# Katabolismus

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/katabolismus/
- Englisch: catabolism
- Schlagwörter: Leistungsdiagnostik, Physiologie, Sportmedizin
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2017-06-06
- Sprache: de

Katabolismus (catabolism), griech. katabolismós „Niederlegung, Kräfteverfall“; Verhalten des [Stoffwechsels](https://schwimmlexikon.de/stoffwechsel/)(Metabolismus), bei dem die energieliefernden Nährstoffe abgebaut werden. Unter [aeroben](https://schwimmlexikon.de/oxidation-aerobe/) Bedingungen werden hochmolekulare Eiweißketten (Biopolymere) zu niedrigmolekularen Strukturen (Monomere) und letztlich zu Wasser und [Kohlendioxid](https://schwimmlexikon.de/kohlendioxid/), Ammoniak oder einfachen organischen Verbindungen (→[Harnstoff](https://schwimmlexikon.de/harnstoff/), Harnsäure) abgebaut (s. Abb.). Unter [anaeroben](https://schwimmlexikon.de/anaerob/) Bedingungen wird [Energie](https://schwimmlexikon.de/energie/)(→[ATP](https://schwimmlexikon.de/adenosintriphosphat-atp/)) nur durch die Übertragung von anorganischem Phosphat auf [ADP](https://schwimmlexikon.de/adenosindiphosphat/)(Substratphosphorylierung), in Anwesenheit von [Sauerstoff](https://schwimmlexikon.de/sauerstoff/) hauptsächlich durch Bildung von ATP aus ADP und anorganischem Phosphat gekoppelt an die [Atmungskette](https://schwimmlexikon.de/atmungskette/)(Atmungskettenphosphorylierung) gewonnen.

Für die Trainingssteuerung ist der Katabolismus beim [Eiweißstoffwechsel](https://schwimmlexikon.de/proteinumsatz/) interessant, da zu starker Proteinkatabolismus die Anpassung behindert, was durch Anstieg von Harnstoff nachgewiesen werden kann. Sind die allgemein üblichen Energiequellen ([Kohlenhydrate](https://schwimmlexikon.de/kohlenhydrate/) und [Fette](https://schwimmlexikon.de/fette/)) erschöpft, dann werden die [Proteinreserven](https://schwimmlexikon.de/proteinsynthese/) angegriffen. Da sich diese weitgehend in der Muskulatur befinden, kann bei kritischer Energiebilanz [Muskelmasse](https://schwimmlexikon.de/muskelmasse-aktive/) zur Energiegewinnung abgebaut werden (bei Bodybuildern der „[katabole](https://schwimmlexikon.de/katabol/) Teufel“). 80% aller chronischen [Erkrankungen](https://schwimmlexikon.de/erkrankung/) sind auf eine katabole Stoffwechselentgleisung zurückgeführt (Quelle s.u.). Gegensatz: →[Anabolismus](https://schwimmlexikon.de/anabolismus/)

Kann man über diese „Entgleisungen“ des Stoffwechsels auch [Überlastungszustände](https://schwimmlexikon.de/ueberlastung/) im Training erkennen? Dazu schreiben Urhausen & Kindermann (2000): „Das Verhalten anabol zu katabol wirkender Hormone, wie (freies) [Testosteron](https://schwimmlexikon.de/testosteron/) zu [Cortisol](https://schwimmlexikon.de/cortisol/), scheint im Sinne einer „hormonellen [Trainingssteuerung](https://schwimmlexikon.de/trainingssteuerung/)“ einen Indikator für die physiologische [Beanspruchung](https://schwimmlexikon.de/beanspruchung/) im Training darzustellen, zeigt aber im Übertrainingssyndrom (ÜTS) ebenfalls meist keine Auffälligkeiten. Hinsichtlich der Veränderungen [immunologischer](https://schwimmlexikon.de/immunsystem/) Parameter existieren Hinweise auf reduzierte [Glutaminspiegel](https://schwimmlexikon.de/glutamin/) bei übertrainierten Sportlern, die Spezifizität dieses Befundes ist allerdings noch ungewiss. Die Anwendung eines einzelnen Parameters als diagnostisches Mittel ist aufgrund der multifaktoriellen Genese und der unterschiedlichen Ausprägungsformen des ÜTS prinzipiell problematisch“ (S.22g).

 
Kataboler Muskelabbau – "Alzheimer" der Bodybuilder K.R.

 

Exkurs: "Da sich die meisten Menschen der Beziehung zwischen Anabolismus und Katabolismus nicht bewusst sind, ahnen sie nicht, dass ihr Streben nach Fitness negative Folgen für ihre Gesundheit haben kann, und setzen Fitness (oder Training) mit Gesundheit gleich. Statt zu erkennen, dass Gesundheit ein empfindliches Gleichgewicht zwischen gegensätzlichen, aber miteinander in Verbindung stehenden Prozessen ist, glauben sie vielmehr, dass sie sich beliebig steigern lässt. Statt unter Gesundheit die Abwesenheit von Krankheit zu verstehen, nehmen sie an, dass man zunehmend »gesünder« werden kann." (Rezession zu McGuff & Little, 2014: 12 Minuten pro Woche. Riva-Verlag München)

## Quellen

- Urhausen & Kindermann (2000). Aktuelle Marker für die Diagnostik von Überlastungszuständen in der Trainingspraxis. Dt.Z.f. Sportmedizin 7+8 (51),226-2333

## Verwandte Begriffe

- [Stoffwechsel](https://schwimmlexikon.de/stoffwechsel/)
- [Oxidation, aerobe](https://schwimmlexikon.de/oxidation-aerobe/)
- [Kohlendioxid](https://schwimmlexikon.de/kohlendioxid/)
- [Harnstoff](https://schwimmlexikon.de/harnstoff/)
- [anaerob](https://schwimmlexikon.de/anaerob/)
- [Energie](https://schwimmlexikon.de/energie/)
- [Adenosintriphosphat (ATP)](https://schwimmlexikon.de/adenosintriphosphat-atp/)
- [Adenosindiphosphat](https://schwimmlexikon.de/adenosindiphosphat/)
- [Anabolismus](https://schwimmlexikon.de/anabolismus/)
- [Betriebsstoffwechsel](https://schwimmlexikon.de/betriebsstoffwechsel/)
- [katabol](https://schwimmlexikon.de/katabol/)
- [Laktat](https://schwimmlexikon.de/laktat/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2017). Katabolismus. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/katabolismus/ (abgerufen am 24. Oktober 2026).
