# Bewegungsautomatisierung

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/bewegungsautomatisierung/
- Englisch: movement automation
- Schlagwörter: Lernen, Motorik, Psychologie
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2017-03-22
- Sprache: de

Bewegungsautomatisierung (movement automation), „Entwicklung und [Stabilisierung](https://schwimmlexikon.de/stabilisierung/) von relativ stereotypen, an bestimmte interne und/oder externe Auslöser geknüpfte [Bewegungsmuster](https://schwimmlexikon.de/bewegungsmuster/)([Fertigkeit](https://schwimmlexikon.de/fertigkeit/)) im [motorischen Lernprozess](https://schwimmlexikon.de/lernen-motorisches/) und Übungsprozess“ (Nitsch, 2000, S.105). Neurobiologisch kann die Automatisierung von Willkürbewegungen durch eine zunehmende Bewegungsautomatisierung mit synaptischen Plastizitätsvorgängen im kortikokortikalen und kortikostriatalen System erklärt werden, die vermutlich zu Veränderungen in den neuronalen Repräsentationen der geübten Bewegungen führen (Beck et al. 2012).

Zum Lernprozess automatisierter Bewegungen gibt es zwei Einsätze, einmal das aus dem [Training](https://schwimmlexikon.de/training/) bekannte „Einschleifen von Bewegungen“ durch häufiges, annähernd mechanisches Wiederholen ([Drill](https://schwimmlexikon.de/drillmethode/)), andererseits die Entwicklung einer kognitiven Handlungsstruktur, indem die Übung erst in ihren wesentlichen Vollzugsmerkmalen bewusst gemacht wird. Im Training sollten sich beide Vorgehensweisen im Sinne eines [Algorithmus](https://schwimmlexikon.de/algorithmus/) ergänzen. Prinzip der Einheit von [Wahrnehmung](https://schwimmlexikon.de/wahrnehmung/) und [Bewegung](https://schwimmlexikon.de/bewegung/), →[Stereotyp, dynamisch-motorischer](https://schwimmlexikon.de/stereotyp-dynamisch-motorischer/), →[Automatisierung](https://schwimmlexikon.de/automatisierung/)

Beispiel: "Neueste Erkenntnisse mit bildgebenden Verfahren zeigen, dass sich graue und weiße Hirnsubstanz sehr schnell an ein [Gleichgewichtstraining](https://schwimmlexikon.de/gleichgewichtsfaehigkeit/) anpassen, so dass schon nach zwei Trainingstagen strukturelle Veränderungen im [Gehirn](https://schwimmlexikon.de/gehirn/) nachweisbar sind. Aufgrund der vorliegenden Studien kann gefolgert werden, dass vor allem supraspinalen Anpassungen des [ZNS](https://schwimmlexikon.de/zentralnervensystem/) eine zentrale Bedeutung für die Steigerung der funktionellen Parameter ([Gleichgewicht](https://schwimmlexikon.de/gleichgewicht/), [Explosivkraft](https://schwimmlexikon.de/explosivkraft/), allgemeine [Bewegungskontrolle](https://schwimmlexikon.de/bewegungsregulation/), etc.) zukommt" (Taube 2012).

## Quellen

- Nitsch, J.R. (2000). Handlungstheoretische Grundlagen der Sportpsychologie. In Gabler/Nitsch/Singer: Einführung in die Sportpsychologie. Schorndorf: Hofmann 2000, 43-164
- Taube, W. (2012). Neurophysiological adaptations in response to balance training. Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin (63)9, 273-277

## Verwandte Begriffe

- [Stabilisierung](https://schwimmlexikon.de/stabilisierung/)
- [Bewegungsmuster](https://schwimmlexikon.de/bewegungsmuster/)
- [Fertigkeit](https://schwimmlexikon.de/fertigkeit/)
- [Lernen, motorisches](https://schwimmlexikon.de/lernen-motorisches/)
- [Training](https://schwimmlexikon.de/training/)
- [Drillmethode](https://schwimmlexikon.de/drillmethode/)
- [Algorithmus](https://schwimmlexikon.de/algorithmus/)
- [Wahrnehmung](https://schwimmlexikon.de/wahrnehmung/)
- [Aufmerksamkeit](https://schwimmlexikon.de/aufmerksamkeit/)
- [Bewegungserfahrung](https://schwimmlexikon.de/bewegungserfahrung/)
- [Bewegungsprogramm](https://schwimmlexikon.de/bewegungsprogramm/)
- [Fähigkeit](https://schwimmlexikon.de/faehigkeit/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2017). Bewegungsautomatisierung. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/bewegungsautomatisierung/ (abgerufen am 12. Oktober 2026).
