# Entwicklungsauffälligkeit

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/entwicklungsauffaelligkeit/
- Englisch: developmental conspicuity
- Schlagwörter: Talentauswahl, Wachstum, Wettkampf
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2017-04-12
- Sprache: de

Entwicklungsauffälligkeit (developmental conspicuity), Abweichung von der normalen Entwicklung, ohne dass eine medizinische [Diagnose](https://schwimmlexikon.de/diagnose/) gestellt werden kann, d.h. die Entwicklungsauffälligkeit sagt nichts über die spätere Entwicklung des Kindes voraus.

So ist eine Entwicklungsverzögerung ([Retardation](https://schwimmlexikon.de/retardation/)) ein aufholbarer Entwicklungsrückstand. Im Gegensatz dazu ist eine [Entwicklungsstörung](https://schwimmlexikon.de/entwicklungsstoerung/) eine Abweichung mit Krankheitswert, die meist zu einer bleibenden Einschränkung führt. Da im Kindesalter viele Entwicklungsprozesse sehr schnell und in [Phasen](https://schwimmlexikon.de/entwicklungsphasen/) verlaufen, ist die Differenzierung zwischen „normal“ und „abweichend“ bis „gestört“ sehr schwierig. Mit der [Pubertät](https://schwimmlexikon.de/pubertaet/) ist abweichendes Verhalten geradezu erwartbar, weil Jugendliche erst durch Austesten der Grenzen lernen, was gesellschaftlich akzeptiertes Verhalten ist (Schäfer & Scherr, 2005, S. 165). →[Verhaltensauffälligkeit](https://schwimmlexikon.de/verhaltensauffaelligkeit/)

Ursachen der Entwicklungsauffälligkeit sind oft soziale oder finanzielle Probleme in der [Familie](https://schwimmlexikon.de/familie/), fehlende [emotionale](https://schwimmlexikon.de/emotion/) Wärme, unterschiedliche Religions- und Wertvorstellungen, Lese-, Schreib- und Verständnisschwierigkeiten, fehlende [soziale Akzeptanz](https://schwimmlexikon.de/akzeptanz/) (Kannowski, 2005, S.16).

15% aller Kinder haben eine Entwicklungsauffälligkeit, 6-7% sind gemäß der WHO-Definition (ICD-10) in ihren Aktivitäten eingeschränkt, und 1-2% haben eine schwere [Behinderung](https://schwimmlexikon.de/behinderung/). Abweichungen im Entwicklungsverlauf (Retardierung, Akzelerierung) brauchen nicht als besorgniserregend angesehen werden. Sie sind aber besonders im [Leistungssport](https://schwimmlexikon.de/leistungssport/) zu berücksichtigen, da Früh- oder Spätentwicklung das physische [Leistungsvermögen](https://schwimmlexikon.de/leistungsvermoegen/) und die [Selektion](https://schwimmlexikon.de/selektion/) in Leistungsgruppen beeinflussen. →[Talentauswahl](https://schwimmlexikon.de/talentauswahl/), →[Talentförderung](https://schwimmlexikon.de/talentfoerderung/), →[Entwicklungsdiagnostik](https://schwimmlexikon.de/entwicklungsdiagnostik/)

## Verwandte Begriffe

- [Diagnose](https://schwimmlexikon.de/diagnose/)
- [Retardation](https://schwimmlexikon.de/retardation/)
- [Entwicklungsstörung](https://schwimmlexikon.de/entwicklungsstoerung/)
- [Entwicklungsphasen](https://schwimmlexikon.de/entwicklungsphasen/)
- [Pubertät](https://schwimmlexikon.de/pubertaet/)
- [Verhaltensauffälligkeit](https://schwimmlexikon.de/verhaltensauffaelligkeit/)
- [Familie](https://schwimmlexikon.de/familie/)
- [Emotion](https://schwimmlexikon.de/emotion/)
- [Entwicklungsalter](https://schwimmlexikon.de/entwicklungsalter/)
- [Entwicklungsdiagnostik](https://schwimmlexikon.de/entwicklungsdiagnostik/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2017). Entwicklungsauffälligkeit. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/entwicklungsauffaelligkeit/ (abgerufen am 4. November 2026).
