# Hypoxietraining

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/hypoxietraining/
- Englisch: hypoxic training
- Schlagwörter: Hypoxie, Methode, Physiologie, Schwimmen
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2025-08-02
- Sprache: de

Hypoxietraining (hypoxic training), in der Literatur identisch mit [Höhentraining](https://schwimmlexikon.de/hoehentraining/) und allgemein für Sauerstoffmangeltraining gebraucht, hier als eine terminologisch unsauber bezeichnete Trainingsform im Schwimmen, eigentlich ein [Atemmangeltraining](https://schwimmlexikon.de/atemmangeltraining/) als simulierte [Hypoxie](https://schwimmlexikon.de/hypoxie/), z.B. indem der Sauerstoffanteil bei unverändertem Luftdruck verringert wird (normobare Hypoxie).  s. auch Hypoxietraining während [Menstruation](https://schwimmlexikon.de/menstruation/) sphase.

![]() Modell des Hypoxietrainings (modifiziert nach Wilber, 2007), Legende LH= Live High, TH= Train High, TL=Train Low, LL=Live Low

Entgegen der Erfahrungen von [Trainern](https://schwimmlexikon.de/trainer/) der führenden [Schwimmverbände](https://schwimmlexikon.de/sportverband/) ist die Wirkung des Höhentrainings unter [Sportwissenschaftlern](https://schwimmlexikon.de/sportwissenschaft/) noch umstritten*. Zwar hat unter den verschiedenen Höhentrainingsmethoden das intermittierende hypoxische Training ("oben trainieren- unten wohnen" und umgekehrt) eine beispiellose Popularität erlangt, doch die funktionelle Übersetzung der [Trainingsreize](https://schwimmlexikon.de/trainingsreiz/) im Sinne einer Leistungssteigerung ist bei vielen Sportlern minimal (u.a. Robach et al. 2014: Vogt & Hoppeler, 2010). Mit einer [Metaanalyse](https://schwimmlexikon.de/metaanalyse/) deuten Dorelli et al. (2025) darauf hin, dass trotz einiger enthusiastischer Ergebnisse in der Literatur, die möglicherweise durch veröffentlichungsbezogene Verzerrungen beeinflusst sind, [aerobes Training](https://schwimmlexikon.de/training-aerobes/) unter Hypoxie im Vergleich zu normoxischem Training (unter normalen Sauerstoff-Anteil) keine überlegene Verbesserung der [VO2max](https://schwimmlexikon.de/sauerstoffaufnahme-maximale-vo2max/) und der [Leistung](https://schwimmlexikon.de/leistung/) bietet. Daher würde die Zugabe von Hypoxie zum aeroben Training die Trainingsanpassungen nicht verbessern.

In der Trainingspraxis ist man verschiedentlich zu [Sprintintervall-Training](https://schwimmlexikon.de/schnelligkeitstraining/) mit unvollständiger Erholung bei Hypoxie (Atemmangel) übergegangen, das vorzugsweise im gewohnten Umfeld (NN) stattfinden kann (Brocherie et al. 2016). Schon Counsilman (1980) empfahl, ein Training mit bewusst reduzierter [Atemfrequenz](https://schwimmlexikon.de/atemfrequenz/) für ein Viertel bis zur Hälfte der gesamten [Trainingseinheit](https://schwimmlexikon.de/trainingseinheit-te/). Besonders im Rahmen des [GAI -Trainings](https://schwimmlexikon.de/grundlagenausdauer-aerobe-gai/) sollte nur auf jeden zweiten und später jeden dritten Armzyklus geatmet werden, wobei nach Möglichkeit die [Technik](https://schwimmlexikon.de/technik-sportliche/) gegenüber dem normalen Rhythmus nicht verändert werden sollte. Bis zum Klassiker „8 x 25 m ohne Atmung". Wir hatten früher für eine Wettkampfdisziplin „50m Tauchen (ohne Hilfsmittel)“ geübt und konnten problemlos 50m unter Wasser schwimmen.

####### *2020 erschienen in Medicine & Science in Sports & Exercise zwei Beiträge zum Hypoxietraining, pro "Hypoxic training is beneficial in elite athletes" (Millet & Brocherie), contra "Hypoxic training is not beneficial in elite athletes" (Siebenmann & Dempsey). Nicht leicht zu verdauen für den nur auf die Wissenschaft fokussierten Trainer!

Exkurs: Während der durch die Pandemie bedingten Einschränkungen konnte 2020 kein Höhentraining durchgeführt werden Der DSV verwendete für seine [Olympiakader](https://schwimmlexikon.de/olympiakader/) im [Landtraining](https://schwimmlexikon.de/landtraining/) normobare Hypoxie. Hierbei wurden die Sportler über Schlauch und Maske mit einem Höhengenerator verbunden, der der Umgebungsluft [Sauerstoff](https://schwimmlexikon.de/sauerstoff/) entzieht. Der Vorteil bestand in der individuellen Steuerung der Höhen- und [Trainingsbelastung](https://schwimmlexikon.de/trainingsbelastung/), da jeder über einen eigenen Generator versorgt wird. Was fehlt, ist der [hydrostatische Druck](https://schwimmlexikon.de/druck-hydrostatischer/) der natürlichen Höhe, der weitere [Anpassung](https://schwimmlexikon.de/anpassung-funktionelle/) seffekte auf den Organismus hat (Interview DSV-Presse mit Bernd Berkhahn von 21.12.20). Eine Studie mit Schwimmern ([Anschlusskader](https://schwimmlexikon.de/b-kader/)) bestätigte, dass ein normobares Hypoxie-Hypoxie-[Intervalltraining](https://schwimmlexikon.de/intervalltraining/) zu einem Anstieg der [Hämoglobin](https://schwimmlexikon.de/haemoglobin/) werte führt. Die Analyse ergab statistisch signifikante Veränderungen der Laktatdehydrogenase-Aktivität vor und nach dem Training, was auf eine Verbesserung der [Sauerstoffversorgung](https://schwimmlexikon.de/sauerstoffausnutzung/) des Gewebes und eine Aktivierung der [Erholung](https://schwimmlexikon.de/erholung/) sprozesse bei den Sportlern hindeutet (Sheshurina et al. 2025).

Sollten nach dem von Counsilman empfohlenem „Hypoxietraining“ Kopfschmerzen oder Schwindelgefühle auftreten, ist es durch wenig intensives [Grundlagenausdauer](https://schwimmlexikon.de/grundlagenausdauer/)-Training (→[Kompensation](https://schwimmlexikon.de/kompensationsbereich-ko/)) zu unterbrechen. Maglischo (2003) rät zur Vorsicht und empfiehlt statt „Hypoxietraining“ eher wettkampfmäßig zu trainieren. Eine Befragung von 203 Athleten zeigte, dass fast ein Drittel während des Hypoxietrainings erkrankte. Deshalb sollten in dieser Phase [Stress](https://schwimmlexikon.de/stress/) und [Trainingszustand](https://schwimmlexikon.de/trainingszustand/) mehr beachtet werden ([https://www.researchgate.net/publication/272377735_Popularity_of_hypoxic_training_methods_for_endurance-based_professional_and_amateur_athletes](https://www.researchgate.net/publication/272377735_Popularity_of_hypoxic_training_methods_for_endurance-based_professional_and_amateur_athletes) - Zugriff 15.08.2019). Die Schwimmer lernen aber auch, durch „Hypoxietraining“, mit Atemnot (→[Dyspnoe](https://schwimmlexikon.de/dyspnoe/)) umzugehen. Es sind aber einige Besonderheiten zu berücksichtigen. So stiegen die [Laktatwerte](https://schwimmlexikon.de/laktatbildung/) nicht an und die [Herzfrequenz](https://schwimmlexikon.de/herzschlagfrequenz/) nahm ab (West et al. 2005). Durch die Aufnahme der 50m Disziplinen in das WM/EM-Programm und die Nutzung der [Übergänge](https://schwimmlexikon.de/uebergang/) mit dem [Delfinkick](https://schwimmlexikon.de/delfinbeinschlag/) bestimmt das "Schwimmen ohne Luft" immer stärker die Wettkampfgestaltung.

## Quellen

- Brocherie, Girard, Faiss & Millet (2016). Altitud y deportes de equipo: métodos tradicionales desafiados por un entrenamiento innovador y específico en hipoxia. Revista Internacional de Ciencias del Deporte (12)46,338-358
- Counsilman, J.F. (1980). Handbuch des Sportschwimmens. Bockenem: Fahnemann
- Dorelli, Giuriato, Zamboni, Daini, Cominacini, Dalle Carbonare, Wang, Crisafulli, Schena & Venturelli (2025). Aerobic intermittent hypoxic training is not beneficial for maximal oxygen uptake and performance: a systematic review and meta-analysis. Scandinavian Journal of Medicine & Science in Sports, 35 (6), e70088. Zugriff am 28.07.2025 unter https://doi.org/10.1111/sms.70088. https://doi.org/10.1111/sms.70088
- Maglischo, E.W. (2003). Swimming faster. Champaign: Human Kinetics Publishers
- Sheshurina, Slepova, Kalinin, Dorofeykov & Lomazova (2025). The impact of intermittent normobaric hypoxia-hypoxic training on the blood and biochemical parameters of an athlete. Theory and Practice of Physical Culture, 1, 38-41. Zugriff am 08.05.2025 unter http://tpfk.ru/index.php/TPPC/article/view/1228
- West, Drummond, Vanness & Ciccolella (2005). Blood lactate and metabolic responses to controlled frequency breathing during graded swimming. J Strength Cond Res. 19(4): 772-6

## Verwandte Begriffe

- [Höhentraining](https://schwimmlexikon.de/hoehentraining/)
- [Atemmangeltraining](https://schwimmlexikon.de/atemmangeltraining/)
- [Hypoxie](https://schwimmlexikon.de/hypoxie/)
- [Menstruation](https://schwimmlexikon.de/menstruation/)
- [Trainer](https://schwimmlexikon.de/trainer/)
- [Sportverband](https://schwimmlexikon.de/sportverband/)
- [Sportwissenschaft](https://schwimmlexikon.de/sportwissenschaft/)
- [Trainingsreiz](https://schwimmlexikon.de/trainingsreiz/)
- [Atmung](https://schwimmlexikon.de/atmung/)
- [Barokammer](https://schwimmlexikon.de/barokammer/)
- [Experimentalgruppe](https://schwimmlexikon.de/experimentalgruppe/)
- [Hitze](https://schwimmlexikon.de/hitze/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2025). Hypoxietraining. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/hypoxietraining/ (abgerufen am 30. Oktober 2026).
