# Impulsivität

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/impulsivitaet/
- Englisch: impulsivity
- Schlagwörter: Psychologie, Wettkampf
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2017-05-30
- Sprache: de

Impulsivität (impulsivity), lat. impulsus "Anstoß, Einfluß", auch Leichtfertigkeit; nicht eindeutig definierter Handlungsantrieb; beschrieben als spontane [Handlung](https://schwimmlexikon.de/handlung/), ohne in dem Moment die Folgen zu bedenken, aber auch Lebendigkeit. Zunächst als normales und alltägliches Verhalten wird Impulsivität problematisch, wenn sie mit den [Normen](https://schwimmlexikon.de/norm/) menschlichen Zusammenlebens kollidiert. Im [Denken](https://schwimmlexikon.de/denken/) kann sie zu voreiligen Schlüssen und Entscheidungen führen. Besonders in der [Führung](https://schwimmlexikon.de/5095-2/) von Menschen zeigt sich Impulsivität im Unvermögen, seine [Gefühle](https://schwimmlexikon.de/gefuehl/) unter Kontrolle zu haben. Verstärkte Impulsivität ist gekennzeichnet durch: Ungeduld beim Warten, planloses und unberechenbares Handeln, ins Wort fallen, Streitsucht, Probleme beim Einhalten von Verhaltens- und Alltagsregeln, Ausfälle bei [Wut](https://schwimmlexikon.de/wut/) oder [Freude](https://schwimmlexikon.de/freude/), unzureichende Rücksichtsnahme, aber auch ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Besonders Kinder mit ADHS (→[Aufmerksamkeitsstörung](https://schwimmlexikon.de/aufmerksamkeitsstoerung/)) haben häufig Probleme mit der Impulsivität, indem sie reden oder handeln ohne über die Folgen nachzudenken. Aus amerikanischen Studienergebnissen wird gefolgert, dass übersteigerte Impulsivität darauf hinweist, ob ein Mensch besonders anfällig für Alkoholabhängigkeit, Drogenmissbrauch oder andere psychische Störungen ist ([http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/psychologie/news/alkoholismus_aid_122016.html](http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/psychologie/news/alkoholismus_aid_122016.html), Zugriff am 10.07.2016).

Ungebremste Impulsivität ist für Trainer wie Sportler ein [Risiko](https://schwimmlexikon.de/risiko/) faktor. Sie kann beim Sportler zu unbedachten Bewegungen (motorische Impulsivität) und Handlungen bis zum unfairen Verhalten im Wettkampf (Gelbe Karte) führen, beim Trainer von kränkenden Bemerkungen bis zu vorschnellen Schlussfolgerungen und Entscheidungen (kognitive Impulsivität), die einen systematischen Trainingsaufbau hemmen und letztlich über [Sieg](https://schwimmlexikon.de/sieg/) oder [Niederlage](https://schwimmlexikon.de/niederlage/) entscheiden können.

Exkurs: Ein Projekt mit Nachwuchsschwimmern im DSV erga: Je passender die Zielformulierung zum Motiv und zur Impulsivität des Sportlers ist, desto größer werden Durchhaltewille und Engagement bei der Zielverfolgung sein und desto sicherer wird er vom Trainer auch in kritischen Situationen  zu motivieren sein (Stoll & Membel, 2005).

## Quellen

- Stoll & Mempel (2005). Sportpsychologische Unterstützung der Talentsichtungsmaßnahmen des DSV. BISp-Jahrbuch Forschungsförderung 2015/16, 155-158

## Verwandte Begriffe

- [Handlung](https://schwimmlexikon.de/handlung/)
- [Norm](https://schwimmlexikon.de/norm/)
- [Denken](https://schwimmlexikon.de/denken/)
- [Führung](https://schwimmlexikon.de/5095-2/)
- [Gefühl](https://schwimmlexikon.de/gefuehl/)
- [Wut](https://schwimmlexikon.de/wut/)
- [Freude](https://schwimmlexikon.de/freude/)
- [Aufmerksamkeitsstörung](https://schwimmlexikon.de/aufmerksamkeitsstoerung/)
- [Eignungsmerkmal](https://schwimmlexikon.de/eignungsmerkmal/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2017). Impulsivität. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/impulsivitaet/ (abgerufen am 23. Oktober 2026).
