# Eignungsmerkmal

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/eignungsmerkmal/
- Schlagwörter: Schwimmen, Talent, Test
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2017-04-10
- Sprache: de

Eignungsmerkmale (aptitude characteristics), [Eigenschaften](https://schwimmlexikon.de/eigenschaft/) eines Sportlers, die eine besonders günstige sportliche Entwicklung erwarten lassen.

Im Schwimmen von der [Leistungsstruktur](https://schwimmlexikon.de/leistungsstruktur/) abgeleitete Merkmale, die im Rahmen einer [Talentauswahl](https://schwimmlexikon.de/talentauswahl/) diagnostiziert werden. Dabei ist zu beachten, dass neben der aktuellen sportlichen Leistung auch [körperbauliche Merkmale](https://schwimmlexikon.de/koerperbaumerkmal/) sowie motorische [Fähigkeiten](https://schwimmlexikon.de/faehigkeit/) und [Fertigkeiten](https://schwimmlexikon.de/fertigkeit-motorische/) (→[Technikbewertung](https://schwimmlexikon.de/technikbeurteilung/)) eingeschätzt werden. Ferner sollten diese Merkmale immer in ihrer Entwicklung (→[Reifung](https://schwimmlexikon.de/reifung/), [biologisches Alter,](https://schwimmlexikon.de/alter-biologisches/) →[relativer Alterseffekt](https://schwimmlexikon.de/relativer-alterseffekt-rae/)) und im [Umfeld](https://schwimmlexikon.de/umfeld/) ([Trainingsbedingungen](https://schwimmlexikon.de/trainingsbedingungen/), [Förderung](https://schwimmlexikon.de/talentfoerderung/)) gesehen werden. In den meisten Studien wird der Reifegrad zum Zeitpunkt der Altersgruppenbewertungen als Schlüsselgröße für die Talentfindung im Schwimmen gesehen (Alves et al. 2014, Timakova & Klyuchnikova, 2010). Deshalb wurde im Vorwort zur ["Rudolph-Tabelle"](https://schwimmlexikon.de/rudolph-tabelle/) darauf verwiesen, bei der Leistungsbeurteilung [biologisches-](https://schwimmlexikon.de/alter-biologisches/) und [Trainingsalter](https://schwimmlexikon.de/trainingsalter/) zu berücksichtigen. →[Eignung](https://schwimmlexikon.de/eignung/), →[Talent](https://schwimmlexikon.de/talent/)

Die meisten Erfahrungen wurden im Schwimmen mit körperbaulichen Eignungsmerkmalen an der DHfK in Leipzig gewonnen (Kupper & Jüling, 1967). Später wurden diese Empfehlungen wegen veränderter Wettkampf- und Technikstrukturen korrigiert, woran besonders die [Delfinbewegung](https://schwimmlexikon.de/delfinbewegung/) maßgeblichen Anteil hat (Rudolph, 2004). Gegenüber den vielen Studien zu [anthropometrischen Merkmalen](https://schwimmlexikon.de/koerperbaumerkmal/) blieben  [leistungsphysiologische](https://schwimmlexikon.de/leistungsphysiologie/) (Ramcke, 2007; Braumann & Reer, 2000) und [mentale](https://schwimmlexikon.de/mental/) Voraussetzungen ziemlich unberücksichtigt. Aber je passender die Zielformulierung zum [Motiv](https://schwimmlexikon.de/motiv/) und zur [Impulsivität](https://schwimmlexikon.de/impulsivitaet/) des Athleten bzw. der Athletin ist, desto größer sind [Durchhaltewille](https://schwimmlexikon.de/willensspannkraft/) und Engagement bei der [Zielverfolgung](https://schwimmlexikon.de/zielsetzung/) (Stoll & Mempel 2016;  Sieber & Mempel, 2015). Letztlich ist es unverantwortlich, bei der Komplexität der Leistung im Schwimmen, sich nur auf einige wenige Eignungskriterien zu beschränken. Dabei steht außer Frage, dass auch zunehmend genetisches Screening die Talentauswahl beeinflussen wird, aber entscheidend wird sein, wie wir diese Technologie umsetzen und steuern (McGregor 2008; Carl, 2009). →[Gen](https://schwimmlexikon.de/genetik/) etik, →[Anthropometrie](https://schwimmlexikon.de/anthropometrie/), →[Körperbau](https://schwimmlexikon.de/koerperbau/)

Exkurs: " Schwimmen ist eine Sportart, die mehr auf das "Gefühl" (d.h. den Tastsinn) als auf Sicht, Klang usw. angewiesen ist. Die Qualität des sensorischen Inputs beeinflusst auch die Fähigkeit des Schwimmers, eine [Körperposition](https://schwimmlexikon.de/wasserlage/) zu halten, die den Widerstand reduziert." (Ralph Richards, Chef der Australian Swimming Coaches & Teachers Association) und  "Regenerationsfähigkeit ist der Maßstab für die Identifizierung physiologischer Talente" (Bill Sweetenham, australischer Erfolgstrainer, Autor "Champion swim Training")

 

## Quellen

- Kupper & Jüling (1967). Erarbeitung wissenschaftlich begründeter Eignungsmerkmale im Sportschwimmen und Untersuchungen über die Entwicklung der Bewegungseigenschaften bei Kindern im DSSV. Theorie und Praxis des Leistungssports, 5(1967)5, S. 124-126

## Verwandte Begriffe

- [Eigenschaft](https://schwimmlexikon.de/eigenschaft/)
- [Leistungsstruktur](https://schwimmlexikon.de/leistungsstruktur/)
- [Talentauswahl](https://schwimmlexikon.de/talentauswahl/)
- [Körperbaumerkmal](https://schwimmlexikon.de/koerperbaumerkmal/)
- [Fähigkeit](https://schwimmlexikon.de/faehigkeit/)
- [Fertigkeit, motorische](https://schwimmlexikon.de/fertigkeit-motorische/)
- [Technikbeurteilung](https://schwimmlexikon.de/technikbeurteilung/)
- [Reifung](https://schwimmlexikon.de/reifung/)
- [Armspannweite](https://schwimmlexikon.de/armspannweite/)
- [Auswahl](https://schwimmlexikon.de/auswahl/)
- [Beckenstachelbreite](https://schwimmlexikon.de/beckenstachelbreite/)
- [Begabung](https://schwimmlexikon.de/begabung/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2017). Eignungsmerkmal. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/eignungsmerkmal/ (abgerufen am 3. November 2026).
