# Gleiten

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/gleiten/
- Englisch: gliding
- Schlagwörter: Leistungsdiagnostik, Methode, Schwimmen
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2017-05-21
- Sprache: de

Gleiten (gliding), Art der [Bewegung](https://schwimmlexikon.de/bewegung/) bzw. Fortbewegung  bei reduzierter Reibung ([Gleitreibung)](https://schwimmlexikon.de/gleitreibung/) auf einem speziellen Untergrund (Wikipedia). →[Gleitfähigkeit](https://schwimmlexikon.de/gleitfaehigkeit/)

Im Schwimmen [Strecklage](https://schwimmlexikon.de/strecklage/) ohne gleichzeitige Antriebsbewegungen bei optimalem (minimalem) [Wasserwiderstand](https://schwimmlexikon.de/wasserwiderstand/) infolge geringsten in Vortriebsrichtung projizierten Körperquerschnitts“ (Mertens, in Schnabel & Thieß, 1993, S.346). Dabei hat sich in den Gleitphasen nach [Start](https://schwimmlexikon.de/start/) und [Wende](https://schwimmlexikon.de/wende/) die Streckung der Arme nach vorn gegenüber seitlich am Körper angelegt als vorteilhafter (Stromlinienform) erwiesen (Marinho et al. 2007). Das Gleiten ist eine der [Grundfertigkeiten](https://schwimmlexikon.de/grundfertigkeiten/) in der schwimmerischen [Grundausbildung](https://schwimmlexikon.de/grundausbildung-schwimmerische/) und komplex mit den anderen Grundfertigkeiten (→[Tauchen](https://schwimmlexikon.de/tauchen/),  Atmen) auszubilden. Es erfordert einen guten Umgang mit dem Wasser (→[Wassergefühl)](https://schwimmlexikon.de/wassergefuehl/) und günstige körperbauliche Voraussetzungen (→[spezifisches Gewicht,](https://schwimmlexikon.de/gewicht-spezifisches/) schlanker Körperbau, →[Rumpfstabilisation](https://schwimmlexikon.de/rumpfstabilisation/)). Zudem scheint sich die Wassertiefe positiv auf die Reduzierung des hydrodynamischen Widerstandes während des Gleitens auszuwirken. So zeigte das Gleiten in der Nähe des Beckenbodens auch geringere Widerstandswerte als das Gleiten in der Mitte des Beckens (Marinho et al. 2010). Schwimmer könnten einen Vorteil daraus ziehen, wenn sie nach der Wende die Gleitphase in 0,4 m Tiefe absolvieren, da somit - insbesondere bei Geschwindigkeiten über 1,9 m/s - der Widerstand auf das mögliche Minimum reduziert wird (Lyttle et al. 1998).

Wegen der mit zunehmender[ Schwimmgeschwindigkeit](https://schwimmlexikon.de/schwimmgeschwindigkeit/) höheren Bremswirkung des Wassers spielt Gleiten eine wichtige Rolle in allen Ausbildungsabschnitten. Es wurde deshalb als Pflichtübung in den [Landesvielseitigkeitstest](https://schwimmlexikon.de/landesvielseitigkeitstest/) aufgenommen (Auszug aus Ausschreibung):

Der Gleittest wird in Bauchlage und aus dem Abstoß unter Wasser ausgeführt. Der Körper muss völlig gestreckt sein und auch bleiben. Arm- und Beinbewegungen dürfen nicht gemacht werden.Die Zeitmessung beginnt, wenn die Füße die Beckenwand verlassen und endet, wenn der Kopf die optische 7,5m-Ziellinie durchbricht. Der Kopf wird bis zur 7,5-m - Linie zwischen den Armen gehalten. Nach Verlassen der Beckenwand sind keine dem [Vortrieb](https://schwimmlexikon.de/vortrieb/) dienenden Bewegungen zugelassen. Die häufigsten Fehler sind: zu geringe [Körperspannung](https://schwimmlexikon.de/stiffness/) (Streckung), Kopf nicht zwischen den Armen und Hände in Schulterbreite auseinander.

 

Exkurs: Um die optimale Körperhaltung (Wasserlage) beim Schwimmen zu ermitteln werden die Strömungseffekte um den Schwimmer (Computational Fluid Dynamics - CFD) untersucht und 3-D-Schwimmermodelle erstellt. Diese sollten aber aufgrund der geringen Körperform und Maßunterschiede zu echten Schwimmern mit Vorsicht betrachtet werden. Für eine bessere Genauigkeit von CFD-Studien sind realistische individuelle 3D-Modelle von Schwimmern erforderlich, wobei die spezifische [Kinematik](https://schwimmlexikon.de/kinematik/) zu berücksichtigen ist (Costa et al. 2015). Zur Messung der Gleiteffizienz im Schwimmen entwickelten Naemi & Sanders (2008) ein hydrokinematisches Verfahren (GlideCoach).

 

 

## Quellen

- Lyttle, Blanksby, Elliott & Lloyd (1998). The effect of depth and velocity on drag during the streamlined glide. Swim. Res. Fort Lauderdale 13, 15 - 22
- Marinho, Sousa, Reis, Alves, Vilas-Boas, Moreira, Silva & Rouboa (2007). The hydrodynamic drag during the gliding in swimming. 12th Annual Congress of the European College of Sport Science, Jyväskylä, Finland - July 11-14th 2007, 589-590
- Naemi & Sanders (2008). Ein hydrokinematisches Verfahren zur Messung der Gleiteffizienz eines menschlichen Schwimmers. Zeitschrift für Biomechanik, 130 (6), 916

## Verwandte Begriffe

- [Bewegung](https://schwimmlexikon.de/bewegung/)
- [Gleitreibung](https://schwimmlexikon.de/gleitreibung/)
- [Gleitfähigkeit](https://schwimmlexikon.de/gleitfaehigkeit/)
- [Strecklage](https://schwimmlexikon.de/strecklage/)
- [Wasserwiderstand](https://schwimmlexikon.de/wasserwiderstand/)
- [Start](https://schwimmlexikon.de/start/)
- [Wende](https://schwimmlexikon.de/wende/)
- [Grundfertigkeiten](https://schwimmlexikon.de/grundfertigkeiten/)
- [Auftrieb](https://schwimmlexikon.de/auftrieb/)
- [Bauchatmung](https://schwimmlexikon.de/bauchatmung/)
- [Differenzierungsfähigkeit](https://schwimmlexikon.de/differenzierungsfaehigkeit/)
- [Gleitlage](https://schwimmlexikon.de/gleitlage/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2017). Gleiten. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/gleiten/ (abgerufen am 20. Oktober 2026).
