# Erholung, aktive

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/erholung-aktive/
- Englisch: recovery, active
- Schlagwörter: Regeneration, Zyklisierung
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2024-04-12
- Sprache: de

„Erholung, aktive“ (recovery, active), eigentlich aktive [Wiederherstellung](https://schwimmlexikon.de/wiederherstellung/) durch [Bewegung](https://schwimmlexikon.de/bewegung/), in der Trainingspraxis gebräuchliche Bezeichnung für Wiederherstellung der psycho-physischen [Leistungsfähigkeit](https://schwimmlexikon.de/leistungsfaehigkeit-sportliche/) nach hoher [Trainings](https://schwimmlexikon.de/trainingsbelastung/)- oder Wettkampfbelastung durch moderate unspezifische sportliche Tätigkeit („Ausgleichssport“, "[Ergänzungstraining](https://schwimmlexikon.de/ergaenzungstraining/)"), die trotz deutlicher Belastungsreduzierung einen zu starken Abfall der Leistungsparameter verhindert. Aktive Erholung wird hier als ein eigenständiger [Mikrozyklus](https://schwimmlexikon.de/mikrozyklus/) bis zu einer Woche verstanden, der am Ende eines [Makrozyklus](https://schwimmlexikon.de/makrozyklus-maz/), somit nach dem [Hauptwettkampf](https://schwimmlexikon.de/hauptwettkampf/), liegt und den Sportler bewusst vom sonstigen Trainingsalltag fernhalten sollte. Im Sinne der erforderlichen [Entspannung](https://schwimmlexikon.de/entspannung/) wird davor gewarnt, einen Großteil der [Sponsorenverpflichtungen](https://schwimmlexikon.de/sponsoring/) oder Prüfungen in diese Phase zu legen, weil vorher angeblich keine Zeit war. So kommen die Athleten gestresster aus der aktiven Erholung als sie hineingegangen sind. Bei Erscheinungen von [Übertraining](https://schwimmlexikon.de/uebertraining/) kann sich die aktive Erholung bis zu einem Mesozyklus ausdehnen. Dann nähern wir uns mehr der [Rehabilitation](https://schwimmlexikon.de/rehabilitation/) mit Maßnahmen, wie sie Krüger (2016) z.B. für Fußballer empfohlen hat. Aktive Erholung im Schwimmtraining sollte ein relativ kurzes aber wirkungsvolles "Ausspannen" sein (wer die nervliche Anspannung einer Meisterschaft erlebt hat, kann das nachvollziehen)..   →[Zyklisierung](https://schwimmlexikon.de/prinzip-der-zyklisierung/), →[Regeneration](https://schwimmlexikon.de/regeneration/), →[Übergangsperiode](https://schwimmlexikon.de/uebergangsperiode/)

Exkurs: Viele Trainer scheuen kurze trainingsfreie Phasen nach den [Makrozyklen](https://schwimmlexikon.de/makrozyklus-maz/). Besonders umstritten ist die Dauer der aktiven Erholung am Ende eines Trainingsjahres.  Nach Wakefield (1997) sind "lange Pausen vom ernsthaften Schwimmen nicht möglich, da nach zwei Wochen völliger Trainingsabstinenz das konditionelle Leistungsvermögen rapide absinkt."  Dabei sollte man sich aber nicht nur auf physiologische Werte stützen, sondern auch auf die psychische Verfassung. Der Schwimmer sollte zu Beginn des neuen Trainingsjahres auch wieder "Lust auf Wasser" haben.                                                                                     Der Begriff "aktive Erholung" wird auch bei der [Pausen](https://schwimmlexikon.de/pause/) gestaltung verwendet. Im Rahmen von intensivem [Intervalltraining](https://schwimmlexikon.de/intervalltraining/) wurde wiederholt die Effektivität aktiver versus passiver Pause untersucht. Dabei wird aktive Erholung als nützliches Mittel zur Verzögerung der [Ermüdung](https://schwimmlexikon.de/ermuedung/) während [Sprint](https://schwimmlexikon.de/sprint/) schwimmtraining angesehen (Ali Rasooli et al. 2012; Buchheit et al. 2010; Peyrebrune et al. 2001). Gowans & Weston (1999) zeigten in einer Studie, dass eine 10-minütige [Massage](https://schwimmlexikon.de/massage/) keine positive Wirkung auf die [Laktatentfernung](https://schwimmlexikon.de/laktateliminierung/) hat und empfahlen wegen der positiven Wirkung  aktive Erholung oder "Schwimmen nach unten" ([Kompensation](https://schwimmlexikon.de/kompensationsbereich-ko/)). Andererseits wird passive Erholung oder geringe Intensität (40% der 100-m-Geschwindigkeit) bei einer 2-minütigen Intervallzeit empfohlen (Wahl et al. 2012; Toubekis et al. 2011).

## Quellen

- Gowans & Weston (1999). The effect of active recovery, massage and passive recovery on blood lactate concentration and swimming performance. 5th IOC World Congress on Sport Sciences with the Annual Conference of Science and Medicine in Sport 1999
- Wakefield, B. (1997). Creative Coaching, part 2. American Swimming Magazine, Heft 1, 33-34

## Verwandte Begriffe

- [Wiederherstellung](https://schwimmlexikon.de/wiederherstellung/)
- [Bewegung](https://schwimmlexikon.de/bewegung/)
- [Leistungsfähigkeit, sportliche](https://schwimmlexikon.de/leistungsfaehigkeit-sportliche/)
- [Trainingsbelastung](https://schwimmlexikon.de/trainingsbelastung/)
- [Ergänzungstraining](https://schwimmlexikon.de/ergaenzungstraining/)
- [Mikrozyklus](https://schwimmlexikon.de/mikrozyklus/)
- [Makrozyklus (MAZ)](https://schwimmlexikon.de/makrozyklus-maz/)
- [Hauptwettkampf](https://schwimmlexikon.de/hauptwettkampf/)
- [Ausdauer, allgemeine](https://schwimmlexikon.de/2497-2/)
- [Ausschwimmen](https://schwimmlexikon.de/ausschwimmen/)
- [Detraining](https://schwimmlexikon.de/detraining/)
- [Entlastung](https://schwimmlexikon.de/entlastung/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2024). Erholung, aktive. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/erholung-aktive/ (abgerufen am 28. Oktober 2026).
