# Gehirn

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/gehirn/
- Englisch: brain
- Schlagwörter: Anatomie, Physiologie
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2017-05-21
- Sprache: de

Gehirn (brain), zentrales Organ aller geistigen Funktionen, in dem [Bewusstsein](https://schwimmlexikon.de/bewusstsein/) und [Gedächtnis](https://schwimmlexikon.de/gedaechtnis/) und das Zentrum für [Sinn](https://schwimmlexikon.de/sinnesorgan/) eswahrnehmung angesiedelt sind. Es ist zugleich das komplizierteste, am wenigsten erforschte Gebilde im gesamten uns bekannten Universum.

Auch die für sportliche [Bewegungen](https://schwimmlexikon.de/bewegung/) erforderliche Gesamtmotorik ist ohne zentralnervöse Steuerung unmöglich. Dabei übernehmen die im Endhirn ablaufenden [sensomotorischen](https://schwimmlexikon.de/sensomotorik/) Prozesse die Führungsrolle. Das Gehirn passt sich körperlichem [Training](https://schwimmlexikon.de/training/) genauso an wie der [Skelettmuskel](https://schwimmlexikon.de/vorderhornzelle-motorische/), nur noch sensibler, noch ausgeprägter in den einzelnen Dimensionen. Das Neugeborene kommt mit 160-180 Milliarden Nervenzellen auf die Welt. Die Leistung des Gehirns hängt aber nicht nur von dieser Zahl der Nervenzellen ([Neurone](https://schwimmlexikon.de/neuron/) n) ab, sondern von deren Verbindungen untereinander (→[Synapsen](https://schwimmlexikon.de/synapse/)). Die einzige wissenschaftlich gesicherte Möglichkeit, die Synapsenbildung und damit ebenfalls die Neuronenerhaltung zu fördern, ist spielerische Bewegung. Dabei sind im Hinblick auf das Gehirn die 70jährigen mit einfachen Spaziergängen genauso trainierbar wie junge Menschen (Hollmann, 2005). Gegenwärtig revolutionieren neurowissenschaftliche Erkenntnisse die [Trainingslehre](https://schwimmlexikon.de/trainingslehre/) und den [Spitzensport](https://schwimmlexikon.de/spitzensport/). Die "[Neuroathletik](https://schwimmlexikon.de/neuroathletiktraining/)" nutzt die Tatsache, dass eine optimale körperliche Leistung  nur dann möglich ist, wenn das Gehirn hochwertige Informationen von Augen, [Gleichgewichtssystem](https://schwimmlexikon.de/gleichgewichtsfaehigkeit/) und Körper erhält (Lienhard, 2019). "Der Kopf muss jeden Tag auf's Neue aus der "Off"-Position in die "On"-Position geschaltet werden." (W. Goldsmith, 2017, australischer Schwimmexperte).

So erfreulich wie diese Erkenntnisse sind, so problematisch ist das Schädelhirntrauma (SHT) als eine der häufigsten Verletzungen bei Kontaktsportarten (Fußball, Boxen, Eishockey oder American Football). Auch nach häufig wiederholten leichten [Traumata](https://schwimmlexikon.de/trauma/) des Kopfes, ohne akute Symptome, besteht ein erhöhtes Risiko für Spätfolgen mit [kognitiven](https://schwimmlexikon.de/kognitiv/) Einschränkungen (Mayinger, 2018).

Exkurs: [Weltklasseleistungen](https://schwimmlexikon.de/weltklasse/) sind selten und nur zu 1% auf [Bildung](https://schwimmlexikon.de/bildung/) und zu 3% auf Berufserfahrung zurückzuführen. Der [Erfolg](https://schwimmlexikon.de/erfolg/), wer wir sind, ist weitaus wichtiger als das [Wissen](https://schwimmlexikon.de/wissen/), die [Fähigkeiten](https://schwimmlexikon.de/faehigkeit/) und [Beziehungen](https://schwimmlexikon.de/beziehung-soziale/), die wir haben und was wir tun - denn mit höherer Geistes-Hirn-Entwicklung werden unser Wissen und unsere Fähigkeiten nützlicher, unsere Beziehungen bereichernder und unser [Handeln](https://schwimmlexikon.de/bewegungshandlung/) effektiver. Top-Leisterhaben ein geordneteres, ruhigeres, wacheres und ökonomischeres Gehirn als Durchschnitts-Leister (Harung & Travis, 2015).

 „Das Gehirn ist nicht nur ein Gefäß, das gefüllt werden muss, sondern ein Feuer, das gezündet werden will“. Plutarch (50-125 n. Chr.)

## Quellen

- Harung & Travis (2015). Excellence through mind-brain development. The secrets of world-class perrformers. New York Routledge
- Hollmann, W. (2005). Gehirn, Geist und körperliche Aktivität. Vortrag auf der 3. Bundeskonferenz Bildung, Stuttgart 16./17.09.2005
- Lienhard, L. (2019). Training beginnt im Gehirn. Mit Neuroathletik die sportliche Leistung verbessern. München riva 2019
- Mayinger, M. (2018). Veränderungen der Mikrostruktur des Gehirns bei Kontaktsport-Athleten. Universität München, Medizinische Fakultät (Diss.)

## Verwandte Begriffe

- [Bewusstsein](https://schwimmlexikon.de/bewusstsein/)
- [Gedächtnis](https://schwimmlexikon.de/gedaechtnis/)
- [Sinnesorgane](https://schwimmlexikon.de/sinnesorgan/)
- [Bewegung](https://schwimmlexikon.de/bewegung/)
- [Sensomotorik](https://schwimmlexikon.de/sensomotorik/)
- [Training](https://schwimmlexikon.de/training/)
- [Vorderhornzelle, motorische](https://schwimmlexikon.de/vorderhornzelle-motorische/)
- [Neuron](https://schwimmlexikon.de/neuron/)
- [Affekthandlung](https://schwimmlexikon.de/affekthandlung/)
- [Aggression](https://schwimmlexikon.de/aggression/)
- [Anpassungsfähigkeit, psychische](https://schwimmlexikon.de/anpassungsfaehigkeit-psychische/)
- [Assoziation](https://schwimmlexikon.de/assoziation/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2017). Gehirn. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/gehirn/ (abgerufen am 21. Oktober 2026).
