# Konnektionismus

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/konnektionismus/
- Schlagwörter: Lernen, Motorik, Wissenschaft
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2020-02-12
- Sprache: de

Konnektionismus/Konnektivismus (connectionism), lat. conectere „verknüpfen“; Problemlösungsansatz der [Kybernetik](https://schwimmlexikon.de/steuerung/) und der [kognitiven](https://schwimmlexikon.de/kognitiv/) Psychologie, der ein System als Wechselwirkungen vieler vernetzter, einfacher Einheiten versteht. Mittels künstlicher [neuronaler Netze](https://schwimmlexikon.de/netz-neuronales/) wird versucht, aus einem scheinbaren Chaos eine Systemordnung zu simulieren (Wollny, 2010, S.32).

Der Konnektivismus ist als junge [Lerntheorie](https://schwimmlexikon.de/lerntheorie/) noch umstritten. Der Lernende wird dabei zum Bestandteil eines komplexen Wissensnetzwerks. Merkmale sind:

 	Individuum als Teil eines Netzwerks,
 	Engagement und Metawissen als Grundvoraussetzung des Wissens,
 	Lernvorgänge finden nur dann statt, wenn das Individuum das [Bedürfnis](https://schwimmlexikon.de/beduerfnis/) hat neue „Knoten“ zu finden, sowie das vorhandene Netzwerk zu erhalten ([http://www.uni-potsdam.de/eteachingwiki/index.php/Konnektivismus](http://www.uni-potsdam.de/eteachingwiki/index.php/Konnektivismus), Zugriff am 1.08.2016)

"Sportler würden demnach ihre Bewegungen so ausführen, als ob sie über spezifische Kontrollinstanzen verfügten; tatsächlich stellten die Verhaltensinvarianzen, mit denen man diese Kontrollinstanzen in Verbindung bringt, aber eine emergente (unerwartet neu auftretende) Leistung des konnektionistisch  organisierten motorischen Kontrollsystems dar" (Güllich & Krüger, 2013. Sport- Lehrbuch für das Sportstudium, Springer, S.224).

Mit konnektionistischen Modellen können unter anderem folgende Fragen gelöst werden:

 	"Welche Rolle spielt das Gehirn bei der Ausführung von Bewegungen?
 	Wie kommt überhaupt eine koordinierte Bewegung zustande?
 	Wie können wir uns die vielen verschiedenen gelernten Bewegungen merken?
 	Warum verlernt man einige motorische Fertigkeiten, wie z. B. Radfahren nicht?
 	Lerne ich eine Bewegung besser, wenn ich sie oft hintereinander wiederhole, oder brauche ich beim Lernen Abwechslung?" ([https://de.wikipedia.org/wiki/Bewegungswissenschaft](https://de.wikipedia.org/wiki/Bewegungswissenschaft) - Zugriff 12.02.2020)

## Quellen

- Wollny, R. (2010). Bewegungswissenschaft: Ein Lehrbuch in 12 Lektionen. 2. Auflage. Meyer & Meyer, Aachen

## Verwandte Begriffe

- [Steuerung](https://schwimmlexikon.de/steuerung/)
- [kognitiv](https://schwimmlexikon.de/kognitiv/)
- [Netz, neuronales](https://schwimmlexikon.de/netz-neuronales/)
- [Lerntheorie](https://schwimmlexikon.de/lerntheorie/)
- [Bedürfnis](https://schwimmlexikon.de/beduerfnis/)
- [Lateralität](https://schwimmlexikon.de/lateralitaet/)
- [Bewegungsarmut](https://schwimmlexikon.de/bewegungsarmut/)
- [Chunk-Bildung](https://schwimmlexikon.de/chunk-bildung/)
- [Vorstellungsregulation](https://schwimmlexikon.de/vorstellungsregulation/)
- [Anschaulichkeit](https://schwimmlexikon.de/anschaulichkeit/)
- [efferent](https://schwimmlexikon.de/efferent/)
- [Präzisionssport](https://schwimmlexikon.de/praezision/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2020). Konnektionismus. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/konnektionismus/ (abgerufen am 11. Oktober 2026).
