# Gegenstromanlage

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/gegenstromanlage/
- Schlagwörter: Trainingsmittel
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2017-05-21
- Sprache: de

Gegenstromanlage, (flume), auch Strömungskanal, umgangssprachlich einfach „Kanal“: technisches Gerät zur Veranschaulichung von Strömungen, das aus dem Schiffbau für die [Leistungsdiagnostik](https://schwimmlexikon.de/leistungsdiagnostik/) im Schwimmen und Kajaksport (→[Ergometrie](https://schwimmlexikon.de/ergometrie/)) übernommen wurde. Inzwischen bietet die Industrie verschiedene Modelle des "Endless Pool" ("Streampool") für den privaten Nutzer bis zu Hotels/Spa-Einrichtungen an. Für eine leistungssportliche Nutzung sind neben der Größe des Beckens besonders strömungsoptimierte Fächerdüsen erforderlich, da unterschiedliche Strömungsgeschwindigkeiten biomechanische Untersuchungen der Schwimmtechnik erschweren.

Der Schwimmsport kann die Kanäle nutzen:

 	zur Talentsuche („[Kinästhetik](https://schwimmlexikon.de/kinaesthesie/) training“, Schulung des Wassergefühls),
 	zum [Techniktraining](https://schwimmlexikon.de/techniktraining/),
 	zum Training [konditioneller Fähigkeiten](https://schwimmlexikon.de/faehigkeit-konditionelle/) ([S](https://schwimmlexikon.de/schnelligkeitstraining/), [SA](https://schwimmlexikon.de/schnelligkeitsausdauer-sa/), [WA](https://schwimmlexikon.de/wettkampfspezifische-ausdauer-wa/), [GA](https://schwimmlexikon.de/grundlagenausdauer/), [spezifische Kraft](https://schwimmlexikon.de/kraft-spezifische/)),
 	zur Leistungsdiagnostik,
 	zur [Rehabilitation](https://schwimmlexikon.de/rehabilitation/) (nach Verletzungen) (Rudolph, 1997).

In der Gegenstromanlage können die Schwimmer „am Ort“ bei stufenlos regelbaren [Geschwindigkeiten](https://schwimmlexikon.de/geschwindigkeit/) (zumeist von 0,5 bis 2,4 m/sec) „gegen den Strom“ schwimmen.  Die Anlage ist somit ein hervorragendes [Trainingsmittel,](https://schwimmlexikon.de/trainingsmittel/) besonders im Bereich des [Schnelligkeitstraining](https://schwimmlexikon.de/schnelligkeitstraining/) s, um [Geschwindigkeitsbarriere](https://schwimmlexikon.de/geschwindigkeitsbarriere/) n zu durchbrechen, und des [wettkampfspezifischen Training](https://schwimmlexikon.de/wettkampfspezifisches-training/) s, um angestrebte [Wettkampfgeschwindigkeiten](https://schwimmlexikon.de/wettkampfgeschwindigkeit/) zu trainieren (→ „[Prognoseschwimmen“](https://schwimmlexikon.de/prognoseschwimmen/)). Vorteilhaft ist auch bei bestimmten Verletzungen (z.B. Fuß, Knie) das Training der [Grundlagenausdauer](https://schwimmlexikon.de/grundlagenausdauer/), da die Wenden entfallen. Als sportartspezifisches [Ergometer](https://schwimmlexikon.de/ergometer/) ist die Gegenstromanlage ein wichtiger Bestandteil der Leistungsdiagnostik im DSV und trainingswissenschaftlicher Untersuchungen (z.B. →[Spiroergometrie](https://schwimmlexikon.de/spiroergometrie/)). Bei [Bewegungsanalyse](https://schwimmlexikon.de/bewegungsanalyse/) n sind Unterschiede in den biomechanischen Kenngrößen zwischen Schwimmbecken und Gegenstromanlage zu beachten, die besonders die Dauer der [Hauptphase](https://schwimmlexikon.de/hauptphase/), die [intrazyklischen Geschwindigkeitsschwankungen](https://schwimmlexikon.de/geschwindigkeit-zeit-verlauf-intrazyklischer/) sowie die Geometrie der Bewegung betreffen. Ungeachtet dessen erklären Bewegungsanalysen in der Gegenstromanlage das Bedingungsgefüge von Ursache und Wirkung in der [Koordination](https://schwimmlexikon.de/bewegungskoordination/) sstruktur des Schwimmers (Ackermann et al. 1992). Unter Berücksichtigung der [Zugfrequenz](https://schwimmlexikon.de/zugfrequenz/) (im Kanal 3-4 Züge weniger als im Freiwasser) kann aber von einer nahezu gleichen Muskelaktivierung in der Stärke als auch im Verlauf ausgegangen werden (Hermsdorf, 2002). →[Kanaltraining,](https://schwimmlexikon.de/kanaltraining/) →[Gegenstrombecken](https://schwimmlexikon.de/gegenstrombecken/)

## Quellen

- Ackermann, Blaser & Stucke (1992). Kinemetrische Variation der Bewegungskoordination – eine vergleichende Studie am Beispiel des Brustschwimmens in der Gegenstromanlage und im Schwimmbecken. Der Schwimmtrainer 75/76
- Hermsdorf, M. (2002). Vergleichende Untersuchung zu Muskelaktivitäten während des Freistilschwimmens im Strömungskanal und im Freiwasser sowie beim Krafttraining auf der Armzugbank. Dipl.Arbeit, Humboldt-Uni Berlin
- Rudolph, K. (1997). Modelltraining im Schwimmkanal. Leistungssport 2/29-33.

## Verwandte Begriffe

- [Leistungsdiagnostik](https://schwimmlexikon.de/leistungsdiagnostik/)
- [Ergometrie](https://schwimmlexikon.de/ergometrie/)
- [Kinästhesie](https://schwimmlexikon.de/kinaesthesie/)
- [Techniktraining](https://schwimmlexikon.de/techniktraining/)
- [Fähigkeit, konditionelle](https://schwimmlexikon.de/faehigkeit-konditionelle/)
- [Schnelligkeitstraining](https://schwimmlexikon.de/schnelligkeitstraining/)
- [Schnelligkeitsausdauer (SA)](https://schwimmlexikon.de/schnelligkeitsausdauer-sa/)
- [wettkampfspezifische Ausdauer (WA)](https://schwimmlexikon.de/wettkampfspezifische-ausdauer-wa/)
- [Biomechanik](https://schwimmlexikon.de/3680-2/)
- [Fahrradergometer](https://schwimmlexikon.de/fahrradergometer/)
- [Fahrt(en)spiel](https://schwimmlexikon.de/fahrtenspiel/)
- [Fehleranalyse](https://schwimmlexikon.de/fehleranalyse/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2017). Gegenstromanlage. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/gegenstromanlage/ (abgerufen am 30. Oktober 2026).
