# Bewegungsökonomie

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/bewegungsoekonomie/
- Englisch: economy of movement
- Schlagwörter: Bewegungslehre, Biomechanik, Motorik, Technik
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2017-03-22
- Sprache: de

Bewegungsökonomie (economy of movement), ([Biomechanik](https://schwimmlexikon.de/3680-2/)): Verhältnis von Aufwand an biochemischer Energie zur angestrebten sportlichen [Bewegungshandlung](https://schwimmlexikon.de/bewegungshandlung/) (der Benzinverbrauch im Verhältnis zur Durchschnittsgeschwindigkeit beim Auto), auch Nutzeffekt, physiologisch →[Wirkungsgrad](https://schwimmlexikon.de/wirkungsgrad/).

Die Bewegungsökonomie wird im Schwimmen beeinflusst durch

 	Minimierung des [Wasserwiderstand](https://schwimmlexikon.de/wasserwiderstand/) es ([Schwimmtechnik](https://schwimmlexikon.de/schwimmechnik/), [Wasserlage](https://schwimmlexikon.de/wasserlage/)),
 	optimalen Einsatz der [Vortrieb](https://schwimmlexikon.de/vortrieb/) skräfte ([spezifische Kraft](https://schwimmlexikon.de/kraft-spezifische/)),
 	hohe [Beweglichkeit](https://schwimmlexikon.de/beweglichkeit/) und lockere Muskulatur (Entspannungsphasen),
 	[Bewegungskonstanz](https://schwimmlexikon.de/bewegungskonstanz/) über die Strecke,
 	[Gleichmaß](https://schwimmlexikon.de/gleichmass/) in der [Schwimmgeschwindigkeit](https://schwimmlexikon.de/schwimmgeschwindigkeit/) usw.

Gefühlt wird Bewegungsökonomie als eher "locker" statt "verkrampft" ("Rutsch").

Zur Beurteilung der Schwimmökonomie bietet sich der [Strömungskanal](https://schwimmlexikon.de/stroemungskanal/) an, da hier sowohl computergestützt die Schwimmtechnik analysiert ([Biomechanik](https://schwimmlexikon.de/3680-2/)) und zum anderen mit der [Spirometrie](https://schwimmlexikon.de/spiroergometrie/) der [Sauerstoffverbrauch](https://schwimmlexikon.de/sauerstoffverbrauch/) ([Sportmedizin](https://schwimmlexikon.de/sportmedizin/)) online ermittelt werden kann. Der apparative Aufwand ist zwar recht hoch, aber die vorrangig im Schwimmen praktizierte [Laktatdiagnostik](https://schwimmlexikon.de/laktat/) sagt nur begrenzt etwas über die Bewegungsökonomie aus. Nach und nach wurden auch die limitierenden apparativen Voraussetzungen der spirometrischen Messsysteme verbessert, insbesondere die Beschaffenheit der Atemmaske, die die spirometrischen Ergebnisse entscheidend beeinflussen kann. Neben der allgemein üblichen Bestimmung der [maximalen Sauerstoffaufnahme](https://schwimmlexikon.de/sauerstoffaufnahme-maximale-vo2max/) ist für den Bezug zur Schwimmökonomie auch der Sauerstoffverbrauch bei submaximalen Geschwindigkeiten von Interesse (Reer et al 2001; Bremer 2003). Die [Schwimmgeschwindigkeit](https://schwimmlexikon.de/schwimmgeschwindigkeit/), die im Kanal sehr exakt bestimmt werden kann, ist von der Netto-Sauerstoffaufnahmekapazität (VO2) sowie vom [Wirkungsgrad](https://schwimmlexikon.de/wirkungsgrad/) (e) und dem Wasserwiderstand (D) abhängig. Der Zusammenhang wird durch die Gleichung beschrieben:

#####                                                                                                              v = VO2 x e/D

Ein niedriger VO2-Wert lässt bei gleicher Geschwindigkeit auf eine bessere Schwimmtechnik schließen. Je höher allerdings die Geschwindigkeit ([Belastungsintensität](https://schwimmlexikon.de/belastungsintensitaet/)) ist, umso mehr tragen zusätzlich [anaerobe](https://schwimmlexikon.de/kapazitaet-anaerobe/) Mechanismen zur Gesamtbilanz bei (Capelli et al. 1998).

## Quellen

- Capelli, Pendergast & Termin (1998). Energetics of swimming at maximal speeds in humans. Eur J Appl Physiol Occup Physiol. (78)5, 385-93.

## Verwandte Begriffe

- [Biomechanik](https://schwimmlexikon.de/3680-2/)
- [Bewegungshandlung](https://schwimmlexikon.de/bewegungshandlung/)
- [Wirkungsgrad](https://schwimmlexikon.de/wirkungsgrad/)
- [Wasserwiderstand](https://schwimmlexikon.de/wasserwiderstand/)
- [Schwimmtechnik](https://schwimmlexikon.de/schwimmechnik/)
- [Wasserlage](https://schwimmlexikon.de/wasserlage/)
- [Vortrieb](https://schwimmlexikon.de/vortrieb/)
- [Kraft, spezifische](https://schwimmlexikon.de/kraft-spezifische/)
- [Automatisierung](https://schwimmlexikon.de/automatisierung/)
- [Beweglichkeit](https://schwimmlexikon.de/beweglichkeit/)
- [Beweglichkeitsreserve](https://schwimmlexikon.de/beweglichkeitsreserve/)
- [Bewegungskonstanz](https://schwimmlexikon.de/bewegungskonstanz/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2017). Bewegungsökonomie. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/bewegungsoekonomie/ (abgerufen am 1. November 2026).
