# Karriereende

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/karriereende/
- Englisch: career end
- Schlagwörter: Gesellschaft, Langfristiger Leistungsaufbau, Talentförderung
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2022-11-01
- Sprache: de

Karriereende (career end), Ende einer beruflichen, wissenschaftlichen, künstlerischen oder sportlichen Laufbahn. →[Karriere, duale](https://schwimmlexikon.de/karriere-duale/), →[Karriereplanung](https://schwimmlexikon.de/karriereplanung/), →[Laufbahnberatung](https://schwimmlexikon.de/laufbahnberatung/)

Im [Spitzensport](https://schwimmlexikon.de/spitzensport/) ein „bedeutsames, kritisches Lebensereignis, das je nach Merkmalen aufseiten des Athleten und je nach [Umfeld](https://schwimmlexikon.de/umfeld/) variablen positiv oder negativ erlebt werden kann und einer Verarbeitung bedarf. Bei einer gelungenen Verarbeitung wird das Ende der sportlichen Karriere als Übergang in einen neuen Lebensabschnitt, im allgemeinem den der beruflichen Laufbahn und/oder der Gründung einer eigenen [Familie](https://schwimmlexikon.de/familie/), erlebt“ (Alfermann et al. 1993, S.32). Zu unterscheiden ist das geplante Karriereende z.B. nach [Olympischen Spielen](https://schwimmlexikon.de/olympische-spiele/) gegenüber dem unvorhergesehenen „Karrierebruch“, der aus gesundheitlichen, beruflichen Gründen oder mangelnder sportlicher Leistung oft als traumatisches Erlebnis empfunden wird. Eine überwältigende Mehrheit der Elitesportler erklärt, dass sie allein über den Zeitpunkt der Beendigung der Sportkarriere entscheiden. Geplante und freiwillige Beendigung einer Karriere fördert eine bessere soziale Anpassung (Siekanska & Blecharz, 2018).

Durch die [Kommerzialisierung](https://schwimmlexikon.de/kommerzialisierung-des-sports/) wird heute die sportliche Karriere später beendet als im letzten Jahrhundert; Teilnehmer bei den großen internationalen Meisterschaften jenseits der 30 Jahre sind keine Seltenheit mehr. Kritisch sind aber die Fälle zu sehen, in denen Athleten vom [Sponsoring](https://schwimmlexikon.de/sponsoring/)„benebelt“ ihre schulisch - berufliche [Qualifikation](https://schwimmlexikon.de/qualifikation/) vernachlässigt haben und trotz nachlassender sportlicher Leistung keinen Weg zurück in das „normale Leben“ finden. Als unbefriedigend wird von vielen Sportlern die Nachbetreuung (→[Abtrainingsplan](https://schwimmlexikon.de/abtrainingsplan/), sportmedizinische Nachbehandlung, Überführung ins Berufsleben) eingeschätzt (ebenda). Deshalb geht es nicht nur um die Förderung und Unterstützung der betreffenden Sportler während ihrer aktiven Karriere, sondern auch darum, ihnen eine Perspektive für die Zeit nach dem Sport aufzuzeigen. "Dies ist insbesondere notwendig, um sicherzustellen, dass nicht Existenzsorgen und Zukunftsängste für die nachsportliche Zeit trotz vorhandenen Erfolgspotenzials zu einer vorzeitigen Beendigung der leistungssportlichen Karriere führen" ([DOSB](https://schwimmlexikon.de/deutscher-olympischer-sportbund-dosb/) Leistungssportkonzept (S.21). →[Dropout](https://schwimmlexikon.de/4285-2/)

"Der Spitzensport ist eine totale Institution. Für viele Athleten ist er allerdings deshalb ein sozialer Uterus, den man nicht so schnell aufgibt". Der Weg raus bedeute für viele den "sozialen Tod" (K.H. Bette, Sportsoziologe in SPIEGEL 41/22, S.92).

Exkurs (Auszug aus DOSB-Leistungssportkonzept): "Die [Stiftung Deutsche Sporthilfe](https://schwimmlexikon.de/stiffness/) (SDSH) baut den Bereich der nachaktiven Förderung zur Vorbereitung und Realisierung eines potenzialgerechten Berufseinstiegs kontinuierlich aus. Neben gezielten finanziellen Unterstützungen, um den nachaktiven Abschluss von Ausbildungskarrieren zu ermöglichen, liegt der Fokus auf der Bereitstellung von Netzwerken in die Wirtschaft, die Berufseinstiege für ehemalige Spitzensportler erleichtern. Die Angebote der SDSH sind dabei komplementär zu bereits erfolgreich etablierten Modellen wie dem Berufsförderungsdienst der Bundeswehr oder vergleichbaren Angeboten zu sehen. Die SDSH kooperiert dabei mit Einrichtungen der Länder (Stiftungen etc.), die ähnliche Ziele verfolgen." (S. 24).
„Viele erkennen zu spät, dass man auf der Leiter des Erfolges einige Stufen überspringen kann. Aber immer nur beim Hinuntersteigen.“ William Somerset Maugham (1874-1965) englischer Dramatiker

## Quellen

- Alfermann, Sichart & Dlabal (1993). Was folgt nach dem Rücktritt vom Leistungssport? Leistungssport 6/32-38
- Siekanska & Blecharz (2018). Psychological aspects of Olympic athletes’ sport career termination and post-sport life. Studies in Sport Humanities (23)31-36

## Verwandte Begriffe

- [Karriere, duale](https://schwimmlexikon.de/karriere-duale/)
- [Karriereplanung](https://schwimmlexikon.de/karriereplanung/)
- [Laufbahnberatung](https://schwimmlexikon.de/laufbahnberatung/)
- [Spitzensport](https://schwimmlexikon.de/spitzensport/)
- [Umfeld](https://schwimmlexikon.de/umfeld/)
- [Familie](https://schwimmlexikon.de/familie/)
- [Olympische Spiele](https://schwimmlexikon.de/olympische-spiele/)
- [Kommerzialisierung (des Sports)](https://schwimmlexikon.de/kommerzialisierung-des-sports/)
- [Appetitlosigkeit](https://schwimmlexikon.de/2121-2/)
- [Bildung](https://schwimmlexikon.de/bildung/)
- [Dropout](https://schwimmlexikon.de/4285-2/)
- [Fähigkeitstransfer](https://schwimmlexikon.de/faehigkeitstransfer/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2022). Karriereende. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/karriereende/ (abgerufen am 25. Oktober 2026).
