# Immunsystem

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/immunsystem/
- Englisch: immune system
- Schlagwörter: Gesundheit, Pädagogik, Sportmedizin, Umfeld
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2017-05-30
- Sprache: de

Immunsystem (immune system) aus verschiedenen [Organen](https://schwimmlexikon.de/organ/), Geweben bzw. zirkulierenden [Zellen](https://schwimmlexikon.de/zelle/) bestehende Funktionseinheit zur Abwehr von Krankheitserregern. Hierzu zählen neben Zellen (wie z.B. Lymphozyten) auch kleine Proteinmoleküle (→[Immunglobuline](https://schwimmlexikon.de/immunglobulin/)). Durch [Stress](https://schwimmlexikon.de/stress/), wozu auch [Überbelastung](https://schwimmlexikon.de/ueberlastung/)/-[training](https://schwimmlexikon.de/uebertraining/) zu zählen ist, kann die Abwehrbereitschaft geschwächt werden (Immunsuppression). Wenn dem Organismus keine ausreichende [Regenerationszeit](https://schwimmlexikon.de/regenerationszeit/) zur Absenkung des Stresshormonspiegels zur Verfügung steht, kann das Immunsystem chronisch unterdrückt sein und das Risiko für [Infektionen](https://schwimmlexikon.de/infektionskrankheit/) steigt. Das ist abermals ein Hinweis, wie wichtig die geplante Erholung im Trainingsprozess ist (→[Prinzip der Einheit von Belastung und Erholung](https://schwimmlexikon.de/prinzip-der-einheit-von-belastung-und-erholung/)). →[Immunmodulatoren](https://schwimmlexikon.de/immunmodulatoren/), →[Immunschwäche](https://schwimmlexikon.de/immunschwaeche/), →[Abhärtung](https://schwimmlexikon.de/abhaertung/)

Angemessener Sport moduliert Immunfunktionen, während Übertraining sie vermindert. Es ist wissenschaftlich belegt, dass das Immunsystem in direkter Abhängigkeit von der Reizstärke, Reizdauer und Reizintensität einer sportlichen Belastung reagiert (→[Belastungskomponenten](https://schwimmlexikon.de/belastungskomponente/)). Dabei ist zu beachten, dass unterschiedliche [Sportarten](https://schwimmlexikon.de/sportartengruppe/) selbst bei Belastungen mit maximaler Intensität zu unterschiedlichen Veränderungen im Immunsystem führen (Espersen et al. 1996). Um aus dem körperlichen Training den größten Nutzen für die [Gesundheit](https://schwimmlexikon.de/gesundheit/) zu ziehen, muss der für jeden Menschen unterschiedliche individuelle optimale [Trainingsbereich](https://schwimmlexikon.de/trainingsbereich/) ermittelt werden (Buhl & Weber, 2004). Körperlich aktive Menschen haben aufgrund einer besseren Immunität weniger [Infektionen](https://schwimmlexikon.de/infektionskrankheit/) der oberen Luftwege als Menschen, die einen bewegungsarmen Lebensstil bevorzugen. Besonders Kindern und Jugendlichen wird deshalb geraten, möglichst mehr als eine Stunde pro Tag im Rahmen von Spiel, Sport, Berufs- oder Schulalltag unter Bewegungsfreude weckenden Rahmenbedingungen, möglichst in Naturverbundenheit, körperlich aktiv zu sein (Gabriel, 2005). Unseren „Retortensportschülern“ sei besonders die „Naturverbundenheit“ mit auf den Weg gegeben, einmal heraus aus dem üblichen Ablauf „Schule-Schwimm/Turnhalle-Mensa-Internat“. →[open window Effekt](https://schwimmlexikon.de/open-window-effekt/)

Exkurs: Für die Immuno-Neuropsychiatrie, die sich mit den vielfältigen Verflechtungen zwischen Gehirn, Immunsystem und Psyche beschäftigt, wird immer klarer, dass Immunmechanismen die normalen, gesunden Funktionen des Gehirns beeinflussen. Dabei ist das richtige Gleichgewicht wichtig für das seelische Wohlergehen. Darin sehen die Wissenschaftler neue Therapieansätze für die seelischen Leiden wie [Depression](https://schwimmlexikon.de/depression/), Autismus und Schizophrenie (Hakenbroch, V. (2019). Schwelbrand im Gehirn. DER SPIEGEL (26)22, 104-106).

## Quellen

- Buhl & Weber (2004). Sport und Immunsystem. Umwelt und Gesundheit. Nr. 4, S. 134-137
- Espersen, Elbaek, Schmidt-Olsen, Ejlersen, Varming & Grunnet (1996). Short-term changes in the immune system of elite swimmers under competition conditions. Different immunomodulation induced by various types of sport. Scandinavian Journal of Medicine & Science in Sports (6)3, 156-163
- Gabriel, H. (2005). Immunschwäche. Kongressbericht „Sportmedizin und Spitzensport“, 26.11.05, Berlin

## Verwandte Begriffe

- [Organ](https://schwimmlexikon.de/organ/)
- [Zelle](https://schwimmlexikon.de/zelle/)
- [Immunglobulin](https://schwimmlexikon.de/immunglobulin/)
- [Stress](https://schwimmlexikon.de/stress/)
- [Überlastung](https://schwimmlexikon.de/ueberlastung/)
- [Übertraining](https://schwimmlexikon.de/uebertraining/)
- [Regenerationszeit](https://schwimmlexikon.de/regenerationszeit/)
- [Infektionskrankheit](https://schwimmlexikon.de/infektionskrankheit/)
- [Abhärtung](https://schwimmlexikon.de/abhaertung/)
- [Adaptation, biologische](https://schwimmlexikon.de/adaptation-biologische/)
- [Akklimatisation](https://schwimmlexikon.de/akklimatisation/)
- [Akupunktur](https://schwimmlexikon.de/akupunktur/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2017). Immunsystem. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/immunsystem/ (abgerufen am 15. Oktober 2026).
