# Homöostase

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/homoeostase/
- Englisch: homoeostasis
- Schlagwörter: Biologie, Physiologie, Regeneration, Trainingsprinzip
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2017-05-27
- Sprache: de

Homöostase (homoeostasis), (griech. homoiostásis „Gleichstand“), Zustand des Gleichgewichts offener dynamischer Systeme, aus der linearen [Kybernetik](https://schwimmlexikon.de/kybernetik/) von anderen Wissenschaftsdisziplinen übernommen. In der Biologie ist die [Anpassung](https://schwimmlexikon.de/anpassung/) an die Lebensbedingungen einschließlich von [Bewegungshandlungen](https://schwimmlexikon.de/bewegungshandlung/) immer auf Erhalten oder Wiederherstellung eines konstanten inneren Milieus gerichtet, die als homöostatische Regulation bezeichnet wird, wie z.B. die Regelung der [Körpertemperatur](https://schwimmlexikon.de/koerpertemperatur/), der [Herzfrequenz](https://schwimmlexikon.de/herzschlagfrequenz/), des osmotischen Drucks (der Bewegung von Flüssigkeiten durch eine Membran entgegenwirkend) usw. Diese durch die Übernahme aus der Kybernetik recht mechanistische Betrachtungsweise wird allerdings der beachtlichen biologischen Variabilität physiologischer Prozesse nicht mehr gerecht. „Wenn ein biologisches System homöostatisch im Sinn von konstant oder gar ultrastabil ist, dann ist es tot. Streuung, [Variabilität](https://schwimmlexikon.de/variabilitaet/) und [Dynamik](https://schwimmlexikon.de/dynamik/) sind nämlich Kennzeichen lebender Systeme.“ (Ulmer, 1999). Deshalb sollte unter physiologischen Belastungsbedingungen der messbare Begriff [Steady-State](https://schwimmlexikon.de/steady-state/) bevorzugt werden (Hottenrott & Neumann, 2010, S.31). →[Heterostase](https://schwimmlexikon.de/heterostase/)(Ungleichgewicht), →[Superkompensation](https://schwimmlexikon.de/superkompensation/)

Beispiele:

 	Die [Laktatakkumulation](https://schwimmlexikon.de/laktatakkumulation/) bei [Langzeitausdauer](https://schwimmlexikon.de/langzeitausdauer/) belastungen reflektiert ein Defizit in der aeroben und anaeroben [ATP](https://schwimmlexikon.de/adenosintriphosphat-atp/)-Produktion. Eine alternative Erklärung besteht darin, dass die Laktatkonzentration das Ausmaß der Störung der Homöostase widerspiegelt, welche wiederum zu Fehlermeldungen bei der Stimulation der [mitochondrialen](https://schwimmlexikon.de/mitochondrion/) Atmungskette führt: Anstieg des Redox-Potentials (Reduktions-Oxidations-Reaktion) und Rückgang des Phosphat-Potentials (nach Peronnet, 2010).
 	Die [Thermoregulation](https://schwimmlexikon.de/thermoregulation/) ist wichtig, um eine gleich bleibende [Körperkerntemperatur](https://schwimmlexikon.de/koerpertemperatur/) und damit die Homöostase aufrecht zu erhalten.
 	[Myostatin](https://schwimmlexikon.de/myostatin/) spielt eine Rolle bei der Vermittlung der Homöostase des [Skelettmuskels](https://schwimmlexikon.de/skelettmuskulatur/) als Reaktion auf das [Training](https://schwimmlexikon.de/training/) sowie während des Fortschritts der myogenen Erkrankung, wie [Atrophie](https://schwimmlexikon.de/atrophie/) oder Dystrophie (Muskelschwund).( Matsakas & Diel, 2005).
 	[Ausschwimmen](https://schwimmlexikon.de/ausschwimmen/) als Rückkehr der Körpersysteme auf normalen Status (Pyne, 1997).

Die individuelle physiologische Reaktion des kardiorespiratorischen Systems auf Veränderungen der respiratorischen Homöostase in homogenen Gruppen von Hochleistungssportlern wird als Voraussetzung für die hohe spezifische Arbeitsfähigkeit der Sportler erklärt (Mishchenko et al. 2010).
„Strebe nach Ruhe, aber durch das Gleichgewicht, nicht durch den Stillstand deiner Tätigkeit.“ Schiller (1759-1805) dt. Dichter
Video zum Thema: [https://www.youtube.com/watch?v=0ZTgG1rWEFA](https://www.youtube.com/watch?v=0ZTgG1rWEFA) - Zugriff 24.07.2019

## Quellen

- Matsakas & Diel (2005). The growth factor Myostatin, a key regulator in skeltal muscle growth and homeostasis. International Journal of Sports Medicine (26)2, 83-89
- Mishchenko, Shynkaruk, Suchanowski, Lysenko, Tomiak, Diachenko & Korol (2010). Individualities of cardiorespiratory responsiveness to shifts in respiratory homeostasis and physical exercise in homogeneous groups of high performance athletes. Baltic Journal of Health and Physical Activity (2)1, 13-29
- Peronnet, F. (2010). Lactate as an end-product and fuel. Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin (61)5, 112-116
- Ulmer, H.V. (1999). Überlegungen zu physiologischen Normalwerten auf dem Hintergrund von Homöostase und Teleologie. Vortrag auf dem wissenschaftlichen Symposium aus Anlass des 50-jährigen Bestehens der Sportmedizin an der FreienUniversität und des 60. Geburtstags von Prof. Dr. D. Böning, Berlin, 25. – 26. Juni 1999 (http://www.uni-mainz.de/FB/Sport/physio/pdffiles/304manus.pdf)

## Verwandte Begriffe

- [Kybernetik](https://schwimmlexikon.de/kybernetik/)
- [Anpassung](https://schwimmlexikon.de/anpassung/)
- [Bewegungshandlung](https://schwimmlexikon.de/bewegungshandlung/)
- [Körpertemperatur](https://schwimmlexikon.de/koerpertemperatur/)
- [Herzfrequenz](https://schwimmlexikon.de/herzschlagfrequenz/)
- [Variabilität](https://schwimmlexikon.de/variabilitaet/)
- [Dynamik](https://schwimmlexikon.de/dynamik/)
- [Steady-state](https://schwimmlexikon.de/steady-state/)
- [Adaptation, biologische](https://schwimmlexikon.de/adaptation-biologische/)
- [Beanspruchung](https://schwimmlexikon.de/beanspruchung/)
- [Erholung](https://schwimmlexikon.de/erholung/)
- [Fließgleichgewicht](https://schwimmlexikon.de/fliessgleichgewicht/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2017). Homöostase. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/homoeostase/ (abgerufen am 31. Oktober 2026).
