# Kippwende

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/kippwende/
- Englisch: kip-turn
- Schlagwörter: Schwimmen, Wende
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2017-06-07
- Sprache: de

Kippwende (kip-turn), auch Seitfallwende, weitläufigste Form der [Wende](https://schwimmlexikon.de/wende/) nausführung, die vor allem im [Brust](https://schwimmlexikon.de/brustschwimmen/)- und [Delfinschwimmen](https://schwimmlexikon.de/delfinschwimmen/) angewandt wird, im [Kraulschwimmen](https://schwimmlexikon.de/6668-2/) bei Anfängern bzw. im [Breitensport](https://schwimmlexikon.de/breitensport/) und zumeist im Training (bei Kraul nicht immer gern gesehen). Im Gegensatz zur [Rollwende](https://schwimmlexikon.de/rollwende/) erfolgt die Richtungsumkehr mit Handkontakt. Die Kippwende sollte vor der Rollwende erlernt werden, da sie einfacher ist und viele Elemente beinhaltet, die einen [Transfer](https://schwimmlexikon.de/transfer/) auf die Rollwende ermöglichen (Bissig u.a. 2004). Zur Ausführung (Text von Wolfram, OSP Hamburg/Schleswig-Holstein):

Anschwimmen:                                                                              

Schwimmen, entsprechend der [Wettkampfbestimmungen](https://schwimmlexikon.de/10698-2/) der jeweiligen Schwimmart, mit gleichbleibender Geschwindigkeit

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Adaptation:

Während der Adaptation wird die [Schwimmgeschwindigkeit](https://schwimmlexikon.de/schwimmgeschwindigkeit/) konstant hochgehalten und mit Hilfe von variierenden [Bewegungsfrequenzen](https://schwimmlexikon.de/bewegungsfrequenz/) gleichzeitig eine optimale Ausgangsposition für den Beginn der Drehung vorbereitet. Beide Arme bzw. ein Arm werden hierfür mit dem letzten [Armzug](https://schwimmlexikon.de/armzug/)([Rückführphase](https://schwimmlexikon.de/rueckholphase/)) vor der Wand gleichzeitig zur Beckenwand geführt. Beim Anschlag an die Wand sind die Arme im Ellenbogen leicht gebeugt, der [Beinschlag](https://schwimmlexikon.de/beinschlag/) beim [Brustschwimmen](https://schwimmlexikon.de/brustschwimmen/) bzw. der aufwärtsgerichtete Beinschlag beim [Delfinschwimmen](https://schwimmlexikon.de/delfinschwimmen/) ist abgeschlossen und der Körper bildet bezogen auf die Wasseroberfläche nahezu eine Linie. →[Adaptationszeit](https://schwimmlexikon.de/adaptationszeit/)

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Drehung:

Die Drehung sollte möglichst schnell erfolgen und die Körperposition für einen kraftvollen [Abstoß](https://schwimmlexikon.de/abstoss/) optimal vorbereiten. Für dieses Ziel sind ein aktives, schnelles Einleiten der Drehung sowie eine enge Körperhaltung während der Drehung sinnvoll. Die Drehung wird mit einem aktiven Unterhocken der Beine (Knie zur Brust, Beugen im [Hüft](https://schwimmlexikon.de/hueftgelenk/)- und [Kniegelenken](https://schwimmlexikon.de/kniegelenk/)) unter den Körper in Richtung Beckenwand eingeleitet (= Beginn der Drehung um die Körperquerachse). Dieses Unterhocken beginnt mit dem Anschlagen der Hände an die Wand, dabei behält der Kopf und Oberkörper seine Position bei und wird nicht abgesenkt. Der stützende Arm wird nur geringfügig gebeugt. Leicht zeitversetzt wird bei dem beidarmigen Anschlag der Führungsarm (bei der Drehung um die linke Seite der linke Arm) von der Wand gelöst und schnell unter Wasser, eng am Körper in Schwimmrichtung bewegt. Bei dem einarmigen Anschlag befindet sich der Führungsarm von Beginn der Drehung an dieser Stelle. Gleichzeitig mit dem Vorführen des Führungsarmes wird die dazugehörende Schulter nach hinten aufgedreht (= Beginn der Drehung um die Körperlängsachse) und der Oberkörper sowie der Kopf über die Seite in die neue Schwimmrichtung abgesenkt. Der Körper dreht um beide Achsen weiter, so dass die Füße im weiteren Schritt für einen kraftvollen Abstoß in Seitlage an die Wand gesetzt werden. Der zweite Arm wird zunächst gebeugt möglichst schnell über Wasser nach vorn geführt, bevor er dann unter Wasser nach vorn gestreckt wird. →[Körperachsen](https://schwimmlexikon.de/koerperachse/)

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Abstoß:

Beim Setzen der Füße an die Wand ist die Richtungsumkehr abgeschlossen, der Körper befindet sich in einer widerstandsarmen Haltung, der Kopf ist in Verlängerung des Rumpfes, die Hüfte ist bereits leicht geöffnet, die leicht geöffneten Beine sind nur noch ca. 90 Grad gebeugt, die Knie zeigen wie die Füße zur Seite (parallel zur Wasseroberfläche). Die Füße befinden sich hinter dem [Körperschwerpunkt](https://schwimmlexikon.de/koerperschwerpunkt-ksp/). Der Wandkontakt erfolgt mit dem Vorderfuß. Jetzt wird die Streckung der Arme schnell zum Ende geführt, so dass die Hände übereinanderliegen, der Kopf sich zwischen den Armen befindet und die Arme sowie der Oberkörper gestreckt sind. Gleichzeitig beginnt die explosive Streckung in den Hüft-, Knie- und Fußgelenken. Der Abstoß sollte kraftvoll und dynamisch erfolgen, um eine hohe [Abstoßgeschwindigkeit](https://schwimmlexikon.de/rollwende/Abstoßgeschwindigkeit) zu erzielen. Hierfür ist ein maximaler Krafteinsatz bei möglichst kleinem [Wasserwiderstand](https://schwimmlexikon.de/wasserwiderstand/) und einer Position von Füßen, Hüfte und Schulter annähernd auf einer Linie notwendig.

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Unterwasserphase:

Direkt nach dem Abstoß findet eine viertel Drehung um die Körperlängsachse von der Seit- in die Bauchlage statt. Zusätzlich beginnt im [Schmetterlingsschwimmen](https://schwimmlexikon.de/schmetterlingsschwimmen/) im oberen Rumpfbereich eine wellenförmige Bewegung für eine effektive und kraftvolle [Delfinbewegung](https://schwimmlexikon.de/delfinbewegung/). Im Brustschwimmen wird im Unterwasserbereich nach einer Gleitphase mit völliger Körperstreckung ein [Tauchzug](https://schwimmlexikon.de/tauchzug/) mit einem Delfinkick (→Delfinbewegung) entweder zu Beginn des Armzuges oder während der [Druckphase](https://schwimmlexikon.de/druckphase/) ausgeführt. Ziel der Bewegung ist es, die hohe Abstoßgeschwindigkeit in die Schwimmbewegung zu übertragen. Eine widerstandsarme [Körperhaltung](https://schwimmlexikon.de/koerperhaltung/)(gestreckte Arme, Kopf zwischen den Armen, Ganzkörperstreckung) sowie ein zielgerichtetes Steuern der Hände, Arme und Kopf in Richtung Wasseroberfläche sind hierfür Voraussetzung.

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Übergang:

Der [Übergang](https://schwimmlexikon.de/uebergang/) in die [zyklische](https://schwimmlexikon.de/zyklisch/) Schwimmbewegung erfolgt fließend und unter Beibehaltung der Geschwindigkeit. Der optimale Zeitpunkt des Überganges ist abhängig von der Effektivität der [Antriebsbewegung](https://schwimmlexikon.de/antrieb/) im Übergang. Der Kopf durchbricht im Delfinschwimmen die Wasseroberfläche am Ende des ersten Unterwasserarmzuges, beim Brustschwimmen während des Unterwasserzuges, konkret bevor die Arme einwärts bewegt werden (s. WB).

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Video: [https://www.youtube.com/watch?v=iGTteXex-a8](https://www.youtube.com/watch?v=iGTteXex-a8)- Zugriff 20.11.2019

## Verwandte Begriffe

- [Wende](https://schwimmlexikon.de/wende/)
- [Brustschwimmen](https://schwimmlexikon.de/brustschwimmen/)
- [Delfinschwimmen](https://schwimmlexikon.de/delfinschwimmen/)
- [Breitensport](https://schwimmlexikon.de/breitensport/)
- [Rollwende](https://schwimmlexikon.de/rollwende/)
- [Transfer](https://schwimmlexikon.de/transfer/)
- [Schwimmgeschwindigkeit](https://schwimmlexikon.de/schwimmgeschwindigkeit/)
- [Bewegungsfrequenz](https://schwimmlexikon.de/bewegungsfrequenz/)
- [Brustwende](https://schwimmlexikon.de/brustwende/)
- [Delfinwende](https://schwimmlexikon.de/delfinwende/)
- [Drehimpuls](https://schwimmlexikon.de/drehimpuls/)
- [Impuls](https://schwimmlexikon.de/impuls/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2017). Kippwende. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/kippwende/ (abgerufen am 4. November 2026).
