# Koordination

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/koordination/
- Englisch: coordination
- Schlagwörter: Bewegungslehre, Koordination
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2019-12-10
- Sprache: de

Koordination (coordination), lat. ordinare „in Reih und Glied stellen, regeln, ordnen“; Begriff mit zahlreichen Anwendungsfeldern, allgemein wird unter Koordination „das Aufeinanderabstimmen, die gegenseitige Zuordnung verschiedener menschlicher, sozialer, wirtschaftlicher oder technischer Vorgänge“ verstanden (Wikipedia). → [Fähigkeiten, koordinative](https://schwimmlexikon.de/faehigkeit-koordinative/), →[Lateralität](https://schwimmlexikon.de/lateralitaet/)

In der [Sportwissenschaft](https://schwimmlexikon.de/sportwissenschaft/) versteht man unter Koordination das Zusammenwirken von [Zentralnervensystem](https://schwimmlexikon.de/zentralnervensystem/) und [Skelettmuskulatur](https://schwimmlexikon.de/skelettmuskulatur/) innerhalb eines gezielten [Bewegungsablaufes](https://schwimmlexikon.de/bewegungshandlung/)“ (Hollmann & Hettinger, 2000) oder kurz und knapp „motorische Intelligenz“ (Roth, 2012, S.9). Nach Schnabel (2008) ist der Komplex „[Technik](https://schwimmlexikon.de/technik-sportliche/)/Koordination/[Beweglichkeit](https://schwimmlexikon.de/beweglichkeit/)“ neben [Konstitution](https://schwimmlexikon.de/6407-2/), [Kondition](https://schwimmlexikon.de/kondition/) und [Handlungskompetenz](https://schwimmlexikon.de/5570-2/) einer der vier relativ komplexen [Leistungsfaktoren](https://schwimmlexikon.de/leistungsfaktor/), die sich wiederum gegenseitig bedingen. Es wird zwischen [intramuskulärer](https://schwimmlexikon.de/koordination-intramuskulaere/)- und [intermuskulärer Koordination](https://schwimmlexikon.de/koordination-intermuskulaere/) oder auch zwischen zeitlicher, räumlicher und kraftmäßiger Steuerung von komplexen [Bewegungsabläufen](https://schwimmlexikon.de/bewegungsablauf/) oder [Einzelbewegungen](https://schwimmlexikon.de/einzelbewegung/) in sportlichen Situationen oder im Alltag unterschieden.

Die spezielle Koordination ist durch das Variationsvermögen in der Technik einer bestimmten Sportart gekennzeichnet. So konnten wir im [Strömungskanal](https://schwimmlexikon.de/stroemungskanal/) den Einfluss einer ökonomischen Bewegungskoordination auf metabolisch-kardiozirkulatorische Parameter nachweisen (Reer et al. 2001; weiter: Seifert et al. 2014; Figueiredo et al. 2013). Zudem konnten Topschwimmer ihre Technik augenblicklich und effektiv an Störungen (hier Geschwindigkeitsänderungen) anpassen (Rudolph, 2014). Schwimmer erhöhen ihre [Schwimmgeschwindigkeit](https://schwimmlexikon.de/schwimmgeschwindigkeit/) beim Kraulschwimmen indem sie sowohl ihre Handantriebskraft erhöhen als auch ihre Armzugdauer verringern (Matsuda et al. 2016). Eliteschwimmer zeigten Flexibilität, vor allem beim Zeitpunkt der Gleitphase, um sich an unterschiedliche Geschwindigkeiten anzupassen (Komar et al. 2014). Die[Schwimmintensität](https://schwimmlexikon.de/intensitaet/) hat einen signifikanten Einfluss auf die Segment[kinematik](https://schwimmlexikon.de/kinematik/) und die Koordination zwischen den [Belastungsstufen](https://schwimmlexikon.de/belastungszone/) (de Jesus et al. 2016), ebenso der Ermüdungsgrad (Hahn 1992). So haben oft Schwimmen nach extremen GA-Phasen mit ihren "wettkampffernen" Geschwindigkeiten Problem wieder zu ihrer optimalen Wettkampftechnik zu finden. Zu beachten ist ferner, dass durch den Einsatz von Hilfsmitteln, wie z.B. Paddles, sich die Zeitabstände zwischen den Vortriebsphasen und damit der Koordinationsindex (IdC) ändern (Telles et al. 2017). Zu ähnlichen Ergebnissen gelangten Dominguez-Castells & Arellano (2012).beim [angebundenen Schwimmen](https://schwimmlexikon.de/schwimmen-angebundenes/). →[Wassergefühl](https://schwimmlexikon.de/wassergefuehl/)

## Quellen

- Dominguez-Castells & Arellano (2012). Effect of different loads on stroke and coordination parameters during freestyle semi-tethered swimming. Journal of Human Kinetics (32) 33-41
- Hahn, A. A. (1992). Wechselbeziehungen zwischen Ermüdungsprozessen und der Koordination von Teilbewegungen im Training und Wettkampf des Sportschwimmers. Leistungssport (22)3, 38-40
- Hollmann & Hettinger (2000). Sportmedizin. Arbeits- und Trainingsgrundlagen. Stuttgart: Springer 2000
- Komar, Sanders, Chollet & Seifert (2014). Do qualitative changes in interlimb coordination lead to effectiveness of aquatic locomotion rather than efficiency? Journal of Applied Biomechanics (30)2, 189-196
- Matsuda, Sakurai, Ichiawa, lkuta & Kudo (2016). How elite swimmers control their hand propulsive force and arm coordination with increasing velocity during front crawl. International Society of Biomechanics in Sports Conference Proceedings (34)1, 819-822
- Telles, Barroso, Figueiredo, Fortes de Souza Salgueiro, Vilas-Boas & Andries Junior (2017). Effect of hand paddles and parachute on backstroke coordination and stroke parameters. Journal of Sports Sciences (35)9, 906-911

## Verwandte Begriffe

- [Fähigkeit, koordinative](https://schwimmlexikon.de/faehigkeit-koordinative/)
- [Lateralität](https://schwimmlexikon.de/lateralitaet/)
- [Sportwissenschaft](https://schwimmlexikon.de/sportwissenschaft/)
- [Zentralnervensystem](https://schwimmlexikon.de/zentralnervensystem/)
- [Skelettmuskulatur](https://schwimmlexikon.de/skelettmuskulatur/)
- [Bewegungshandlung](https://schwimmlexikon.de/bewegungshandlung/)
- [Technik, sportliche](https://schwimmlexikon.de/technik-sportliche/)
- [Beweglichkeit](https://schwimmlexikon.de/beweglichkeit/)
- [Ausbildung, athletische](https://schwimmlexikon.de/ausbildung-athletische/)
- [Ballspiele](https://schwimmlexikon.de/ballspiele/)
- [Bewegungserfahrung](https://schwimmlexikon.de/bewegungserfahrung/)
- [Bewegungsfluss](https://schwimmlexikon.de/bewegungsfluss/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2019). Koordination. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/koordination/ (abgerufen am 15. Oktober 2026).
