# Bewegungswahrnehmung

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/bewegungswahrnehmung/
- Englisch: movement perception
- Schlagwörter: Lernen, Motorik, Psychologie
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2017-03-22
- Sprache: de

Bewegungswahrnehmung (movement perception), “sinnlich-rationale Form der Widerspiegelung von [Bewegungen](https://schwimmlexikon.de/bewegung/), im Sport im engeren Sinne die[Wahrnehmung](https://schwimmlexikon.de/wahrnehmung/) des eigenen Bewegungsablaufes“ (Mathesius, in Schnabel & Thieß, 1993, S.169). Eine wesentliche Komponente sind kinästhetische Empfindungen, die nicht "bewusstseinspflichtig", nicht einmal "bewusstseinsfähig" sind (Hacker, 2005, S.247). Die einfache Bewegungswahrnehmung ist auch nicht an die Sprache gebunden. Mancher Anfänger kann schon schwimmen, hat aber Probleme die Bewegungen zu beschreiben. Im motorischen Lernprozess erlangt aber der Zusammenhang zwischen sensorischem und verbalem System entscheidende Bedeutung .(Meinel & Schnabel 2007, S. 50/51).

Die Bewegungswahrnehmung kann sich sowohl auf die [Bewegungsausführung](https://schwimmlexikon.de/bewegungshandlung/) an sich (Schwimmen) als auch auf ein außerhalb liegendes Ziel ([Wende](https://schwimmlexikon.de/wende/), [Anschlag](https://schwimmlexikon.de/anschlag/)) beziehen. Eigenbewegungen werden mit den Komponenten Raum, [Kraft](https://schwimmlexikon.de/kraft/) (bzw. Anstrengung) und Zeit wahrgenommen. →[Kinästhetik](https://schwimmlexikon.de/kinaesthesie/), →[Propriozeption](https://schwimmlexikon.de/propriozeption/)

Exkurs: "Qualität und Vielfalt des Bewegungsverhaltens basieren auf der Qualität und dem Umfang motorischer Repräsentationen, [perzeptiver](https://schwimmlexikon.de/perzeption/) und [kognitiver](https://schwimmlexikon.de/kognitiv/) Funktionen und motorischer Steuerungsfunktionen. Ein bisher weitgehend ungenutzter Sinnesbereich - das Gehör - sollte durch neue Formen der datenbasierten Bewegungsvertonung (Bewegungs-[Sonifikation](https://schwimmlexikon.de/sonifikation/)) umfassender genutzt werden, um neben den visuellen zusätzlich audiomotorische und audiovisuelle Funktionen - bewusste wie unbewusste - in die Bewegungswahrnehmung und -regulation einzubinden" (Effenberg 2009).

## Quellen

- Effenberg, A. (2009). Wahrnehmungsoptimierte Bewegungsregulation. BISp-Jahrbuch Forschungsförderung 2008/09, 171-176
- Hacker, W. (2005). Allgemeine Arbeitspsychologie. Psychische Regulation von Wissens-, Denk- und körperlicher Arbeit (2. Aufl.), Hans Huber-Bern

## Verwandte Begriffe

- [Bewegung](https://schwimmlexikon.de/bewegung/)
- [Wahrnehmung](https://schwimmlexikon.de/wahrnehmung/)
- [Bewegungshandlung](https://schwimmlexikon.de/bewegungshandlung/)
- [Wende](https://schwimmlexikon.de/wende/)
- [Anschlag](https://schwimmlexikon.de/anschlag/)
- [Kraft](https://schwimmlexikon.de/kraft/)
- [Kinästhesie](https://schwimmlexikon.de/kinaesthesie/)
- [Propriozeption](https://schwimmlexikon.de/propriozeption/)
- [Audiomotorik](https://schwimmlexikon.de/audiomotorik/)
- [Bewegungsregulation](https://schwimmlexikon.de/bewegungsregulation/)
- [Bewegungsvorstellung](https://schwimmlexikon.de/bewegungsvorstellung/)
- [Bewusstsein](https://schwimmlexikon.de/bewusstsein/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2017). Bewegungswahrnehmung. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/bewegungswahrnehmung/ (abgerufen am 19. Oktober 2026).
