# Bewegungsrhythmus

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/bewegungsrhythmus/
- Englisch: movement rhythm
- Schlagwörter: Biomechanik, Koordination
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2025-09-11
- Sprache: de

Bewegungsrhythmus (movement rhythm), davon ausgehend, dass Lebensvorgänge rhythmisch verlaufen ([Atemrhythmus](https://schwimmlexikon.de/atemrhythmus/), [Herzschlag](https://schwimmlexikon.de/herzschlagfrequenz-2/), [Schlafrhythmus](https://schwimmlexikon.de/schlaf/) usw.), unterliegt auch die  sportliche [Bewegung](https://schwimmlexikon.de/bewegung/) einer zeitlichen Ordnung, z.B. als messbarer (objektiver) [Kraft-Zeit-Verlauf](https://schwimmlexikon.de/kraft-zeit-kurve/). Anders ausgedrückt ist der Bewegungsrhythmus der "Regulator zwischen Anspannung und [Entspannung](https://schwimmlexikon.de/entspannung/)" (Dankert et al. 1972). Sportliche Bewegungen unterliegen dabei einem spezifischen Rhythmus, der vom Sportler mehr oder weniger bewusst empfunden und zumeist vom Trainer mitvollzogen wird (s. Verhalten der Trainer beim Wettkampf). Komplexe kinematische und dynamische [Bewegungsstrukturen](https://schwimmlexikon.de/bewegungsstruktur/) können akustisch dargestellt werden und werden ohne weitere Vorinformation von Sporterfahrenen überzufällig häufig mit der gefragten Bewegung bzw. eng benachbarten Bewegungen in Verbindung gebracht. Damit eröffnet sich für [zyklische Bewegunge](https://schwimmlexikon.de/bewegung-azyklische-2/) n ein breiter Bereich der komplexen akustischen Bewegungsansteuerung (Effenberg 2000). Schwimmern half ein metronomgestütztes Training effektiv, ihr Tempo an das neue motorische Timing anzupassen, wobei die Wirkung bis zu 10 Tage anhält (Fassone et al. 2025).

Der Bewegungsrhythmus wird vom Schwimmer subjektiv  über [Muskelspannung](https://schwimmlexikon.de/muskelspannung/) und [Zugfrequenzen](https://schwimmlexikon.de/zugfrequenz/) wahrgenommen (→[Kinästhetik](https://schwimmlexikon.de/kinaesthesie/)). Objektiviert werden kann er an der [Schwimmbank](https://schwimmlexikon.de/schwimmbank/) oder als räumlich-zeitlicher Verlauf bei der Computeranalyse der [Schwimmtechnik](https://schwimmlexikon.de/schwimmechnik/) im [Schwimmkanal](https://schwimmlexikon.de/schwimmkanal/). Der Bewegungsrhythmus ist stark vom[konditionellen Leistungsvermögen](https://schwimmlexikon.de/konditionelle-faehigkeit/) abhängig und beeinflusst im Schwimmen über Zugfrequenz und Zyklusweg die [Rennstruktur](https://schwimmlexikon.de/rennstruktur/). Entsprechend der Erfahrungen aus der Vorschulerziehung kann der Bewegungsrhythmus sehr zeitig geschult werden. Als besonders günstiges Alter erweist sich das 9./10. Lebensjahr durch die besseren körperlichen Voraussetzungen und die größere [Bewegungserfahrung](https://schwimmlexikon.de/bewegungserfahrung/). Folglich sollte bereits ab [Grundlagentraining](https://schwimmlexikon.de/grundlagentraining/) die Gymnastik nach Musik durchgeführt und vor allem das Techniktraining akustisch unterstützt werden ("Zug", "Schub", "Ein", "Hop", "Jetzt" usw.). →[Rhythmisierungsfähigkeit](https://schwimmlexikon.de/rhythmisierungsfaehigkeit/)

Exkurs: Im Sport hat sich das [ideomotorische Training](https://schwimmlexikon.de/9945-2/) bewährt. So lässt der Schwimmer vor dem [Start](https://schwimmlexikon.de/start/) noch einmal "sein Rennen"  ideell Revue passieren. Bewährt hat sich dabei, diesen Ablauf musikalisch mit einem Rhythmus zu untermalen, der mit dem des Schwimmens übereinstimmt.

„Der Rhythmus ist die Persönlichkeit der Bewegung" Arturo Hotz, Leistungssport 3/2015, S. 53

## Quellen

- Dankert, Dietze & Lüdemann (1972). Der Einfluss der Rhythmisierungsfähigkeit auf das Training im Sportschwimmen. Theorie und Praxis des Leistungssports (10)3. 119-129
- Effenberg, A. (2000). Zum Potential komplexer akustischer Bewegungsinformationen für die Technikansteuerung. Leistungssport (30)5, 19-25
- Fassone, Puce, Biggio, Avanzino, Bove & Bisio (2025). Metronome-guided training accelerates the adaptation to an aerobic training pace in swimming. Frontiers in Sports and Active Living, 7, 1588758. Zugriff am 04.08.2025 unter https://doi.org/10.3389/fspor.2025.1588758. https://doi.org/10.3389/fspor.2025.1588758

## Verwandte Begriffe

- [Atemrhythmus](https://schwimmlexikon.de/atemrhythmus/)
- [Herzschlagfrequenz](https://schwimmlexikon.de/herzschlagfrequenz-2/)
- [Schlaf](https://schwimmlexikon.de/schlaf/)
- [Bewegung](https://schwimmlexikon.de/bewegung/)
- [Kraft-Zeit-Kurve](https://schwimmlexikon.de/kraft-zeit-kurve/)
- [Entspannung](https://schwimmlexikon.de/entspannung/)
- [Bewegungsstruktur](https://schwimmlexikon.de/bewegungsstruktur/)
- [Bewegung, zyklische](https://schwimmlexikon.de/bewegung-azyklische-2/)
- [Atmung](https://schwimmlexikon.de/atmung/)
- [Automatisierung](https://schwimmlexikon.de/automatisierung/)
- [Bewegungsmerkmal](https://schwimmlexikon.de/bewegungsmerkmal/)
- [Bewegungstempo](https://schwimmlexikon.de/bewegungstempo/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2025). Bewegungsrhythmus. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/bewegungsrhythmus/ (abgerufen am 20. Oktober 2026).
