# Blutdruck

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/blutdruck/
- Englisch: blood pressure
- Schlagwörter: Leistungsdiagnostik, Physiologie, Sportmedizin
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2023-08-23
- Sprache: de

Blutdruck (blood pressure), Kraft, die durch die Pumpleistung des [Herzens](https://schwimmlexikon.de/sportherz/) das [Blut](https://schwimmlexikon.de/blut/) gegen den Gefäß- und Viskositätswiderstand zirkulieren lässt. Der Blutdruck ist sehr unterschiedlich und geht vom arteriellen Blutdruck in den [Arterien](https://schwimmlexikon.de/arterie/) des Kreislaufs (120 mm Hg) bis zu 25 mmHg in [Venen](https://schwimmlexikon.de/vene/) und [Kapillaren](https://schwimmlexikon.de/kapillare/) (Niederdrucksystem). Der arterielle Blutdruck schwankt zwischen [systolischem](https://schwimmlexikon.de/systole/) und [diastolischem Blutdruck](https://schwimmlexikon.de/diastole/)( = Blutdruckamplitude - s.Tab.). Bei zu geringem Blutdruck werden die Gewebezellen unzureichend versorgt, zu hoher Blutdruck schädigt das arterielle Gefäßsystem von Herz, Gehirn und Nieren. Durch komplizierte Regelvorgänge (Presso- und Chemorezeptoren, vasomotorische [Efferenzen](https://schwimmlexikon.de/efferenz/), [Hormone](https://schwimmlexikon.de/hormone/), [Herzfrequenz](https://schwimmlexikon.de/herzschlagfrequenz/)) versucht der Organismus den Blutdruck konstant zu halten.

[Ausdauertraining](https://schwimmlexikon.de/ausdauertraining/) hat blutdrucksenkende Wirkung und ist von therapeutischer Bedeutung bei Bluthochdruck (→[Hypertonie](https://schwimmlexikon.de/hypertonie/)). Durch den mit dem Sprung ins Wasser verbundenen [Kältereiz](https://schwimmlexikon.de/kaeltereiz/)(→[Wassertemperatur](https://schwimmlexikon.de/wassertemperatur/)) verengen sich die Gefäße. Das führt zur Erhöhung des Blutdrucks und als Gegenreaktion zum Absenken der Herzfrequenz. Schwimmer haben im Vergleich zu anderen Ausdauersportarten höhere Blutdruckwerte („Schwimmerhypertonie“). Bei jeder fünften Untersuchung wurden erhöhte systolische Werte (≥ 140 mmHg) festgestellt, während erhöhte diastolische Werte selten waren (Berbalk, 2000, s. Tab.). Ein erhöhter systolischer Blutdruck kann nach einer intensiven körperlichen Anstrengung auf eine verzögerte / unvollständige Erholung hindeuten (Hunter et al. 2018). Durch arteriosklerose Veränderungen lässt die Elastizität der Blutgefäße nach, was zum Anstieg des Blutdrucks führt. Wegen der geringen Differenzen zwischen Sportarten und der großen individuellen Variabilität ist der Blutdruck als [Paramete](https://schwimmlexikon.de/parameter/) r der [Leistungsfähigkeit](https://schwimmlexikon.de/leistungsfaehigkeit-sportliche/) nicht brauchbar (Heck, 1990).

Leistungssteigernde Mittel, wie [anabole Steroide](https://schwimmlexikon.de/steroide-anabole/) und Medikamente zur Schmerzlinderung und Entzündungshemmung, können den Blutdruck beeinflussen. Bei der Therapie eines Bluthochdrucks wiederum ist darauf zu achten, dass [Diuretika](https://schwimmlexikon.de/diuretika/) für alle Sportler auf der [Dopingliste](https://schwimmlexikon.de/dopingliste/) stehen. Sie gelten als so genanntes Maskierungsmittel, das durch verstärkte Verwässerung des Urins [Dopingkontrollen](https://schwimmlexikon.de/dopimgkontrolle/) erschwert. Ansonsten schließen sich Bluthochdruck und Leistungssport unter bestimmten Voraussetzungen nicht aus. Keine Einschränkung der Sporttauglichkeit besteht, wenn der Bluthochdruck durch eine entsprechende Behandlung normalisiert ist, die inneren Organe durch den Bluthochdruck nicht geschädigt sind und keine weiteren Risikofaktoren vorliegen. Andernfalls ist Wettkampfsport nur in wenigen ausgesuchten Sportarten möglich. (Weisser & Kindermann, [https://www.hochdruckliga.de/trotz-bluthochdruck-zu-den-olympischen-spielen.html](https://www.hochdruckliga.de/trotz-bluthochdruck-zu-den-olympischen-spielen.html), Zugriff am 21.03.16)

![]() Blutdruckwerte für Erwachsene (mm Hg) und Mittel bei Schwimmer/innen (Berbalk, 2000)

Exkurs: Dass Sport (regelmäßige moderate [Bewegung](https://schwimmlexikon.de/bewegung/)) den Blutdruck messbar senken kann, ist schon länger bekannt. Nun haben britische Wissenschaftler die Wirksamkeit verschiedener [Körperübungen](https://schwimmlexikon.de/koerperuebungen/) auf den Blutdruck verglichen: [aerobe Ausdauer](https://schwimmlexikon.de/ausdauer-aerobe/) (Rad, Laufen), [Krafttraining](https://schwimmlexikon.de/krafttraining/), [Intervalltraining](https://schwimmlexikon.de/intervalltraining/) ([HIT](https://schwimmlexikon.de/hochintensitaetstraining-hit/)) und [isometrische](https://schwimmlexikon.de/krafttraining-isometrisches/) Übungen. Jede der Übungen senkte den Blutdruck signifikant, am stärksten aber die isometrischen Übungen. Die Wissenschaftler erklären das mit der Entspannung und dem damit verbundenen plötzlichen Blutfluss nach der längeren (2 minütigen) Anspannung ([https://bjsm.bmj.com/content/early/2023/07/02/bjsports-2022-106503](https://bjsm.bmj.com/content/early/2023/07/02/bjsports-2022-106503) - Zugriff 23.08.23)

## Quellen

- Hunter, Fisher, Bryan, Borges & Carter (2018). Divergent blood pressure response after high-intensity interval exercise: A signal of delayed recovery? The Journal of Strength and Conditioning Research (32)11,3004-3010

## Verwandte Begriffe

- [Sportherz](https://schwimmlexikon.de/sportherz/)
- [Blut](https://schwimmlexikon.de/blut/)
- [Arterie](https://schwimmlexikon.de/arterie/)
- [Vene](https://schwimmlexikon.de/vene/)
- [Kapillare](https://schwimmlexikon.de/kapillare/)
- [Systole](https://schwimmlexikon.de/systole/)
- [Diastole](https://schwimmlexikon.de/diastole/)
- [Efferenz](https://schwimmlexikon.de/efferenz/)
- [Aldosteron](https://schwimmlexikon.de/aldosteron/)
- [Alterssport](https://schwimmlexikon.de/alterssport/)
- [Angst](https://schwimmlexikon.de/angst/)
- [Bewusstlosigkeit](https://schwimmlexikon.de/bewusstlosigkeit/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2023). Blutdruck. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/blutdruck/ (abgerufen am 22. Oktober 2026).
