# Deckeneffekt

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/deckeneffekt/
- Englisch: ceiling effect
- Schlagwörter: Physiologie, Psychologie, Training, Zyklisierung
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2024-02-27
- Sprache: de

Deckeneffekt (ceiling effect), [Messfehler](https://schwimmlexikon.de/messfehler/), der auf der Überschreitung des Messbereichs beruht.

1. Übertragen in der [Psychologie](https://schwimmlexikon.de/psychologie/) ein [Test](https://schwimmlexikon.de/test/) mit so geringen Anforderungen, dass maximale Testwerte leicht von der Mehrheit erreicht werden können und folglich eine differenzierte Merkmalsausprägung kaum möglich ist.

2. Bei der Ausbildung [konditioneller Fähigkeiten](https://schwimmlexikon.de/konditionelle-faehigkeit/) versteht man unter Deckeneffekt den Zeitpunkt, zu dem die [Trainingsreize](https://schwimmlexikon.de/trainingsreiz/) zunehmend an Wirkung verlieren („die Decke ist erreicht“). Dieser Erfahrung aus dem [Training](https://schwimmlexikon.de/training/) liegt die Aussage zugrunde, dass Anpassungsprozesse (→[Adaptation](https://schwimmlexikon.de/adaptation-biologische/)) weder kurz- noch langzeitig als unendlich fortsetzbar betrachtet werden können (Martin et al. 2001; Kataoka et al. 2024). So rechnet man im [Krafttraining](https://schwimmlexikon.de/krafttraining/) nach 10-12 Wochen [Hypertrophietraining](https://schwimmlexikon.de/hypertrophiemethode/) mit einem Deckeneffekt (Grosser et al. 2004). Ist der Deckeneffekt erreicht, dann ist es besser, die [Trainingsmethodik](https://schwimmlexikon.de/trainingsmethode/) grundsätzlich zu ändern. Da sich die Anpassung an Trainingsreize innerhalb der individuellen [Anpassungsfähigkeit](https://schwimmlexikon.de/anpassungsfaehigkeit/) vollzieht und somit Ausdruck der epigenetischen Regulationsabläufe (Interaktion der verschiedenen [genetischen](https://schwimmlexikon.de/genetik/) Faktoren) im Organismus ist (Engelhardt & Neumann, 1994), ist der Zeitpunkt des Deckeneffekts zwischen den Sportlern unterschiedlich. Der Deckeneffekt ist auch die Ursache, dass mit zunehmender Leistungsentwicklung die Zuwachsraten immer geringer ausfallen. →[Anpassungsreserve](https://schwimmlexikon.de/anpassungsreserve/), →[Überlernen](https://schwimmlexikon.de/ueberlernen/)

## Quellen

- Engelhardt & Neumann (1994). Sportmedizin – Grundlagen für alle Sportarten. München: BLV Verlagsgesellschaft mbH 1994
- Grosser, Starischka & Zimmermann (2004). Das neue Konditionstraining. München: BLV Verlagsgesellschaft mbH

## Verwandte Begriffe

- [Messfehler](https://schwimmlexikon.de/messfehler/)
- [Psychologie](https://schwimmlexikon.de/psychologie/)
- [Test](https://schwimmlexikon.de/test/)
- [Konditionelle Fähigkeit](https://schwimmlexikon.de/konditionelle-faehigkeit/)
- [Trainingsreiz](https://schwimmlexikon.de/trainingsreiz/)
- [Training](https://schwimmlexikon.de/training/)
- [Adaptation, biologische](https://schwimmlexikon.de/adaptation-biologische/)
- [Krafttraining](https://schwimmlexikon.de/krafttraining/)
- [Anpassungsreserve](https://schwimmlexikon.de/anpassungsreserve/)
- [Blockperiodisierung](https://schwimmlexikon.de/blockperiodisierung/)
- [Form, sportliche](https://schwimmlexikon.de/form-sportliche/)
- [Reizsummation](https://schwimmlexikon.de/reizsummation/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2024). Deckeneffekt. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/deckeneffekt/ (abgerufen am 22. Oktober 2026).
