# Körperhaltung

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/koerperhaltung/
- Schlagwörter: Belastung, Psychologie, Schwimmen, Sportmedizin, Technik
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2020-01-03
- Sprache: de

Körperhaltung (balance; body position), die durch das Zusammenwirken von [Muskeln](https://schwimmlexikon.de/muskel/), Bändern und [Knochen](https://schwimmlexikon.de/knochen/) bedingte Stellung des menschlichen Körpers (Wikipedia). Dauerhaft verfehlte Körperhaltung führt zu [Haltungsschwächen](https://schwimmlexikon.de/haltungsschwaeche/) und Fehlstellungen des [Bewegungsapparates](https://schwimmlexikon.de/bewegungsapparat/). Die Körperhaltung verrät aber auch viel über [Charakter](https://schwimmlexikon.de/charakter/), [Einstellung](https://schwimmlexikon.de/einstellung/) und Stimmungslage eines Menschen (→ „[Körpersprache](https://schwimmlexikon.de/koerpersprache/)“), was „deutsch-preußisch“ wieder so eng gesehen wird, dass manchem beim Vorstellungsgespräch die Konzentration auf die Körperhaltung die Sprache verschlägt. →[Rumpfstabilisation](https://schwimmlexikon.de/rumpfstabilisation/), →[Gleichgewichtsfähigkeit](https://schwimmlexikon.de/gleichgewichtsfaehigkeit/)

Im Schwimmen bezieht sich Körperhaltung auf die [Wasserlage](https://schwimmlexikon.de/wasserlage/), d.h. die Lage des Körpers im Wasser auf Bauch, Rücken oder Seite. Diese sollte hoch, fast horizontal und strömungsgünstig sein, was maßgeblich durch den [Anstellwinkel](https://schwimmlexikon.de/anstellwinkel/) bestimmt wird. Dabei spielen die [Kopfhaltung](https://schwimmlexikon.de/kopfhaltung/)(→[Atemrhythmus](https://schwimmlexikon.de/atemrhythmus/)) und eine stabile Rumpfmuskulatur (→[Rumpfstabilisation](https://schwimmlexikon.de/rumpfstabilisation/)) sowie eine wirkungsvolle [Beinbewegung](https://schwimmlexikon.de/beinbewegung/) eine große Rolle. Mit zunehmender [Form](https://schwimmlexikon.de/form-sportliche/) und damit [Schwimmgeschwindigkeit](https://schwimmlexikon.de/schwimmgeschwindigkeit/) macht sich der Top-Schwimmer „frei“, indem die Schultern außerhalb des Wassers liegen (→[Schmetterling](https://schwimmlexikon.de/schmetterlingsschwimmen/), →[Rückenschwimmen](https://schwimmlexikon.de/rueckenschwimmen/)). Auf die Körperlage (→ „Wasserlage“) und die sie beeinflussenden [Fertigkeiten](https://schwimmlexikon.de/fertigkeit/) wie [Atmung](https://schwimmlexikon.de/atmung/), Rumpfstabilität, Streckung beim [Gleiten](https://schwimmlexikon.de/gleiten/) und [Beinarbeit](https://schwimmlexikon.de/3013-2/) sollte bereits in der [Anfängerausbildung](https://schwimmlexikon.de/anfaengerausbildung/) mehr Wert gelegt werden, da viele Anfänger noch nach dem Motto „nomen est omen“ wie das [Seepferdchen](https://schwimmlexikon.de/seepferdchen/) im Wasser stehen. Während bislang zumeist von einer widerstandsarmen, gestreckten und leicht angestellten Körperlage ausgegangen wird, empfiehlt Laughlin (1998) den Kopf in Verlängerung der [Wirbelsäule](https://schwimmlexikon.de/wirbelsaeule/) zu halten („Schau auf den Beckenboden und lehne dich mit der Brust ins Wasser“). Hohe [Kopfhaltung](https://schwimmlexikon.de/kopfhaltung/) und Hohlkreuz sollten vermieden werden.

Exkurs: Dalichau & Scheele (2001) untersuchten die Einflüsse von Schwimmen auf die Wirbelsäulenkonfiguration und das Haltungsvermögen bei Schwimmern und Nichtsportlern. Sie stellten eine Adapation der Wirbelsäule an die sportartspezifische Belastung fest, die "gekennzeichnet ist: 1. durch eine innerrotarische und adduktorische Bewegung der Arme gegen den Wasserwiderstand (vermehrte Kyphose); 2. durch eine horizontale Körperhaltung im widerstandsstarken Medium Wasser mit geringer Gravitation (abnehmendes Haltungsvermögen); 3. durch die Tatsache, dass die meisten Schwimmer eine "stärkere" Armseite haben. Diese bewirkt eine Asymmetrie in der Wirbelsäule."

## Quellen

- Dalichau & Scheele (2001). The influence of competitive swimming on spinal configuration and postural capacity. Book of abstracts of the 6th annual congress of the European College of Sport Science, 15th congress of the German Society of Sport Science. Cologne, 24-28 July 2001, Verlag Strauß Köln
- Laughlin, T. (1998). Why body position and balance are crucial. Fitness Swimmer 9/98

## Verwandte Begriffe

- [Muskel](https://schwimmlexikon.de/muskel/)
- [Knochen](https://schwimmlexikon.de/knochen/)
- [Haltungsschwäche](https://schwimmlexikon.de/haltungsschwaeche/)
- [Bewegungsapparat](https://schwimmlexikon.de/bewegungsapparat/)
- [Charakter](https://schwimmlexikon.de/charakter/)
- [Einstellung](https://schwimmlexikon.de/einstellung/)
- [Körpersprache](https://schwimmlexikon.de/koerpersprache/)
- [Rumpfstabilisation](https://schwimmlexikon.de/rumpfstabilisation/)
- [Dehnung](https://schwimmlexikon.de/dehnung/)
- [Gleitphase](https://schwimmlexikon.de/gleitphase/)
- [Haltung](https://schwimmlexikon.de/haltung/)
- [Haltungsstörung](https://schwimmlexikon.de/haltungsstoerung/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2020). Körperhaltung. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/koerperhaltung/ (abgerufen am 19. Oktober 2026).
