# Bewegungsapparat

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/bewegungsapparat/
- Englisch: locomotor system
- Schlagwörter: Anatomie, Sportmedizin, Verletzung
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2017-03-22
- Sprache: de

Bewegungsapparat (locomotor system), Gesamtheit der an der Körperbewegung beteiligten [Knochen](https://schwimmlexikon.de/knochen/) und [Muskeln](https://schwimmlexikon.de/muskel/) sowie deren Verbindungen, in der [Biomechanik](https://schwimmlexikon.de/3680-2/) die innere Biomechanik. Es wird zwischen [aktivem Bewegungsapparat](https://schwimmlexikon.de/bewegungsapparat-aktiver/) (Muskelsystem) und [passivem Bewegungsapparat](https://schwimmlexikon.de/bewegungsapparat-passiver/) (Skelettsystem) unterschieden.

Der Bewegungsapparat ist im Sport von zentraler Bedeutung und wird im Schwimmen als[Ganzkörperbewegung](https://schwimmlexikon.de/ganzkoerperbewegung/) stark beansprucht. Schwimmen ist wegen seiner gelenkschonenden Wirkung für den [Gesundheitssport](https://schwimmlexikon.de/gesundheitssport/) zu empfehlen und kann selbst bei eingeschränktem Bewegungsapparat ausgeübt werden (→[Behindertenschwimmen](https://schwimmlexikon.de/behindertenschwimmen/)). Dem entgegen führen die einseitigen und sich häufig wiederholenden Zug-/Druck-/Scherbewegungen der Extremitäten im Leistungsschwimmen oft zu Beschwerden im Schulter- und Kniegelenk [(](https://schwimmlexikon.de/schwimmerknie/)→[Schwimmerschulter,](https://schwimmlexikon.de/schwimmerknie/) →[Schwimmerknie](https://schwimmlexikon.de/schwimmerknie/)), sowie der [Wirbelsäule](https://schwimmlexikon.de/wirbelsaeule/) und in der [Hüftregion](https://schwimmlexikon.de/huefte/), verursacht durch fehlerhafte [Technik](https://schwimmlexikon.de/technikfehler/) und einseitige [Belastungen](https://schwimmlexikon.de/belastung/). Problematisch sind auch Bewegungstechniken mit [Impulscharakter](https://schwimmlexikon.de/impuls/) und häufiger Wiederholung, wie z.B. bei der [Delfinbewegung](https://schwimmlexikon.de/delfinbewegung/) mit Impulswirkung auf die Lendenwirbelsäulen-Kreuzbein Region (Fröhner, 2002).  Deshalb ist die [allgemeinathletische](https://schwimmlexikon.de/athletik/) Verfassung, insbesondere der Rumpfmuskulatur, immer auf einem hohen Niveau zu halten. Eine langfristige Teilnahme am Schwimmen hat aber die Knochendichte von Altersschwimmerinnen nicht beeinträchtigt (Greenway et al. 2012). →[Rumpfstabilisation](https://schwimmlexikon.de/rumpfstabilisation/), →[Funktionssyndrom](https://schwimmlexikon.de/funktionssyndrom/), →[Dysbalancen, muskuläre](https://schwimmlexikon.de/dysbalance-muskulaere/), →[Freiheitsgrade](https://schwimmlexikon.de/freiheitsgrad/)

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Teilsysteme des Bewegungsapparates (nach WICK 2005, S.69) Exkurs: Wegen der ständigen Empfehlung des [Rückenschwimmens](https://schwimmlexikon.de/rueckenschwimmen/), bei meist gleichzeitigem Abraten vom [Brustschwimmen](https://schwimmlexikon.de/brustschwimmen/) bei [Rückenschmerzen](https://schwimmlexikon.de/rueckenschmerzen/), untersuchten Höfling et al. (2003) 36 gesunde Schwimmer aus verschiedenen Altersgruppen. Im Gegensatz zu der weit verbreiteten Annahme gab es keine eindeutigen Anhaltspunkte dafür, dass die [Lordose](https://schwimmlexikon.de/lordose/) beim Rückenschwimmen signifikant weniger ausgeprägt ist als beim Brustschwimmen. Die [Brustkyphose](https://schwimmlexikon.de/kyphose/) war beim Brustschwimmen geringer als beim Rückenschwimmen oder Stehen. Folglich sollte das Rückenschwimmen nicht als weit besser geeignet für die Prävention und Rehabilitation von Patienten mit Rückenschmerzen angesehen werden als das Brustschwimmen.

Literatur:

 	Fröhner, G. (2002).Zustand des Körperbaus und des Halte- und Bewegungssystems bei Nachwuchs- und Hochleistungsschwimmern und trainingsbegleitende Prävention. DSTV-Reihe, Bd.21, 79-98
 	Mühlberger, C. (2015). Belastbarkeitssicherndes Ausgleichstraining im Sportschwimmen. Leistungsspor (45)2, 4-6 (https://www.iat.uni-leipzig.de/datenbanken/iks/open_archive/ls/lsp15_02_4_6.pdf)

Video: [https://www.youtube.com/watch?v=rmdJgIGL0k0](https://www.youtube.com/watch?v=rmdJgIGL0k0)

 

 

 

## Quellen

- Greenway, Walkley & Rich (2012). Does long-term swimming participation have a deleterious effect on the adult female skeleton? European Journal of Applied Physiology (112)9, 3217-3225
- Höfling, Linnenbecker, Ungerechts & Nicol (2003). Analysis of lordosis and kyphosis in swimming. Biomechanics and Medicine in Swimming IX, 575-578
- Wick, D. (2005). Biomechanische Grundlagen sportlicher Bewegungen. Balingen: Spitta-Verlag

## Verwandte Begriffe

- [Knochen](https://schwimmlexikon.de/knochen/)
- [Muskel](https://schwimmlexikon.de/muskel/)
- [Biomechanik](https://schwimmlexikon.de/3680-2/)
- [Bewegungsapparat, aktiver](https://schwimmlexikon.de/bewegungsapparat-aktiver/)
- [Bewegungsapparat, passiver](https://schwimmlexikon.de/bewegungsapparat-passiver/)
- [Ganzkörperbewegung](https://schwimmlexikon.de/ganzkoerperbewegung/)
- [Gesundheitssport](https://schwimmlexikon.de/gesundheitssport/)
- [Behindertenschwimmen](https://schwimmlexikon.de/behindertenschwimmen/)
- [Adoleszenz](https://schwimmlexikon.de/adoleszenz-2/)
- [Alternativtraining](https://schwimmlexikon.de/alternativtraining/)
- [Anatomie](https://schwimmlexikon.de/anatomie/)
- [Anthropologie](https://schwimmlexikon.de/anthropologie/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2017). Bewegungsapparat. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/bewegungsapparat/ (abgerufen am 2. November 2026).
