# Konformität

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/konformitaet/
- Englisch: conformity
- Schlagwörter: Pädagogik, Psychologie, Trainer
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2019-12-07
- Sprache: de

Konformität (conformity), (lat. conformitas, "Gleichartigkeit", conformis "gleichförmig"; an [Normen](https://schwimmlexikon.de/norm/) und [Standards](https://schwimmlexikon.de/standard/) orientierte [Verhaltensweisen](https://schwimmlexikon.de/verhalten/) und [Einstellungen](https://schwimmlexikon.de/einstellung/). Im Ergebnis wissenschaftlicher Studien gilt als gesichert (nach Lau & Plessner, 2016, S.120):

 	Unsicherheit bei der Beurteilung einer Situation führt zu stärkerer Konformität,
 	Je größer der Konformitätsdruck, desto größer ist das Konformitätsverhalten,
 	Je größer die Bedrohung von außen, desto stärker ist die [Konformität in der Gruppe](https://schwimmlexikon.de/gruppenkohaesion/),
 	Konformität kann durch [Belohnung](https://schwimmlexikon.de/belohnung/) wie auch Sanktionen erhöht werden,
 	Konformität ist kein [Persönlichkeitsmerkmal](https://schwimmlexikon.de/persoenlichkeitsstruktur/),
 	In der Regel ordnet sich in Gruppen die Minderheit der Mehrheit unter. Mit [Kompetenz](https://schwimmlexikon.de/kompetenz/) und Konsequenz kann sich aber die Minderheit durchsetzen.

Leistungssportler bewegen sich in Gruppen, an deren Normen ([Statuten](https://schwimmlexikon.de/satzung/)) sie sich orientieren. Das beginnt für Schwimmer mit den [Baderegeln](https://schwimmlexikon.de/baderegeln/) und endet mit [Wettkampfbestimmungen](https://schwimmlexikon.de/10698-2/) und Kaderverträgen (→[Kadernorm](https://schwimmlexikon.de/kadernorm/)). Aus [sozialpsychologischer](https://schwimmlexikon.de/sozialpsychologie/) Sicht handelt es sich um die bewusste Übernahme von Einstellungen und Verhaltensweisen im Gleichklang mit der [Gruppe](https://schwimmlexikon.de/gruppennorm/)(„Stil und Ton“) bis zum „[Fair-play](https://schwimmlexikon.de/fairplay/)“. Im Gegensatz zu dem aus zumeist [autoritärem Führungsstil](https://schwimmlexikon.de/fuehrungsstil-autoritaerer/) resultierendem Gehorsam, äußert sich Konformität meist durch unmerklichen, indirekten Druck durch die Gruppe ([Internalisierung](https://schwimmlexikon.de/internalisierung/) der sozialen Norm).

Beispiel: Es gibt immer noch Schwimmer, die im Training „besch…“. Der Trainer kann auf Betrug mit [Strafen](https://schwimmlexikon.de/strafe/) reagieren. Erfolgreicher ist aber, der Gruppe bewusst zu machen, dass das keinem nutzt, dem [Gruppenklima](https://schwimmlexikon.de/gruppenklima/) schadet und schlicht und einfach unanständig ist. Hat sich in der Gruppe diese Einstellung manifestiert, wird der einzelne auch nicht ausbrechen, er „läuft konform“ (Konformitätsdruck).

Konformität ist nicht total, sondern lässt immer einen individuellen Spielraum, das zeigt sich z.B. bei der Bewertung eines Sprungs im Wasserspringen. Obwohl der Sprung für alle Kampfrichter objektiv gleich war und alle die gleiche Punkttabelle nutzen, werten sie oft unterschiedlich.

 
„Was alle tun, muss richtig sein, dachte das Schaf kurz vor dem Abgrund.“ Walter Ludin (*1945), Schweizer Journalist, Redakteur

## Quellen

- Lau & Plesser (2016). Sozialpsychologie und Sport. Meyer & Meyer, Aachen

## Verwandte Begriffe

- [Norm](https://schwimmlexikon.de/norm/)
- [Standard](https://schwimmlexikon.de/standard/)
- [Verhalten](https://schwimmlexikon.de/verhalten/)
- [Einstellung](https://schwimmlexikon.de/einstellung/)
- [Gruppenkohäsion](https://schwimmlexikon.de/gruppenkohaesion/)
- [Belohnung](https://schwimmlexikon.de/belohnung/)
- [Persönlichkeitsstruktur](https://schwimmlexikon.de/persoenlichkeitsstruktur/)
- [Kompetenz](https://schwimmlexikon.de/kompetenz/)
- [Internalisierung](https://schwimmlexikon.de/internalisierung/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2019). Konformität. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/konformitaet/ (abgerufen am 23. Oktober 2026).
