# egozentrisch

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/egozentrisch/
- Englisch: egocentric
- Schlagwörter: Psychologie
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2017-04-10
- Sprache: de

egozentrisch (egocentric), lat. ego „ich“; sich in den Mittelpunkt stellen, andere an sich selbst messen, Probleme, sich in Gruppen einzuordnen bis zu Realitätsverlust. →[Egoismus](https://schwimmlexikon.de/egoismus/)

Egozentrische Sportler verlieren die [Fähigkeit](https://schwimmlexikon.de/faehigkeit/), eine Rolle, eine Position oder eine Funktion in der [Gruppe](https://schwimmlexikon.de/trainingsgruppe/) einzunehmen, geraten zunehmend in [Isolation](https://schwimmlexikon.de/isolation/) und verhindern so die Entfaltung der eigenen [Identität](https://schwimmlexikon.de/identitaet/). Diese Erscheinung ist oft bei misslungener [Integration](https://schwimmlexikon.de/integration/) von Neueinsteigern zu beobachten (Baumann, 2006). [Kinder](https://schwimmlexikon.de/kind/) sind egozentrischer als Erwachsene. Dass Kinder selbst dann nicht fair teilen, wenn es strategisch klug wäre, erklärt sich aus der späten [Reifung](https://schwimmlexikon.de/reifung/) der Gehirnregion, die für Impulskontrolle wichtig ist. Erst mit zunehmendem Alter kann sich ein Kind in die Gefühlswelt eines anderen Menschen hineinversetzen (Steinbeis et al., 2014).
„Egozentriker: In jeder seiner kleinen grauen Zellen sitzt er lebenslänglich ein.“ Gerd W. Heise (*1930) dt. Schriftsteller
Exkurs: " Wenn man mit sportlichem Erfolg Geld oder sogar viel Geld verdienen kann, dieses Geld unbedingt benötigt, und das erworbene Geld auch noch als Statussymbol und Wertmesser der Persönlichkeit herhalten muss, dann werden Personen belohnt, die stressresistent, intelligent, leistungsmotiviert und egozentrisch sowie rücksichtslos sind. Der begabte, freundliche, versöhnliche und hilfsbereite Sportler, der die sportliche Fairness zur Maxime erhebt, hat in diesem System, wenn er nicht außerordentlich talentiert ist, auf die Dauer keinen Erfolg." (Janssen, 2001)

## Quellen

- Baumann, S. (2006). Psychologie im Sport. Aachen: Meyer
- Janssen, J.P. (2001). Persönlichkeit, Leistung und Schicksal von Olympia-Athleten. In: Kaulitz, P. & Haag, H. (Hrsg.). Olympische Idee, Olympische Bewegung, Olympische Spiele – Dimensionen und Perspektiven (S. 129-150). Kiel: Institut für Sport und Sportwissenschaften der Universität.
- Steinbeis, Bernhardt & Singer (2014). Age-related Differences in Function and Structure of rSMG and Reduced Functional Connectivity with DLPFC Explains Heightened Emotional Egocentricity Bias in Childhood. http://scan.oxfordjournals.org/content/early/2014/04/24/scan.nsu057.abstract

## Verwandte Begriffe

- [Egoismus](https://schwimmlexikon.de/egoismus/)
- [Fähigkeit](https://schwimmlexikon.de/faehigkeit/)
- [Trainingsgruppe](https://schwimmlexikon.de/trainingsgruppe/)
- [Isolation](https://schwimmlexikon.de/isolation/)
- [Identität](https://schwimmlexikon.de/identitaet/)
- [Integration](https://schwimmlexikon.de/integration/)
- [Kind](https://schwimmlexikon.de/kind/)
- [Reifung](https://schwimmlexikon.de/reifung/)
- [Psychologie, differentielle](https://schwimmlexikon.de/psychologie-differentielle/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2017). egozentrisch. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/egozentrisch/ (abgerufen am 31. Oktober 2026).
