# Kniegelenk

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/kniegelenk/
- Englisch: knee-joint
- Schlagwörter: Anatomie, Verletzung
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2025-12-18
- Sprache: de

Kniegelenk (knee-joint), als „Vermittler zwischen [Hüftgelenk](https://schwimmlexikon.de/hueftgelenk/) und [Sprunggelenken](https://schwimmlexikon.de/sprunggelenk/)“ (Tittel, 2003, S.192) das größte, komplizierteste und empfindlichste [Gelenk](https://schwimmlexikon.de/gelenk/) des Menschen. Es kann im Gegensatz zu anderen Gelenken gegensätzliche Funktionen verrichten, von der [Stabilisierung](https://schwimmlexikon.de/stabilisierung/)(Stand) bis zur Beugung des Beines und der [Innen](https://schwimmlexikon.de/innenrotation/)- wie [Außenrotation](https://schwimmlexikon.de/aussenrotation-des-unterschenkels/) des Unterschenkels dank der [Freiheitsgrade](https://schwimmlexikon.de/freiheitsgrad/) durch drei Knochen und sechs Gelenkflächen. Der „Einbau“ einer Scheibe nach vorn (Patella), von zwei [Menisken](https://schwimmlexikon.de/meniskus/) und ein fester Badapparat (Kreuzband und [Seitenbänder](https://schwimmlexikon.de/seitenbandverletzung/)) stabilisiert das zweiachsige Gelenk.

Knieverletzungen zählen zu den häufigsten Sportverletzungen, so z.B.

 	am inneren (medialen) Meniskus bei plötzlichen Körperdrehungen und feststehendem Fuß (Fußball) hier
 	am Kreuzband nach starken Rotationsbewegungen des Unterschenkels (Skilauf, Fußball)
 	am Seitenband als Folge seitlichen Abknickens des Beines bei gestrecktem Knie

Bei asymptomatischen jungen Eliteschwimmer wurden 69% MRT-Anomalien in den Kniegelenken gefunden. Diese hohe Prävalenz positiver bildgebender Befunde bei Schwimmern kann auf gutartige Veränderungen oder präklinische Läsionen zurückzuführen sein (Soder et al. 2012).  Sportschwimmen ist eigentlich ein verletzungsarmer Sport, bei dem Überlastungsschäden in Abhängigkeit von der Stillage häufiger als Akutverletzungen auftreten. Gerade die 200- bis 400-m-Brustlage ist eine verletzungsanfällige Distanz. Bei mehr als vier Trainingseinheiten pro Woche steigt das Risiko für Knie- und Rückenbeschwerden signifikant an. Ab 2200 Trainingsstunden häufen sich Schulter-, Hüft- und Kniebeschwerden erheblich (Knobloch et al. 2008). Zudem ist nicht zu unterschätzen, dass etwa ein Drittel des [Trainings an Land](https://schwimmlexikon.de/landtraining/) stattfindet. Hierbei ist Fußball auch unter Schwimmern beliebt, aber zugleich Ursache mancher Kreuzbandverletzung. Dabei muss nicht unbedingt der Gegner die [Verletzung](https://schwimmlexikon.de/verletzung/) auslösen, sondern oft sind es Kleinigkeiten (Schuhe, Blasen, Muskelkater), die das [Bewegungsmuster](https://schwimmlexikon.de/bewegungsmuster/) beeinträchtigen (Prof. Krutsch, SPIEGEL 6.11.21, S.102). Freire et al. (2025) bewerteten in einer Studie  das isokinetische Spitzenmoment (PT) des Knies für die isokinetische Kniekraftbewertung von Sportlern aus verschiedenen Sportarten. Männliche Athleten zeigten unabhängig von der Sportart höhere PT-Werte als weibliche Athleten, was darauf hindeutet, dass PT-Benchmarks für männliche und weibliche Athleten über alle Sportarten hinweg, jedoch nicht über alle Leistungsniveaus hinweg verwendet werden sollten. →[Schwimmerknie](https://schwimmlexikon.de/schwimmerknie/)

"Eine schwere Knieverletzung ist für jeden Sportler, egal ob Profi oder Hobbysportler, eine lebensverändernde Erfahrung. Mit Hilfe moderner Operationstechniken kann das vordere Kreuzband zwar weitgehend wiederhergestellt werden, dennoch kann ein Kreuzbandriss aufgrund der Folgen von Begleitverletzungen oder einer persistierenden Instabilität des Kniegelenkes das Karriereende bedeuten. Verschiedene sportmedizinische Studien konnten zeigen, dass das Risiko, eine schwere Kniegelenksverletzung zu erleiden, durch spezielle Trainingsübungen verringert werden kann. Diese Trainingsübungen sollten in ein Aufwärmprogramm integriert werden." (Stoffels et al. 2017) Video: [https://www.youtube.com/watch?v=PtEQHbL4ESc](https://www.youtube.com/watch?v=PtEQHbL4ESc) und [https://www.youtube.com/watch?v=8u5ytPbE1hE](https://www.youtube.com/watch?v=8u5ytPbE1hE)- Zugriff 26.11.2019

## Quellen

- Freire, Huff, Butterick, Figueroa & Siegler (2025). Knee isokinetic strength benchmarks in athletes across sports categories and performance levels. Biology of Sport, 42 (4), 77-87. Zugriff am 18.12.2025 unter https://doi.org/10.5114/biolsport.2025.148534. https://doi.org/10.5114/biolsport.2025.148534
- Knobloch, Yoon, Kraemer & Vogt (2008). Die 200- bis 400 m-Brustlage dominiert bei Knieüberlastungsschäden im Schwimmsport. Sportverl. Sportschad., 22 (4), 213-219.
- Soder, Mizerkowski, Petkowicz & Baldisserotto (2012). MRI of the knee in asymptomatic adolescent swimmers: a controlled study. British Journal of Sports Medicine (46)4, 268-272
- Stoffels, Achtnich & Petersen (2017). Prävention von Knieverletzungen - besteht da Evidenz? Sportorthopädie – Sporttraumatologie (33)4, 344-352
- Tittel, K. (2003). Beschreibende und funktionelle Anatomie des Menschen. München/Jena: Urban & Fischer

## Verwandte Begriffe

- [Hüftgelenk](https://schwimmlexikon.de/hueftgelenk/)
- [Sprunggelenk](https://schwimmlexikon.de/sprunggelenk/)
- [Gelenk](https://schwimmlexikon.de/gelenk/)
- [Stabilisierung](https://schwimmlexikon.de/stabilisierung/)
- [Innenrotation](https://schwimmlexikon.de/innenrotation/)
- [Außenrotation (des Unterschenkels)](https://schwimmlexikon.de/aussenrotation-des-unterschenkels/)
- [Freiheitsgrad](https://schwimmlexikon.de/freiheitsgrad/)
- [Meniskus](https://schwimmlexikon.de/meniskus/)
- [Abdruckflächen](https://schwimmlexikon.de/abdruckflaechen/)
- [Abstoß](https://schwimmlexikon.de/abstoss/)
- [Akupunktur](https://schwimmlexikon.de/akupunktur/)
- [Antagonist](https://schwimmlexikon.de/antagonist/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2025). Kniegelenk. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/kniegelenk/ (abgerufen am 25. Oktober 2026).
