# Haltungsschwäche

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/haltungsschwaeche/
- Englisch: postural weakness, postural dysfunction
- Schlagwörter: allgemeines Training, Belastung, Sportmedizin
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2017-05-24
- Sprache: de

Haltungsschwäche (postural weakness, postural dysfunction), „Missverhältnis zwischen dem Skelettwachstum und dem [Wachstum](https://schwimmlexikon.de/wachstum/) der [Muskulatur](https://schwimmlexikon.de/skelettmuskulatur/)“ (Groher in Röthig & Prohl, 2003), das besonders in Phasen verstärkten Körperwachstums zwischen dem 5. und 7. sowie dem 11. und 14. Lebensjahr auftritt. Man versteht darunter die Unfähigkeit, die [Wirbelsäule](https://schwimmlexikon.de/wirbelsaeule/) im Stand und mit horizontal vorgestreckten Armen länger als 30 Sekunden aufzurichten (Haltungstest nach Matthias). Das klassische Erklärungsmodell für Haltungsschwäche sind die typischen Symptome Beckenkippung und [Hyperlordose](https://schwimmlexikon.de/hyperlordose/). →[Funktionsgymnastik](https://schwimmlexikon.de/funktionsgymnastik/), →[Beweglichkeit](https://schwimmlexikon.de/beweglichkeit/), →[muskuläre Dysbalancen,](https://schwimmlexikon.de/dysbalance-muskulaere/) →[Rumpfstabilisation](https://schwimmlexikon.de/rumpfstabilisation/)

Haltungsschwäche ist inzwischen durch den obligatorischen [Bewegungsmangel](https://schwimmlexikon.de/bewegungsmangel/) zum „Markenzeichen“ vieler Schüler geworden, woraus erhöhte Anforderungen an den Sport erwachsen. Schwimmen spielt dabei als [Ganzkörperbewegung](https://schwimmlexikon.de/ganzkoerperbewegung/) eine besondere Rolle, kann aber bei hochgradiger [Spezialisierung](https://schwimmlexikon.de/spezialisierung-sportliche/) und fehlender Kräftigung der [Antagonisten](https://schwimmlexikon.de/antagonist/) selbst zur Haltungsschwäche beitragen (z.B. Rundrücken der Brustschwimmer). [Kraft](https://schwimmlexikon.de/kraftuebungen/)- oder [Dehnübungen](https://schwimmlexikon.de/dehnuebungen/) allein reichen nicht aus, sondern es sind komplexe [motorische Fähigkeiten](https://schwimmlexikon.de/faehigkeit-motorische/) zu schulen, wie [Koordination](https://schwimmlexikon.de/koordination/) und [Gleichgewichtsfähigkeit](https://schwimmlexikon.de/gleichgewichtsfaehigkeit/)(Sachs-Amid, 1994). Hieraus ergibt sich die Forderung nach der Bildung einer „Grundkonstitution“ im [Nachwuchstraining](https://schwimmlexikon.de/nachwuchstraining/).
"Haltungsschwäche kann auf Instabilität der Wirbelsäule wie auch der Geisteshaltung fußen"

## Quellen

- Sachs-Amid, F. (1994). Kinder in der Balance? Praxisorientierte Maßnahmen zur Schaffung von Verhaltens- (Körper-) Bewußtheit und Haltungskompetenz bei Vor- und Grundschülern. St. Augustin: Asgard.

## Verwandte Begriffe

- [Wachstum](https://schwimmlexikon.de/wachstum/)
- [Skelettmuskulatur](https://schwimmlexikon.de/skelettmuskulatur/)
- [Wirbelsäule](https://schwimmlexikon.de/wirbelsaeule/)
- [Hyperlordose](https://schwimmlexikon.de/hyperlordose/)
- [Funktionsgymnastik](https://schwimmlexikon.de/funktionsgymnastik/)
- [Beweglichkeit](https://schwimmlexikon.de/beweglichkeit/)
- [Dysbalance, muskuläre](https://schwimmlexikon.de/dysbalance-muskulaere/)
- [Rumpfstabilisation](https://schwimmlexikon.de/rumpfstabilisation/)
- [Anatomie](https://schwimmlexikon.de/anatomie/)
- [Beweglichkeitstraining im Kindes- und Jugendalter](https://schwimmlexikon.de/beweglichkeitstraining-im-kindes-und-jugendalter/)
- [Bewegungsmangel](https://schwimmlexikon.de/bewegungsmangel/)
- [Fehlbeanspruchung](https://schwimmlexikon.de/fehlbeanspruchung/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2017). Haltungsschwäche. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/haltungsschwaeche/ (abgerufen am 20. Oktober 2026).
