, [dynamische](https://schwimmlexikon.de/beweglichkeit-dynamische/) und [statische Beweglichkeit](https://schwimmlexikon.de/beweglichkeit-statische/). Für eine gute Beweglichkeit sind ausschlaggebend:

 	das Zusammenwirken der elastischen Eigenschaften von [Muskeln](https://schwimmlexikon.de/skelettmuskulatur/), [Sehnen](https://schwimmlexikon.de/sehne/) und Bändern,
 	ein bestimmtes Ausmaß an [Kraft](https://schwimmlexikon.de/kraft/),
 	eine gute[intra](https://schwimmlexikon.de/koordination-intramuskulaere/)- und [intermuskuläre Koordination,](https://schwimmlexikon.de/koordination-intermuskulaere/)
 	entsprechende [Bewegungsprogramme](https://schwimmlexikon.de/bewegungsprogramm/), und
 	die Funktionsfähigkeit der Gelenke und
 	die Betriebstemperatur (→[Aufwärmen](https://schwimmlexikon.de/aufwaermen/)) (Grosser et al. 2004).

Im Training des Schwimmers ist die Beweglichkeit von außerordentlicher Bedeutung, um große [Bewegungsamplituden](https://schwimmlexikon.de/bewegungsamplitude/) zu gewährleisten. Es werden täglich 20-30 min Training der Beweglichkeit in Fußgelenken, Schultern, im Lendenbereich/ Hüfte, Knie, Beine und Leistengegend empfohlen (Jedow 1996).  Erst dann kann die [spezifische Kraft](https://schwimmlexikon.de/kraft-spezifische/) in optimale [Zykluswege](https://schwimmlexikon.de/zyklusweg-sz/) umgesetzt werden. Sie ist zugleich Grundlage einer guten [Bewegungsökonomie](https://schwimmlexikon.de/bewegungsoekonomie/) durch Reduzierung des „inneren Widerstandes“. So ist ein effektives [Delfinschwimmen](https://schwimmlexikon.de/delfinschwimmen/) ohne die entsprechende Beweglichkeit im [Schultergelenk](https://schwimmlexikon.de/schulterguertel/) über das [Hüft](https://schwimmlexikon.de/hueftgelenk/)-Kniegelenk bis zu den Füßen unmöglich. Dabei geht es immer um ein Optimum und nicht um eine übermäßige Gelenkbeweglichkeit (→[Hypermobilität,](https://schwimmlexikon.de/hypermobilitaet/) u.a. Junge et al. 2016). Neuere Untersuchungen besagen, dass die Beweglichkeit nur so gut sein sollte wie notwendig. Jede Maximierung nütze nichts und könne schaden. Dementsprechend sollte [Stretching](https://schwimmlexikon.de/stretching/) im Schwimmen mit Vorsicht genossen werden ([http://well.blogs.nytimes.com/2009/11/25/phys-ed-how-necessary-is-stretching/](http://well.blogs.nytimes.com/2009/11/25/phys-ed-how-necessary-is-stretching/) ).

Die Diagnostik der Beweglichkeit. sollte neben der [Gelenkwinkelmessung](https://schwimmlexikon.de/gelenkwinkelmesser/) mit manualtherapeutischer Funktionsanalyse (→[Chiropraktik](https://schwimmlexikon.de/chiropraktik/)/[manuelle Therapie](https://schwimmlexikon.de/therapie-manuelle/)) gekoppelt sein. Für den Schulter- und Fußbereich können bei Schwimmern folgende Gelenkwinkel (in Grad) angegeben werden:

 

Untersuchungsergebnisse der letzten 20 Jahre stellen bisherige Theorien zum Training der Beweglichkeit in Frage bzw. sind mitunter widersprüchlich (Schnabel et al. 2008, S. 145), das betrifft besonders die Studien zur [Dehnung](https://schwimmlexikon.de/dehnung/). Beweglichkeit ist aber nicht gleich Dehnen (Gärtner, 2013)

 

Exkurs: Emil Zatopek, vierfacher Olympiasieger und Weltrekordläufer, wurde anlässlich seines 70. Geburtstages gefragt welches der größte Fehler in seiner aktiven Laufbahn war. Ohne zu zögern antwortete er „Ich habe zu wenig Gymnastik gemacht; mit besserer Beweglichkeit und Lockerheit hätte ich bessere Leistungen erreicht“. Das kann man nun auslegen wie man will. Zum Weltrekord kommt man auch mit einem Minimum an Beweglichkeit oder da ist noch mehr möglich.

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## Quellen

- Grosser, Starischka & Zimmermann (2004). Das neue Konditionstraining. München: BLV Verlagsgesellschaft mbH
- Jedow, M. (1996). Flexibility in swimming. American Swimming Magazine 4, 18-25
- Martin, Nicolaus, Ostrowski & Rost (1999). Handbuch Kinder- und Jugendtraining. Schorndorf: Hofmann

## Verwandte Begriffe

- [Anatomie](https://schwimmlexikon.de/anatomie/)
- [Bewegungsamplitude](https://schwimmlexikon.de/bewegungsamplitude/)
- [Gelenk](https://schwimmlexikon.de/gelenk/)
- [Freiheitsgrad](https://schwimmlexikon.de/freiheitsgrad/)
- [Sportwissenschaft](https://schwimmlexikon.de/sportwissenschaft/)
- [Fähigkeit, konditionelle](https://schwimmlexikon.de/faehigkeit-konditionelle/)
- [Fähigkeit, koordinative](https://schwimmlexikon.de/faehigkeit-koordinative/)
- [Motorik](https://schwimmlexikon.de/motorik/)
- [Abdruckflächen](https://schwimmlexikon.de/abdruckflaechen/)
- [Abduktorenmaschine](https://schwimmlexikon.de/abduktorenmaschine/)
- [Band](https://schwimmlexikon.de/band/)
- [Beweglichkeit, allgemeine](https://schwimmlexikon.de/beweglichkeit-allgemeine/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2017). Beweglichkeit. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/beweglichkeit/ (abgerufen am 15. Oktober 2026).
