# Herzfrequenzvariabilität (HRV)

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/herzfrequenzvariabilitaet-hrv/
- Englisch: heart-rate variability
- Schlagwörter: Leistungsdiagnostik, Physiologie, Sportmedizin
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2026-09-04
- Sprache: de

Herzfrequenzvariabilität (HRV) (heart-rate variability), Oszillationen (Schwingungen) der Herzperiodendauer (RR-Intervalle) zur Beurteilung der kardialen autonomen Reaktionslage (Abweichungen von Herzschlag zu Herzschlag). Die HRV ist seit Jahren zur Früherkennung und Prognosebeurteilung pathologischer Prozesse (Myokardinfarkt, Schlaganfall) in der klinischen und intensivmedizinischen [Diagnostik](https://schwimmlexikon.de/diagnostik/) etabliert.

In der [Sportmedizin](https://schwimmlexikon.de/sportmedizin/) unterliegt die HRV besonderen Rahmenbedingungen, die noch eine Anpassung der Methode erfordern (Horn, 2004). Nach einem zweiwöchigen Trainingslager konnte bei „nicht überlasteten“ Schwimmern eine „Aktivität des autonomen Nervensystems bei gleichzeitiger Akzentuierung des [Sympathikus](https://schwimmlexikon.de/sympathikus/)“ nachgewiesen werden (Schwarz et al. 2001). Die HRV erwies sich als empfindlichster Marker für Trainingsbelastungsschwankungen, während Schlaf, Kraft und Schwimmleistung stabil blieben und kann als praktisches Werkzeug zur Überwachung von Trainingsreaktionen und zur [Steuerung der Trainingsbelastung](https://schwimmlexikon.de/trainingssteuerung/) bei Wettkampfschwimmern eingesetzt werden (Carvalhoe et al. 2025).

Da die [Herzfrequenz](https://schwimmlexikon.de/herzschlagfrequenz/) sehr individuell reagiert („einzigartig wie ein Fingerabdruck“) sind viele der [Herzfrequenzformeln](https://schwimmlexikon.de/herzfrequenzformel/) untauglich. Im Gegensatz wird eine Arrhythmie gegenüber einem chronologisch starren Herzschlag für vorteilhafter gesehen. Neuerdings ist die HRV mit einem Ohrclip und entsprechender Software zu ermitteln. Die im Diagramm dargestellten Messwerte sind dann angeblich einfach zu interpretieren.

 

Trotz einiger Vorbehalte versprechen sich Läufer von der Erfassung der HRV mit den gepriesenen Anwendungsfeldern im Sport wahre Wunder. Warten wir ab, zumindest erinnert das an die euphorische Phase mit Pulsuhren und Herzfrequenzformeln:

 	Biofeedback des Entspannungszustandes,
 	Kontrolle der [Belastbarkeit](https://schwimmlexikon.de/belastbarkeit/) und des [Gesundheit](https://schwimmlexikon.de/gesundheit/) szustandes,
 	[Steuerung des Trainingsprozesses](https://schwimmlexikon.de/trainingssteuerung/),
 	Bestimmung individueller Trainingszonen ([Belastungszonen](https://schwimmlexikon.de/belastungszone/)),
 	Beurteilung der Wirkung bestimmter Trainingsformen auf Wohlbefinden und Gesundheit ([http://www.laufen-in-koeln.de/lik4.php?aid=A-3729](http://www.laufen-in-koeln.de/lik4.php?aid=A-3729)).

Exkurs: Einige [Trainingswissenschaftler](https://schwimmlexikon.de/trainingswissenschaftler/) sehen den unmittelbaren Nutzen der HRV für den [Leistungssport](https://schwimmlexikon.de/leistungssport/) schon etwas kritischer, da die vorliegenden Ergebnisse nicht repräsentativ und teilweise widersprüchlich sind (Hottenrott et al. 2006, Gronwald et al. 2024). Deshalb versucht eine Arbeitsgruppe der [dvs](https://schwimmlexikon.de/deutsche-vereinigung-fuer-sportwissenschaft-dvs/) für die Anwendung von HRV im Sport relevante Standardisierungsvorgaben, Referenzgrößen und Anwendungsempfehlungen zu erarbeiten und diese in die verschiedenen (sport) wissenschaftlichen Anwendungsfelder sowie die Sportpraxis zu transferieren ([http://www.hrv-sport.de/forschungsgruppe/](http://www.hrv-sport.de/forschungsgruppe/)- Zugriff 7.07.2019). Für den fortlaufenden Trainingsprozess wird nach Untersuchungen von Hottenrott & Gronwald (2014, S. 13) die begleitende HRV-Messung besonders während intensiver bzw. umfangreicher Ausdauerbelastungen ([Trainingslager](https://schwimmlexikon.de/trainingslager/)) als sinnvoll betrachtet, außerdem mindestens eine Woche lang danach, um den [Regeneration](https://schwimmlexikon.de/regeneration/) sverlauf verfolgen und bewerten zu können, sowie während der [unmittelbaren Wettkampfvorbereitung](https://schwimmlexikon.de/unmittelbare-wettkampfvorbereitung-uwv/) (UWV). So nahm nach einem dreiwöchigen intensiven Training und der folgenden [Taperphase](https://schwimmlexikon.de/taperphase/) die Herzfrequenzvariabilität während der Umfangsreduzierung (tapern) ab und während des [Wettkampfes](https://schwimmlexikon.de/wettkampf/) zu (Hellard et al. 2014). Bei einem Olympiaschwimmer wurde mittels HFV-Messungen Training und Ermüdung erfasst, die sich in drei verschiedene Arten von Ermüdungsveränderungen (Fatigue Shifts) zeigten und spezifischen Veränderungen der sympathovagalen Einstellungen (Balance zwischen sympathischen Nervensystem und Vagustonus) entsprachen (Schmitt et al. 2016). Während des [Höhentrainings](https://schwimmlexikon.de/hoehentraining/) konnte bei Schwimmern ein [hypoxischer](https://schwimmlexikon.de/hypoxie/) Reiz zu Symptomen einer akuten Bergkrankheit und Veränderungen im vegetativen Gleichgewicht mit der Herzfrequenzvariabilität nachgewiesen werden (Calderon-Soto et al. 2012). Flatt et al. (2022) führten Unterschiede in der Herzfrequenzvariabilität zwischen Elite- und Subelite-Schwimmer/innen auf Trainingsalter und Wettkampferfahrung zurück.

„Wenn der Herzschlag so regelmäßig wie das Klopfen eines Spechtes oder das Tröpfeln des Regens auf dem Dach wird, wird der Patient innerhalb von vier Tagen sterben.“   Wang Shu-he, 3. Jahrhundert

## Quellen

- Calderon-Soto, Morales, Rodriguez, Iglesias, Feriche, Vazguez, Rodriguez-Zamora, Barrero & Hynynen (2012). Heart rate variability and acute mountain sickness during the acclimatization period of altitude training camp in elite swimmers. Sport Science Research Group, INEFC-Barcelona (https://www.scielo.br/j/rbcdh/a/tYgKXnRrcWWqH9v8rfKyBGq/?lang=en Zugriff 18.11.22)
- Horn, A. (2004). Diagnostik der Herzfrequenzvariabilität in der Sportmedizin – Rahmenbedingungen und diagnostische Möglichkeiten. BISp-Jahrbuch, 51 – 73
- Hottenrott & Gronwald (2014). Bedeutung der Herzfrequenzvariabilität für die Regenerationssteuerung. Leistungssport 5/2014, 9-13
- Schmitt, Regnard, Auguin & Millet (2016). Monitoring training and fatigue with heart rate variability: Case study in a swimming Olympic champion. Journal of Fitness Research (5)3, 38-45

## Verwandte Begriffe

- [Diagnostik](https://schwimmlexikon.de/diagnostik/)
- [Sportmedizin](https://schwimmlexikon.de/sportmedizin/)
- [Sympathikus](https://schwimmlexikon.de/sympathikus/)
- [Trainingssteuerung](https://schwimmlexikon.de/trainingssteuerung/)
- [Herzfrequenz](https://schwimmlexikon.de/herzschlagfrequenz/)
- [Herzfrequenzformel](https://schwimmlexikon.de/herzfrequenzformel/)
- [Belastbarkeit](https://schwimmlexikon.de/belastbarkeit/)
- [Gesundheit](https://schwimmlexikon.de/gesundheit/)
- [Angst](https://schwimmlexikon.de/angst/)
- [Apps](https://schwimmlexikon.de/apps/)
- [Belastungsempfinden, subjektives](https://schwimmlexikon.de/belastungsempfinden-subjektives/)
- [Ermüdung](https://schwimmlexikon.de/ermuedung/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2026). Herzfrequenzvariabilität (HRV). In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/herzfrequenzvariabilitaet-hrv/ (abgerufen am 24. Oktober 2026).
