# Endspurt

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/endspurt/
- Englisch: finish, final sprint
- Schlagwörter: Ausdauer wettkampfspezifische, Taktik, Wettkampf
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2025-08-22
- Sprache: de

Endspurt (finish, final sprint), besondere Aktivität in einer [Endphase](https://schwimmlexikon.de/endphase/) (einer Ausbildung, einer Wettkampfserie), im ursprünglichen Sinne aber Tempo[beschleunigung](https://schwimmlexikon.de/3120-2/) zu Ende eines Rennens.
Steigerung der [Schwimmgeschwindigkeit](https://schwimmlexikon.de/schwimmgeschwindigkeit/) in der Schlussphase eines [Wettkampfes](https://schwimmlexikon.de/wettkampf/), deren Dauer und Länge von [taktischen](https://schwimmlexikon.de/taktik/) Erwägungen und dem aktuellen [Leistungsvermögen](https://schwimmlexikon.de/leistungsvermoegen/) bestimmt wird. Grundlage sind ein hohes Niveau der [wettkampfspezifischen Ausdauer](https://schwimmlexikon.de/ausdauer-wettkampfspezifische/) ([Stehvermögen](https://schwimmlexikon.de/stehvermoegen/)) und psychisches [Mobilisationsvermögen](https://schwimmlexikon.de/mobilisationsfaehigkeit/). Erreicht wird die höhere Geschwindigkeit durch Steigerung der [Bewegungsfrequenz](https://schwimmlexikon.de/bewegungsfrequenz/)(vor allem [Brustschwimmen)](https://schwimmlexikon.de/brustschwimmen/) bzw. einen intensiveren [Beineinsatz](https://schwimmlexikon.de/3013-2/) (→[Schlagschwimmarten](https://schwimmlexikon.de/schlagschwimmarten/)). Da mit dem Endspurt oft die letzten Reserven mobilisiert werden, sollte in der Vorlauf-Endlauf-Strategie der kontinuierliche Geschwindigkeitsverlauf bevorzugt werden. Schwimmer mit dem gefürchteten Turbo zum Schluss verdanken das meistens einer ausgezeichneten [Grundlagenausdauer](https://schwimmlexikon.de/grundlagenausdauer/), da sie weniger „schmerzhaft“ die ersten Bahnen bewältigen. Eine optimale Rennstrategie hat die individuellen Stärken und Schwächen des Schwimmers zu berücksichtigen (McGibbon et al. 2018). Analysen von Rennverläufen zeigen, dass die muskuläre Leistungsabgabe bei hochintensiven Trainingsleistungen (Zwischen- und Endspurt) aktiv und vorausschauend durch die momentanen Empfindungen des Athleten als auch den relativen Umfang eines durchzuführenden Wettkampfes geregelt wird (De Koning et al. 2011). →[Spurt](https://schwimmlexikon.de/spurt/)

Exkurs: Johnson (1998) wirft die Frage nach einem Endspurt innerhalb des [Armzuges](https://schwimmlexikon.de/armzug/) beim Schwimmen auf. Obwohl ein langer Durchzug bis zum Oberschenkel gelehrt wird, zeigt die [Technik](https://schwimmlexikon.de/schwimmechnik/) vieler Spitzenschwimmer (u.a. M. Biondi, R. Carey, K. Perkins, A. Kasvio, A. Popov) keine solche Endbeschleunigungsphase. Deren Armzug zeichnet sich vielmehr durch einen fließenden, weichen Anfangszug sowie einer [Beschleunigung](https://schwimmlexikon.de/3120-2/) und [Kraft](https://schwimmlexikon.de/kraft/) in der "Aufwärts- und Rückwärtszugphase"  aus. Dazu kommt eine leichte Auswärtsbewegung im Endzug. Der Autor hält einen Armzug bis zur Streckung des Ellbogens im Endzug für ungünstig und glaubt auch nicht, dass die [Zuglänge](https://schwimmlexikon.de/zuglaenge/) der entscheidende Faktor im Schwimmen sei. Die Regel sollte sein: Verringerung der Zuganzahl pro Bahn mit minimalem Tempoverlust bzw. bei bereits vorhandener sehr guter Zuglänge halten dieser und allmählich Erhöhen des Tempos. Die schlechteste Variante ist ein Opfern der Zuglänge zu Gunsten zusätzlicher Geschwindigkeit ([Zugfrequenz](https://schwimmlexikon.de/zugfrequenz/)).

Neuloh, J. (2024) analysierte den Einflusses von Distanz, Zeitpunkt des Wettkampfs, Runde und Endplatzierung auf das Endspurtverhalten im 800-m- und 1.500-m-[Freistilschwimmen](https://schwimmlexikon.de/freistilschwimmen/) der letzten acht [Weltmeisterschaften](https://schwimmlexikon.de/weltmeisterschaft/) und fünf [Olympischen Spiele](https://schwimmlexikon.de/olympische-spiele/) (1998–2016; einschließlich 1.433 Rennen und 528 Schwimmern). Zusätzlich verglich er bei 27 Schwimmern Veränderungen im Endspurtverhalten, in der Endzeit und in den physiologischen Parametern. Die Untersuchung zeigte, dass insbesondere Medaillengewinner einen ausgeprägteren Endspurt haben als Nicht-Medaillengewinner und dass ein ausgeprägterer Endspurt mit der saisonalen Bestzeit im [Langstreckenschwimmen](https://schwimmlexikon.de/langstreckenschwimmer/) im Becken, einem höheren Leistungsniveau des Schwimmers und einer längeren Wettkampfdistanz verbunden ist. Medaillengewinner und Sieger zeigen einen ausgeprägteren Endspurt aufgrund einer größeren Mobilisierung [anaerober](https://schwimmlexikon.de/kapazitaet-anaerobe/) Reserven.
"Wer auf halber Strecke zum Endspurt ansetzt, dem geht die Puste vor der Zielgeraden aus" Daniel Mühlemann (*1959) Aphoristiker

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## Quellen

- Johnson, R. (1998). Tech Tips: To finish or not to finish?...That's the question. American Swimming Magazine (35)2, 26-28
- McGibbon, Pyne, Shephard & Thompson (2018). Pacing in swimming: A systematic review. Sports Medicine (48)7, 1621-1633

## Verwandte Begriffe

- [Endphase](https://schwimmlexikon.de/endphase/)
- [Beschleunigung](https://schwimmlexikon.de/3120-2/)
- [Schwimmgeschwindigkeit](https://schwimmlexikon.de/schwimmgeschwindigkeit/)
- [Wettkampf](https://schwimmlexikon.de/wettkampf/)
- [Taktik](https://schwimmlexikon.de/taktik/)
- [Leistungsvermögen](https://schwimmlexikon.de/leistungsvermoegen/)
- [Ausdauer, wettkampfspezifische](https://schwimmlexikon.de/ausdauer-wettkampfspezifische/)
- [Stehvermögen](https://schwimmlexikon.de/stehvermoegen/)
- [Kurzzeitausdauer](https://schwimmlexikon.de/kurzzeitausdauer/)
- [Serotonin](https://schwimmlexikon.de/serotonin/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2025). Endspurt. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/endspurt/ (abgerufen am 16. Oktober 2026).
