# Detraining

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/detraining/
- Schlagwörter: Training, Zyklisierung
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2025-08-07
- Sprache: de

Detraining (engl.), der zeitweilige Komplettverlust der trainingsbedingten [physiologischen](https://schwimmlexikon.de/physiologie/) und Leistungsanpassungen als Konsequenz der Reduzierung oder Einstellung des Trainings. Detraining kann geplant ([Regeneration](https://schwimmlexikon.de/regeneration/), [aktive Erholung](https://schwimmlexikon.de/erholung-aktive/), [Trainingsperiodisierung,](https://schwimmlexikon.de/trainingsperiodisierung/) [Übertraining](https://schwimmlexikon.de/uebertraining/)), nach Beendigung des [Hochleistungstrainings](https://schwimmlexikon.de/hochleistungstraining-hlt/) (→[Abtraining](https://schwimmlexikon.de/abtraining/)) oder ungeplant bei Erkrankung oder Ausfall der Trainingsmöglichkeiten (Badschließung) erfolgen. 

Längerer Trainingsausfall führ zu Verlust von [Muskelmasse](https://schwimmlexikon.de/muskelmasse-aktive/), eine vollständige Beendigung des Trainings  zu einem Rückgang der [VO2max](https://schwimmlexikon.de/sauerstoffaufnahme-maximale-vo2max/) aufgrund einer Verringerung des Blut- und [Plasmavolumens](https://schwimmlexikon.de/blutplasma/). Zu den kardialen Veränderungen gehören eine Abnahme der linksventrikulären Masse, Größe und Dicke sowie ein Anstieg der [Herzfrequenz](https://schwimmlexikon.de/herzschlagfrequenz/) und des [Blutdrucks](https://schwimmlexikon.de/blutdruck/), was letztlich ein verringertes [Herzzeitvolumen](https://schwimmlexikon.de/herzzeitvolumen/) und eine verminderte Leistungsfähigkeit bedingt. Im [Stoffwechsel](https://schwimmlexikon.de/stoffwechsel/) kommt es zu einer Abnahme der [Laktatschwelle](https://schwimmlexikon.de/laktatschwelle/) und des [Muskelglykogens](https://schwimmlexikon.de/muskelglykogen/), zu einer Zunahme des [Körpergewichts](https://schwimmlexikon.de/koerpergewicht/), zu einem veränderten Austauschverhältnis der Atemluft und zu Veränderungen der Leistungsparameter. Kurzfristig kommt es zu einer Abnahme der [Insulin](https://schwimmlexikon.de/insulin/) sensitivität, während die Spiegel von Glukagon, [Wachstumshormon](https://schwimmlexikon.de/wachstumshormon-gh/) und [Cortisol](https://schwimmlexikon.de/cortisol/) unverändert bleiben. In der [Skelettmuskulatur](https://schwimmlexikon.de/skelettmuskulatur/) kommt es zu einer Verringerung der arteriell-venösen Sauerstoffdifferenz und des Glucose-Spiegels. →[Deadaptation](https://schwimmlexikon.de/deadaptation/)

Mujika et al. (1995) verweisen auf den schmalen Grat zwischen [Tapern](https://schwimmlexikon.de/tapering/) und Detraining. Kurzzeitiges Detraining geht einher mit einem rapiden Verlust der kardiorespiratorischen Fitness, der [metabolischen](https://schwimmlexikon.de/metabolismus/) Effektivität und der Atmungs- sowie leistungsgenerierenden Kapazität der [Muskulatur](https://schwimmlexikon.de/muskulatur-leistungsbestimmende/). Tapern als "Nur-Belastungsreduzierung" birgt die Gefahren des Detrainings, verbunden mit den o.g. negativen Folgen für den [Wettkampf](https://schwimmlexikon.de/wettkampf/). Beim Tapern geht es aber um die Verringerung der akkumulierten [Ermüdung](https://schwimmlexikon.de/ermuedung/) ohne die zuvor erreichten [Anpassungen](https://schwimmlexikon.de/anpassung/) zu verlieren. Daher lieber mehr als zuwenig Training!

Costill et al. (1984)  beobachteten bei Schwimmern bereits nach einer Woche Inaktivität einen Rückgang des oxidativen Potenzials der Muskeln und eine stärkere Störung des Blut-Säure-Basen-Gleichgewichts (→[pH-Wert](https://schwimmlexikon.de/ph-wert/)). In einer anderen Studie (Ruiz-Navarro et al. 2025) nahm nach einer fünfwöchigen Pause außerhalb der Saison die Leistung über 50m [Kraulschwimmen](https://schwimmlexikon.de/6668-2/) ab (Männer 0,34 s; Frauen 1,15 s). Das Belastungs-Geschwindigkeits-Profil und die damit verbundenen Variablen zeigten eine Verschlechterung  der [Laktatkonzentration](https://schwimmlexikon.de/laktatbildung/) im Blut, der maximalen Belastung bei Nullgeschwindigkeit (?), der Durchschnittsgeschwindigkeit und der [Schlagfrequenz](https://schwimmlexikon.de/schlagfrequenz/) äußerte. Nach einer Detrainingsphase von fünf Wochen ging die Leistung über 10x100m Freistil um 2 Sekunden zurück (Beetz 2024).

 

Die Autoren verweisen besonders auf die lange Sommerpause nach dem [Hauptwettkampf](https://schwimmlexikon.de/hauptwettkampf/). Wenn die trainierten Effekte so schnell verloren gehen, scheint es, dass es in der Übergangszeit nicht klug wäre, das Training abzubrechen, sondern nach einem reduzierten Zeitplan zu schwimmen, der die Aufrechterhaltung trainierter Zustände erleichtert oder nur geringe Regressionen zulässt (→[aktive Erholung](https://schwimmlexikon.de/erholung-aktive/)). Achtung! Hier haben Physiologen gesprochen. Sie sind für den Kopf (Psyche) nicht zuständig.

## Quellen

- Beetz, H. (2024). Detraining und Retraining im Schwimmsport: von der Genetik zur schwimmerischen Praxis. DSTV-Reihe, Bd. 49, 154-176
- Mujika, Chatard, Busso, Geyssant, Barale & Lacoste (1995). Effects of training on performance in competitive swimming. Canadian Journal of Applied Physiology (20)4, 395-406
- Ruiz-Navarro, López-Belmonte, Febles-Castro, Gay, López-Contreras, Morales-Ortiz & Arellano (2025). Detraining effect on sprint swimming performance and load-velocity profile. International Journal of Sports Physiology and Performance, 20 (4), 582-591. Zugriff am 07.06.2025 unter https://doi.org/10.1123/ijspp.2024-0491. https://doi.org/10.1123/ijspp.2024-0491

## Verwandte Begriffe

- [Physiologie](https://schwimmlexikon.de/physiologie/)
- [Regeneration](https://schwimmlexikon.de/regeneration/)
- [Erholung, aktive](https://schwimmlexikon.de/erholung-aktive/)
- [Trainingsperiodisierung](https://schwimmlexikon.de/trainingsperiodisierung/)
- [Übertraining](https://schwimmlexikon.de/uebertraining/)
- [Hochleistungstraining (HLT)](https://schwimmlexikon.de/hochleistungstraining-hlt/)
- [Abtraining](https://schwimmlexikon.de/abtraining/)
- [Muskelmasse, aktive](https://schwimmlexikon.de/muskelmasse-aktive/)
- [Deadaptation](https://schwimmlexikon.de/deadaptation/)
- [Erinnerungsreiz](https://schwimmlexikon.de/erinnerungsreiz/)
- [Form, sportliche](https://schwimmlexikon.de/form-sportliche/)
- [Pause](https://schwimmlexikon.de/pause/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2025). Detraining. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/detraining/ (abgerufen am 24. Oktober 2026).
