# Kraftausdauer

- Quelle: [Schwimmlexikon](https://schwimmlexikon.de/)
- Adresse: https://schwimmlexikon.de/kraftausdauer/
- Englisch: KA
- Schlagwörter: Kraft, Kraftausdauer, Schwimmen
- Autor: Klaus Rudolph
- Überarbeitet am: 2020-01-21
- Sprache: de

Kraftausdauer (KA) (strength endurance), [konditionelle Fähigkeit](https://schwimmlexikon.de/konditionelle-faehigkeit/), mit wiederholten Krafteinsätzen einen Bewegungswiderstand zu bewältigen, der mit mindestens 30% der [Maximalkraft](https://schwimmlexikon.de/maximalkraft/)(nach Schmidtbleicher (2003) mehr als 50% der Maximalkraft über zwei Minuten) definiert ist, darunter spricht man von [aerober Ausdauer](https://schwimmlexikon.de/ausdauer-aerobe/). Die [Trainingswissenschaft](https://schwimmlexikon.de/trainingswissenschaftler/) hat noch keine einheitliche Definition gefunden, deshalb hat man sich sehr an der Trainingspraxis orientiert (s. Exkurs). Bis auf die Geh- und Laufdisziplinen haben die meisten Ausdauersportarten größere Widerstände zu überwinden (Stockeinsatz Skilanglauf, Paddel bei Rudern/Kanu, Tretlager bei Radsport). Damit handelt es sich in den [zyklischen](https://schwimmlexikon.de/bewegung-azyklische-2/) Sportarten vorrangig um [dynamische Kraftausdauer](https://schwimmlexikon.de/kraftausdauer-dynamische/). Kraftausdauer benötigen aber auch Sportarten, in denen wiederholt gesprungen werden muss (Eiskunstlauf, Volleyball, Basketball) bzw. Gegner (Ringen, Judo) oder Geräte (Handball) „bewegt“ werden. Verschiedentlich wird dann von Schnellkraftausdauer gesprochen (Weineck, 2002, S.243). Muss ein Gerät über längere Zeit sicher gehalten werden (Schießen), spricht man von statischer Kraftausdauer. Ferner wird zwischen [absoluter](https://schwimmlexikon.de/kraftausdauer-absolute/) und [relativer Kraftausdauer](https://schwimmlexikon.de/kraftausdauer-relative/) unterschieden. Um nicht weiter zu verwirren wird folgende einfach Definition empfohlen: Kraftausdauer wird benötigt, wenn höhere [Lasten](https://schwimmlexikon.de/last/)/[Widerstände](https://schwimmlexikon.de/widerstand/)(Kraftkomponente) über längere Zeit (energetische Komponente) zu bewältigen sind.

Durch die Bewältigung des [Wasserwiderstandes](https://schwimmlexikon.de/wasserwiderstand/), der bekanntlich im Quadrat zur [Schwimmgeschwindigkeit](https://schwimmlexikon.de/schwimmgeschwindigkeit/) ansteigt, einschließlich der dazwischen gelagerten [Abstöße](https://schwimmlexikon.de/abstoss/) an den [Wenden,](https://schwimmlexikon.de/wende/) ist die Kraftausdauer für Kurz- und Mittelstreckenschwimmer die dominante konditionelle Fähigkeit. Wir sprechen vom [Kraftausdauertraining](https://schwimmlexikon.de/kraftausdauertraining/) im Schwimmen, wenn die Widerstände durch widerstandsvergrößernde [Trainingsmittel](https://schwimmlexikon.de/trainingsmittel/) im Wasser (→[Paddles](https://schwimmlexikon.de/paddles/), →[Flossen](https://schwimmlexikon.de/schwimmflosse/), →[Powerrack](https://schwimmlexikon.de/power-rack/), Stretchband usw., bei Maglischo (2003) power training) oder spezifische [Krafttrainingsgeräten](https://schwimmlexikon.de/krafttrainingsgeraet/) an Land (→[Biobank](https://schwimmlexikon.de/biobank/), →[“FES-Bank“](https://schwimmlexikon.de/fes-bank/)) erhöht werden. Eine weitere Differenzierung in Maximalkraftausdauer, [laktazide](https://schwimmlexikon.de/laktazid/) und [aerobe](https://schwimmlexikon.de/energiestoffwechsel-aerober/) Kraftausdauer (Pach, 1990) scheint für Schwimmer nicht zweckmäßig, da es sich hier vor allem um [laktazide](https://schwimmlexikon.de/laktazid/) Kraftausdauer handelt ([Belastungsdauer](https://schwimmlexikon.de/belastungsdauer/)30’’ – 4’), ansonsten entspricht diese Vorgehensweise mehr dem [Schnellkrafttraining](https://schwimmlexikon.de/schnellkrafttraining/) oder [GAI- Training](https://schwimmlexikon.de/grundlagenausdauer-aerobe-gai/).

Die spezifische Kraftausdauer trainiert der Schwimmer an Land vor allem auf der [Schwimmbank](https://schwimmlexikon.de/schwimmbank/). Obwohl einige Autoren auf ein verändertes [EMG-](https://schwimmlexikon.de/elektromyografie/) Muster zum realen Schwimmen verweisen (Olbrecht & Clarys, 1983;  Hermsdorf, 2001), kann im Allgemeinen davon ausgegangen werden, dass auf der Schwimmbank dieselbe Muskulatur des Oberkörpers aktiv ist, die auch beim Schwimmen einen erheblichen Anteil des [Vortriebs](https://schwimmlexikon.de/vortrieb/) erzeugt (Heller et al. 2004). Das bestätigen auch Ergebnisse der KLD im DSV (Rudolph, 2014, S.107, ebenda Witt S. 167-171; Witt & Küchler, 1997) sowie die Trainingspraxis mit Eliteschwimmern (Rudolph, 2007; Böll, 2007). Indem das [Kraftausdauertraining](https://schwimmlexikon.de/kraftausdauertraining/) des Schwimmers an Land nicht in die Kraftkonzeption des [DSV](https://schwimmlexikon.de/deutscher-schwimmverband-dsv/) (Fuhrmann et al. 2017) aufgenommen wurde, werden diese wertvollen Erfahrungen ignoriert.

Exkurs: "Es wird deutlich, dass das neuromuskuläre Funktionssystem sich nicht für Begriffe oder Kategorien wie Maximalkraft, Schnellkraft oder Kraftausdauer interessiert. Vielmehr sind gemessene kontraktile Eigenschaften eines Muskels durch spezifische strukturelle und funktionale Merkmale bedingt und auf einem Kontinuum zwischen Maximalkraft, Schnelligkeit und Ausdauer einzuordnen. Die aufwendigen und eingeschränkten Möglichkeiten zu deren Messung und der Umstand, dass das strukturelle und funktionelle Zusammenspiel noch nicht bis ins Detail erforscht und erklärt werden kann, führt u.a. zur behelfsmäßigen Kategorisierung in Fähigkeiten. Diese ist jedoch trotz der zugrunde liegenden vereinfachten Betrachtungsweise für den Trainingsalltag außerordentlich gewinnbringend, da sie eine entsprechende Akzentuierung von Trainingsschwerpunkten erlaubt - ohne die genauen strukturellen und funktionellen Anpassungen zu kennen" (Wenzel, U.: Kraftvoll, schnell oder ausdauernd  wie macht der Muskel das? FAQ Spitzensport-Symposium 2019, [https://www.iat.uni-leipzig.de/datenbanken/iks/sponet/Record/4054045)](https://www.iat.uni-leipzig.de/datenbanken/iks/sponet/Record/4054045)

###

## Quellen

- Maglischo, E.W. (2003). Swimming faster. Champaign: Human Kinetics Publishers
- Schmidtbleicher, D. (2003). Motorische Eigenschaft Kraft: Struktur, Komponenten, Anpassungserscheinungen, Trainingsmethoden und Periodisierung. In W. Fritsch (Hrsg.), Rudern - erfahren, erkunden, erforschen. Gießen: Sport Media Verlag.15-40

## Verwandte Begriffe

- [Konditionelle Fähigkeit](https://schwimmlexikon.de/konditionelle-faehigkeit/)
- [Maximalkraft](https://schwimmlexikon.de/maximalkraft/)
- [Ausdauer, aerobe](https://schwimmlexikon.de/ausdauer-aerobe/)
- [Trainingswissenschaftler](https://schwimmlexikon.de/trainingswissenschaftler/)
- [Bewegung, zyklische](https://schwimmlexikon.de/bewegung-azyklische-2/)
- [Kraftausdauer, dynamische](https://schwimmlexikon.de/kraftausdauer-dynamische/)
- [Kraftausdauer, absolute](https://schwimmlexikon.de/kraftausdauer-absolute/)
- [Kraftausdauer, relative](https://schwimmlexikon.de/kraftausdauer-relative/)
- [Alternativtraining](https://schwimmlexikon.de/alternativtraining/)
- [Ausdauer](https://schwimmlexikon.de/ausdauer/)
- [Ausdauertraining](https://schwimmlexikon.de/ausdauertraining/)
- [Belastungszone](https://schwimmlexikon.de/belastungszone/)

## Zitiervorschlag

Rudolph, K. (2020). Kraftausdauer. In: Schwimmlexikon. https://schwimmlexikon.de/kraftausdauer/ (abgerufen am 20. Oktober 2026).
